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Jimin Pov

Das erste, was ich spüre, sobald ich aufwache, ist Yoongis Brust, auf welcher mein Kopf ruht. Ich liege auf dem Bauch, habe mich eng an Yoongi gekuschelt und dieser hält mich noch immer in den Armen. Aber das ist nicht wirklich das, was mich überrascht. Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt, so in seinen Armen zu erwachen. Das, was mich überrascht sind eher Yoongis Streicheleinheiten, die er an meinem Rücken ausführt.

Yoongi ist eigentlich nie vor mir wach, normalerweise liege ich immer in seinen Armen, bis er von selber aufwacht. Heute scheint es wohl umgekehrt sein und ich will gar nicht in Frage stellen, wieso das so ist. Eigentlich will ich gar nichts in Frage stellen. Es ist ohnehin zu früh, mir um über irgendetwas Gedanken zu machen, weswegen ich mich einfach dafür entscheide den Moment zu genießen, solange das noch möglich ist.

Ich schließe meine Augen also wieder, genieße Yoongis sanfte Berührungen und tatsächlich kann ich nicht sagen, wann ich mich zuletzt irgendwo so wohl gefühlt habe, wie jetzt gerade.

„Oh Hyung, du bist ja schon wach", mache ich ihn nach einiger Zeit dann doch auf mich aufmerksam. „Ausnahmsweise mal, ja", bestätigt er mir schmunzelnd. „Willst du schon aufstehen?", fragt er gleich daraufhin, woraufhin ich meine Arme um seinen Bauch nur fester schließe und mein Gesicht in seiner Brust vergrabe. „Auf keinen Fall", murmele ich an seine Brust, spüre daraufhin das angenehme vibrieren dieser, was mir signalisiert, dass er lacht.

Ich spüre, wie er seine Hand durch meine zerzausten Haare wandern lässt, ehe er einen Kuss auf diesen platziert. Es ist nicht das erste Mal, dass er mir seine Zuneigung auf diese Art zeigt und es ist auch nicht das erste Mal, dass wir kuschelnd in seinem Bett liegen. Also entspricht alles der Norm, nichts davon übersteigt die Grenze. Das einzige, was mich wirklich überrascht hat, war das gestrige Geschehen, welches ich bisher erfolgreich verdrängt habe und ich werde es definitiv nicht die Überhand meiner Gedanken gewinnen lassen.

„Ich sollte jetzt lieber gehen, ich muss noch einiges für die Schule morgen machen", habe ich Yoongi nach dem Frühstück gestanden. Das war nicht einmal gelogen, tatsächlich muss ich wirklich noch vieles für die Schule machen, was ich am Wochenende immer ziemlich vernachlässige. Eigentlich ist das normalerweise kein Grund für mich, früher nach Hause zu gehen, da ich jede freie Minute mit Yoongi genießen möchte, bevor ich ihn eine ganze Woche lang vermissen werde.

Allerdings habe ich die kleine Pause zurzeit wohl doch ziemlich nötig. Ich habe meinen Blick den ganzen Morgen über nicht von seinen Lippen abwenden können und leider weiß ich noch ganz genau, wie sie sich anfühlen. Und zwar gut... zu gut. Ich sehne mich von Minute zu Minute mehr danach das zu wiederholen und ich weiß nicht, wie lange ich das noch kontrollieren kann, wenn er anwesend ist. Ich muss einen klaren Gedanken fassen können, bevor wir uns wieder sehen.

Der Gedanke daran, Yoongi erst das nächste Wochenende wieder zu sehen, stimmt mich ein wenig traurig. Ich vermisse ihn viel zu schnell und da er zurzeit einiges mit der Uni zu tun hat, kommen wir gar nicht dazu, einander zu sehen. Vielleicht ist das eine Chance für mich, mich daran zu gewöhnen und ein wenig Abstand zu gewinnen. Wir sind uns definitiv näher gekommen, als mir lieb ist. Und was mich am meisten verwirrt oder sogar erschreckt, ist die Tatsache, dass ich mich trotzdem danach sehne und nicht komplett abgeneigt davon bin.

„Also...", kommt es von Yoongi, sobald wir vor meiner Haustür stehen und er schaut mich fragend an, da ich mich nicht von der Stelle rühre. Yoongi begleitet mich immer mit nach Hause, normalerweise verabschiede ich mich mit einer einfachen Umarmung und verschwinde. Aber heute ist es anders und das scheint auch er zu merken.

Ich stehe vor ihm, schaue ihn bloß an, als würde ich auf etwas warten. Dabei weiß ich selber nicht so genau, was ich gerade erwarte. Es käme mir bloß verschwendet und langweilig vor, wenn ich einfach rein gehen würde.

Meine Augen wandern zu seinen Lippen und langsam wird auch mir klar, was ich mir hier zu erhoffen scheine. Aber das wird nicht passieren. Kein weiteres Mal – auf keinen Fall. Ich werde niemals wieder diese Grenze überschreiten und das ist wohl auch der Grund, wieso ich mir das irgendwie von Yoongi erhoffe. Ein Teil von mir hofft, dass er es wagt, ein anderer Teil will schreiend davonlaufen.

Aber wieso stehe ich hier und erwarte etwas von ihm, wenn ich das doch eigentlich nicht möchte?

„Ist alles okay?", fragt Yoongi mich, reißt mich somit aus meinen Gedanken. Allerdings bin ich nicht in der Lage, ihm zu antworten. Stattdessen schaue ich ihm kurz in die Augen, ehe mein Blick wieder wie von selber zu seinen Lippen wandert. Ich kann deutlich spüren, wie ich mich nach ihnen sehne.

„Wieso tust du es nicht einfach, wenn du es ganz offensichtlich auch willst?", kommt es nach einer Zeit von Yoongi. Seine Worte werfen mich aus der Bahn, da ich ganz genau weiß, was er meint. Er scheint es wohl auch bemerkt zu haben, statt meiner stummen Bitte aber nachzugehen, gibt er mir die Chance, es selber zu tun. Wieso auch immer.

Bevor ich überhaupt reagieren kann, spüre ich seine Hand an meinem Nacken. Sein Daumen streichelt meine Haut, während er mich näher zu sich zieht. „Komm schon, Jiminie...", fordert er mich ein weiteres Mal auf. Seine Hand wandert dabei von meinem Nacken zu meiner Wange, in welche ich mein Gesicht schmiege.

Zu irgendeiner Dummheit kommt es allerdings nicht, denn die Haustür öffnet sich und mit einer überraschten Miene schaue ich in das, ebenso überraschte Gesicht meines Onkels. Dankbar darüber, dass er uns unterbrochen hat, bevor ich etwas Dummes wagen konnte, löse ich mich hastig von Yoongi.

„Bis dann, Hyung!", winke ich ihm noch zu, ehe ich meinen Onkel zurück ins Haus dränge und die Tür hinter mir zuschlage.

***
Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon

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