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Jungkook Pov
Ich starre auf die Daten, die das Mädchen angegeben hat und versuche aus den wenigen Buchstaben, die sie auf das mehr graue als weiße Papier gekritzelt hat irgendeinen Beweggrund heraus zu lesen.
"Vielleicht solltest du noch mal mit ihr reden", sagt Jimin und sieht dem Mädchen hinterher als es sich ihren Rucksack um die Schulter hängt und lässig durch die Tür verschwindet.
Sie hatte wohl wirklich keine Lust auf den Besuch im Krankenhaus, denn kaum wurde sie eingeliefert und hatte das Bewusstsein zurück gewonnen, wollte sie auch schon wieder so schnell wie möglich raus, dabei wäre es besser für sie gewesen, sie wäre länger geblieben.
Eine ihrer Lehrerinnen fand sie Bewusstlos im Geräteschuppen der Schule wo sie wohl die ganze Nacht lang eingesperrt gewesen sein soll. Mit 19 ist sie bereits Volljährig, weswegen ich ihre Eltern nicht kontaktiert habe, aber auch wenn ein Fall wie ihrer nicht selten ist, wo die Patienten nicht gerne über das erlebte sprechen, geht es nicht so völlig ohne an mir vorbei.
Es ist offensichtlich, dass irgendetwas in ihrem Leben gehörig daneben läuft. Sie hatte nicht nur einen gebrochenen Arm, ihr ganzer Körper war bedeckt mit Blutergüssen, die einen frischer als die anderen.
Ich habe ihr erklärt, dass ich die Pflicht habe zu schweigen, egal was sie mir erzählt, aber sie hat nur wenige Worte mit mir gewechselt als sie sagte ein Gips würde es tun und dass sie dann nach Hause gelassen werden möchte.
Jimin sieht mich verständnislos an, als ich nur mit den Schultern zucke und das Blatt Papier mit ihrer Unterschrift auf den Stapel zu den anderen lege, die ich später einscannen würde.
Man kann mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass er im Beruf als Arzt das genaue Gegenteil von mir ist. Während ich mit emotionaler Kälte an die ganze Sache ran gehe, versucht Jimin eine Bindung zu seinen Patienten aufzubauen und behandelt sie mehr wie Freunde.
Wir beide sind in unserer Arbeitsweise so verschieden, wie es niemand sonst sein könnte und kriegen uns deswegen auch oft in die Haare, trotzdem haben wir es irgendwie geschafft eine Freundschaft aufzubauen, sogar mehr als das.
Ich würde Jimin als meinen besten Freund bezeichnen.
"Hast du mit den Eltern gesprochen?", fragt er und sieht mich eindringlich an während ich noch mal die Unterlagen des ganzen Tages durchgehe.
"Sie wollte sie nicht kontaktieren."
"Und was ist mit Freunden? Oder der Lehrerin, die sie her gebracht hat?"
Ich fahre den Computer herunter und lehne mich im Stuhl, der zum Schreibtisch gehört, zurück als ich Jimin antworte.
"Das Mädchen hat keine Freunde, zumindest scheint sie keiner vermisst zu haben, während sie die ganze Nacht über und die Hälfte des Tages im Schuppen eingesperrt war. Die Lehrerin ist direkt nachdem sie das Mädchen her gebracht hat wieder gegangen."
Ich ratter die Fakten nur so runter und befreie mich vom dämlichen Kittel, dem der Stress der letzten 24 Stunden deutlich anzusehen ist.
"Was denkst du, Jungkook?", fragt er und stützt sein Kinn nachdenklich auf den Hand innenflächen ab. So sehr ich ihn auch für sein großes Herz schätze, er muss lernen sich aus den Angelegenheiten anderer heraus zu halten und sie nicht so nah an sich heran zu lassen.
"Was soll ich denken? Es ist ein Mädchen, das scheinbar nicht viel Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen legt. Punkt."
"Punkt?", fragt er und sieht mich verständnislos an. "Machst du dir denn keinerlei Sorgen?"
Er fährt sich durch die Haare und schnaubt erschöpft aus, als wäre das irgendein schwerer Mordfall, an dem er seit Monaten arbeitet.
"Was soll ich deiner Meinung nach tun? Soll ich ihr hinterher fahren und sie beobachten? Möchtest du, dass ich anfange sie zu Analysieren?"
"Das ist es nicht..."
"Wir sind Chirurgen, Jimin, wir beschäftigen uns mit dem Körper der Patienten, überlass das Verhalten den Psychologen."
Er ist sichtlich unzufrieden mit meiner Antwort, sogar einwenig beleidigt, aber da das hier nicht das erste mal ist, dass wir eine solche Diskussion führen, mache ich mir nichts aus seinem Schmollen und ziehe mir die Wechselklamotten an, die in meinem Schrank lagern.
"Kein Wunder, dass die Kollegen dich so nennen", sagt er leise und widmet sich wieder seiner Arbeit am Computer.
Es ist ein bescheuerter Spitzname, gemacht von Leuten, die für meinen Geschmack zu viel Freizeit haben. Eisiger Jeon nennen sie mich, aber es könnte mich nicht weniger interessieren.
"Wie auch immer, meine Schicht ist zu Ende, soll ich dich daran erinnern, dass du deine gerade erst angefangen hast?"
Ich grinse Schadenfroh und werfe ihm seinen Kittel rüber, der in dem Schrank neben meinem hängt. Er landet in seinem Gesicht und entlockt ihm ein beleidigtes schnauben.
Jimin liebt seinen Job, er liebt es den Menschen zu helfen, aber ich weiß auch, dass es ihm zu schaffen macht. Das ist der Nachteil, wenn man Patienten zu nah an sich heran lässt, es bricht einem das Herz wenn man sie verliert und man gibt sich selber die Schuld.
"Ruh dich gut aus, Jungkook", sagt er und schenkt mir ein tröstendes Lächeln. Ich nicke und schnappe mir meinen Rucksack bevor ich das Krankenhaus verlasse.
Auf dem Weg zu meinem Auto schalte ich mein privates Handy an und werfe mich praktisch auf den Fahrersitz als ich die Kälte nicht mehr aushalte.
Sofort schmeiße ich die Heizung des Autos an und halte meine Hände, die für mich kaum mehr spürbar sind, davor. Erst als ich das Gefühl in den Fingerspitzen zurück gewonnen habe, nehme ich das Handy in die Hand und tippe die PIN ein.
Zwei Anrufe in Abwesenheit, einer davon stammt von Yoongi, der wahrscheinlich wissen wollte, wann Jimin seine Schicht beginnt, weil dieser so selten das Handy benutzt. Der andere von einer unterdrückten Nummer.
Gerade als ich das Handy wieder zur Seite legen und los fahren möchte, springt mir eine Nachricht entgegen. Sofort klicke ich rauf, auch wenn ich aufgrund der nicht eingespeicherten Nummer etwas verwirrt bin.
+4917579871652
Jungkook?
Jeon Jungkook?
Ich krame das Handy für berufliche Zwecke aus der Tasche des Kittels, welchen ich in meinen Rucksack gestopft habe und suche darin nach der Nummer, aber entgegen meiner Erwartung gibt es keine Übereinstimmung.
+4917579871652
Es ist dringend
Wer sind Sie?
Sie müssen kommen
Er braucht Sie
Wovon sprechen Sie?
Wie lautet Ihr Name?
Und woher haben Sie meine Nummer?
Wenn Sie ihn nicht retten, wird er sterben
Wovon reden Sie?
Ist jemand verletzt?
Er stirbt
Dann rufen Sie den Krankenwagen!
Er braucht Sie
Er braucht einen Notarzt!
Bitte
[Adresse]
Das schulden Sie ihm
Hallo und willkommen zu meiner zweiten Vkook!
Zu aller erst möchte ich euch sagen, wie froh ich bin das ihr euch dafür entschieden habt dieses Werk, das aus Überschuss von Fantasie entstanden ist, zu lesen und mir eine Chance zu geben 😁
Allen die bereits "Reset" gelesen haben, mag aufgefallen sein das eine gewisse Ähnlichkeit hierzu besteht, aber ich kann gleich von Anfang an sagen, dass das nicht so sein wird, vor allem weil es nur in diesem Kapitel texting geben wird 😏
EINE WICHTIGE INFO: Jungkook ist in dieser Geschichte 24, ich hoffe ihr seht das ganze nicht zu streng und lasst es einfach durchgehen, denn mir ist klar das er in diesem Alter eigentlich nicht den Beruf des Arztes ausüben kann, aber ich wollte keinen 32 Jahre oder älteren Jungkook aus ihm machen 😅
Ich bin auch keine Ärztin, also keine Ahnung wie das ganze läuft, ich hoffe ihr drückt da ein Auge zu 😁❤
Ich widme diese Geschichte Charli301, weil ich ihr dankbar für all die Unterstützung bin, die sie mir bei meiner ersten vkook gegeben hat und ich ihr noch mal zeigen möchte, wie viel mir das bedeutet ❤❤❤
Und auch Taeoxic ist das ganze hier gewidmet, weil sie immer wieder sagt, was für ein Vorbild ich für sie bin und wissen sollte, dass auch sie mich immer wieder motiviert und ein Vorbild für mich ist, danke auch dir für die Unterstützung von Anfang an ❤❤❤
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