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Yoongi Pov
Vor einigen Stunden noch befand ich mich in einer Situation, in der ich mich am liebsten selbst hätte ohrfeigen können, umso surrealer erscheint mir also die Wendung der Dinge. Meine Gedanken waren die ganze Zeit bei Jimin, nicht nur heute, eigentlich konnte ich in den letzten Tagen über nichts anderes mehr nachdenken, als darüber, dass er sich mit jemand anderen getroffen hat. Die Szenarien in meinem Kopf wurden immer schlimmer, ich fragte mich, was die beiden angestellt haben könnten und wie weit sie vermutlich gegangen sind und die darauf möglichen Antworten gefielen mir überhaupt nicht. Sie sorgten für ein komisches Stechen in meiner Brust, eines, welches mich hätte schreien lassen können.
Das habe ich natürlich nicht getan. Stattdessen lag ich einfach nur in meinem Bett und habe mir eingeredet, es wäre mir egal. Denn dann würde es weniger wehtun, doch letztendlich hat es nicht unbedingt etwas gebracht. Was ich so niemals zugeben würde. Ich dachte, so unerwartet, wie ich Jimin kennengelernt habe, so schnell würde er auch wieder aus meinem Leben verschwinden. Auch, als er vor meiner Tür stand und angefangen hat sich zu entschuldigen, wollte ich nicht nachgeben. Wir waren offiziell kein Paar oder so etwas in der Richtung, umso bescheuerter kam ich mir also vor, je öfter er sich bei mir entschuldigte. Ich stellte mir die ganze Zeit die Frage, wieso er sich so viel Mühe gibt, nicht einfach locker lässt und verschwindet.
Aber ich habe erst hinterher realisiert, wie ernst ihm das alles ist. Dass der Kuss auch ihm etwas bedeutet hat, er nur wegen seiner Sexualität verwirrt ist und sich deshalb auf ein Mädchen eingelassen hat. Er hat es nicht gemacht, weil der Kuss nichts weiter war, sondern hatte seine Gründe, die ich irgendwo sogar nachvollziehen kann. Natürlich hätte er es anders lösen können, aber inzwischen weiß er das ja selber.
Seitdem wir uns vorhin geküsst und gemeinsam auf die Couch gelegt haben, liegen wir hier eng aneinander gekuschelt und machen nicht einmal den Anschein, als würden wir uns aus der Position lösen wollen. Jimins Kopf ruht halb auf meiner Schulter, halb auf dem Kissen unter ihm, während sein Gesicht in meine Richtung zeigt. Seine Augen sind geschlossen, er scheint meine Streicheleinheiten an seinem Nacken zu genießen, dennoch weiß ich, dass er nicht schläft. Er liegt so nah bei mir, dass ich jedes Mal seinen heißen Atem an meinem Hals spüren kann, wenn er ausatmet, was ein wenig kitzelt, aber keineswegs störend ist.
Kurz betrachte ich ihn, seufze leicht und drehe schließlich den Kopf so, dass ich die Decke wieder anstarren kann. Unsere Tradition heute gebrochen zu haben, stört mich, auch, wenn ich es vermutlich nicht anders gemacht hätte, wenn ich mich erneut in derselben Situation befinden würde. Ich war einfach viel zu verletzt, konnte ihn nicht einfach abholen und dem üblichen nachgehen. Wie bereits erwähnt, bin ich gut darin, mir Dinge nicht anmerken zu lassen. Nach außen hin kann ich ruhig wirken, selbst, wenn in meinem Inneren ein absolutes Chaos herrscht, aber das ist hierbei nicht das Problem gewesen. Denn ich wollte Jimin vorhin einfach nicht sehen, umso verrückter erscheint mir der Fakt, dass er gerade in meinen Armen liegt.
„Hyung?", wispert er mit einer rauen Stimme, ehe ich seine warme Hand an meiner Wange spüre, dessen Zeigefinger kurz darauf über meine Kieferpartie, bis hin zu meinem Hals wandert, was mich dazu veranlasst, den Kopf in seine Richtung zu drehen. Mir ist gar nicht aufgefallen, dass meine monotone Handbewegung an seinem Nacken nachgelassen hat, weshalb er vermutlich aufmerksam geworden ist. „Worüber denkst du nach?", fragt er nun und lässt den Kopf wieder sinken, welchen er eben noch ein wenig angehoben hatte, ohne den Blick von mir zu nehmen.
Die leichte Besorgnis, sowie Neugier in seinem Gesichtsausdruck lassen mich kurz schmunzeln. Mit meiner Hand umfasse ich sein Handgelenk und führe seine Hand an meinen Mund, ehe ich einen leichten Kuss auf sie hauche. „Es ist alles okay, Jiminie. Ich habe nur ein wenig über den heutigen Tag nachgedacht", erkläre ich ihm, weshalb er leicht nickt und sich schließlich noch enger an mich schmiegt.
Wir liegen noch einige Minuten so da, bis ich schließlich nach meinem Handy greife und die Uhrzeit checke.
„Oh, es ist schon Mittag und ich bin mir sicher, du hast heute noch nichts gegessen." Mit den Worten hauche ich noch einen Kuss auf seinen Haarschopf, ehe ich mich aus der Umarmung löse und mich aufsetze, was ihn grummeln lässt. „Ich habe noch keinen großen Hunger. Bleib lieber hier liegen, Hyung", versucht er mich zu überreden, doch ich stehe bereits auf und strecke mich ausgiebig, ehe ich die Hände in die Hosentaschen schiebe und meinen Blick auf ihn lenke.
Er liegt mit dem Kopf nun ganz auf dem Kissen, auf welches bis eben mein Eigener ruhte und schaut mich mit großen Augen an. Spätestens, als er die Unterlippe hervorschiebt und versucht mich so zu überreden, muss ich leicht lachen. „Netter Versuch, Park Jimin. Das klappt bei mir nicht", meine ich, was nun auch ihn lachen lässt, ehe er wieder ein Grummeln von sich gibt, was mir zeigt, dass er widerwillig nachgibt.
Also gehe ich in meine kleine Küche und nehme einige Sachen hinaus, um etwas zu Essen machen zu können. Da es inzwischen auch mittags ist und ich nichts Spektakuläres in meinen Schränken habe, entscheide ich mich dazu, uns einfach zwei Schüsseln Ramen zu machen. Mit meinem Vorhaben komme ich jedoch nicht allzu weit, ich schaffe es gerade einmal die Tüten aufzureißen, als ich eine Hand auf meinem Rücken spüre.
„Was machst du denn zu essen?", ertönt Jimins Stimme und als ich den Kopf zur Seite drehe, sehe ich, dass sein Gesicht bereits wieder ganz nah an Meinem ist. Er schaut auf die zwei Packungen vor mir, ehe er den Blick hebt. „Ramen. Das dauert aber noch, du kannst dich solange hinlegen. Wenn sie fertig sind, bringe ich sie", sage ich nun. Er nickt zwar, aber statt dem nachzugehen, stellt er sich etwas vor mich, legt seine Arme um meine Taille und schmiegt sich sogleich wieder an mich. „Oder du kommst jetzt schon und wir essen später", schmunzelt er. „Wir können noch ein wenig rumliegen und die Zweisamkeit genießen."
Seine Anhänglichkeit heute ist wirklich süß, weshalb ich sanft lachen muss, dennoch ist sie mir auch neu und ich frage mich, wieso er so ist. Also lege ich die Packung aus meiner Hand und drehe mich mit dem Rücken zur Theke - die Hände dabei auf seiner Hüfte - , gegen welche ich mich schließlich leicht lehne und ihn anschaue, wobei ich den Kopf schief lege. „Du hältst es heute ja keine Sekunde ohne mich aus", meine ich schmunzelnd, hebe sogleich die Hand und streiche sanft über seine Wange, um ihm zu zeigen, dass es mich natürlich keineswegs stört. „So kenne ich dich gar nicht."
Sein Kopf schmiegt sich noch mehr an meine Hand, ehe er die Augen für einen Moment schließt und die Berührung meinerseits zu genießen scheint. Dann atmet er durch und schaut mich wieder an, schließt die kleine Lücke zwischen uns und schlingt die Arme dabei um meinen Hals. Seine Hände finden sich in meinen Haaren wieder, dann zuckt er mit den Schultern.
„Die letzten Tage waren anstrengend und verwirrend. Ich habe Dinge getan, die ich bereue und über sovieles nachgedacht, ich dachte, ich würde den Verstand verlieren. Mein Herz wollte das hier die ganze Zeit, aber mein Kopf hat sich dagegen gewehrt. Sich dem jetzt endlich hinzugeben, ohne etwas zu hinterfragen, fühlt sich einfach nur befreiend und schön an. Ich habe dich wirklich vermisst." Er lehnt seine Stirn gegen Meine. Zu behaupten, mein Körper reagiere auf seine Worte nicht, wäre eine riesengroße Lüge. Mein Herz schlägt schneller, ich kann ein Kribbeln in meinem Bauch spüren und das Verlangen, ihm wieder näherzukommen. „Und außerdem bin ich müde", lacht er leicht, was nun auch mich grinsen lässt.
„Komm her", hauche ich, ehe ich meine Hände auf seinen Rücken platziere und ihn somit an mich drücke. Kurz mustere ich sein Gesicht, so gut es geht. Wie er die Augen geschlossen hält und auf das, was folgen wird, sehnsüchtig wartet, ist ein Bild, das ich gut einspeichere. Unsere Lippen treffen schließlich ein weiteres Mal aufeinander und auch mir fallen die Augen zu, denn er hat vollkommen recht. Das hier fühlt sich wirklich befreiend und schön an.
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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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