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Jimin Pov
„So in etwa ist das abgelaufen", beendet Yoongi seine kleine Erzählung, was mich lachen lässt, wobei ich den Kopf kurz in den Nacken lege, während er nur wieder ein wenig lächelt. Inzwischen hat er seinen Arm auf meine Lehne gelegt, würde man uns von außen betrachten, würde man vermuten, dass wir einander schon eine Ewigkeit kennen. Ich weiß auch gar nicht, wie lange wir jetzt hier sitzen und miteinander sprechen, aber ich kann definitiv behaupten, dass die Party mir auf jeden Fall doch noch gefällt.
Seine Präsenz verwirrt mich etwas, ich kann nicht genau sagen, woran das liegt. Es ist nur irgendwie so, dass er nur noch interessanter auf mich wirkt und das, obwohl ich inzwischen sogar ein paar Infos über ihn habe. Vielleicht aber auch gerade deshalb. Er heißt Yoongi, ist dreiundzwanzig Jahre alt und somit mein Hyung. Er studiert Medizin und das im sechsten Semester. Er lacht nicht besonders viel, belässt es eher bei einem Lächeln, auch, wenn er lustige Geschichten erzählt und außerdem ist er wirklich gut darin, jemanden schüchtern werden zu lassen.
Ich lege den Becher an meine Lippen und möchte einen weiteren Schluck nehmen, doch das passiert nicht, denn ich habe offensichtlich bereits alles ausgetrunken. Was ich ganz schön schade finde. Also hebe ich die Augenbrauen an und blicke zu Yoongi, wobei ich meinen Becher leicht hochhalte. „Könntest du mir vielleicht noch einen machen?", frage ich ihn. Statt sofort zu antworten, mustert er mich kurz, ich erwarte tatsächlich für einen Moment, dass er mir diesen kleinen Wunsch abschlägt, dann greift er meinen Becher. Doch er steht nicht auf, sondern schaut mich neugierig an.
„Sag mal, du hast mir noch gar nicht gesagt, wie alt du eigentlich bist?"
„Oh", gebe ich von mir, als ich es ebenso realisiere. „Ich bin siebzehn", lege ich kurz darauf nach. Sobald ich ihm mein Alter nenne, legt seine Stirn sich in Falten, ich kann sofort erkennen, dass er ein wenig überrascht ist, weshalb ich nun etwas lache. „Für wie alt hast du mich denn gehalten?"
„Nun... ich weiß nicht", erwidert er zunächst nachdenklich, streckt seine Hand aus und legt sie an meine offene Lederjacke, um diese leicht anheben zu können und sich einen Blick auf das „darunter" zu erhaschen. Auch ich sehe kurz an mir herab, anfangs ein klein wenig verwirrt, da ich denke, ich hätte dort etwas, aber er lässt wieder los und seine Gesichtszüge entspannen sich auch ein ganzes Stück. „Auf jeden Fall hätte ich dich nicht für minderjährig gehalten", fügt er dem hinzu, dann beobachte ich auch schon, wie er den leeren Becher zur Seite stellt.
„Stört es dich?", möchte ich wissen, da er mich auch für zu jung halten könnte, um mit mir abhängen zu wollen. Zu meinem Glück schüttelt er jedoch den Kopf. „Überhaupt nicht. Ich denke nur, du solltest es lieber bei dem einen Becher belassen."
Auf seine Worte hin nicke ich nur, der Drang ihm zu widersprechen ist keineswegs vorhanden und stören tut es mich eigentlich auch nicht unbedingt. Wegen des Alkohols bin ich immerhin nicht hier und insbesondere jetzt, wo ich ihn getroffen habe, möchte ich ungern die Kontrolle über mich verlieren und anfangen irgendein Blödsinn zu reden oder sogar zu tun. Demnach passt mir das also ganz gut.
Ich möchte den Mund öffnen, um etwas zu sagen und ein neues Thema zu beginnen, allerdings komme ich gar nicht dazu, als mich jemand ausversehen anrempelt und ich mich somit zur Seite drehe. Wie aus dem nichts wird es im Raum etwas unruhiger, die Musik wird lauter und es fangen deutlich mehr Leute an zu tanzen. Kurz schaue ich um mich, halte Ausschau nach meinen Freunden, aber ich sehe sie nicht auf Anhieb, dafür ist es zu voll, und ich komme auch gar nicht dazu, länger nach ihnen zu suchen, da Yoongi meine Aufmerksamkeit wieder auf sich zieht, als ich seine Hand auf meinem Oberschenkel spüre.
„Wollen wir ein wenig nach draußen gehen?", fragt er mich und beugt sich leicht zu mir, sodass ich ihn besser verstehen kann. Wahrscheinlich wird es ihm langsam zu chaotisch, so kann man sich nämlich nicht unbedingt unterhalten, also zucke ich mit den Achseln. „Klar, wieso nicht."
Wir stehen somit auf, ich visiere bereits die Tür an, welche mir unglaublich weit vorkommt, aber dann erscheint jemand, den ich tatsächlich vollkommen vergessen habe. Nämlich Jeongyeon. „Jimin, da bist du ja!", bringt sie gut gelaunt hervor, lässt mich aber überhaupt nicht zu Wort kommen, sondern beginnt augenblicklich damit mich wild anzutanzen, packt auch mein Handgelenk, sodass ich nicht einfach fliehen kann.
Am liebsten würde ich ihr meine Hand entreißen, sie ausstrecken und mich an Yoongis Hoodie klammern, um ihm zu signalisieren, dass ich hier seine Hilfe gebrauchen könnte, doch mal abgesehen davon, dass ich mich irgendwie nicht dazu überwinden kann, ist das ist nicht einmal nötig. Er bemerkt, dass ich stehen geblieben bin. Also dreht er sich zu mir. Dann wirft er einen kurzen Blick auf Jeongyeon, nur, um mich wieder anzuschauen. Oh man, das ist gerade echt irgendwie peinlich. Ich möchte keinen komischen Eindruck erwecken, nicht vor ihm. Auf keinen Fall will ich bei ihm denselben Ruf haben, wie bei meinen Freunden, er soll mich nicht als „Frauenheld" sehen, als diesen würde ich mich nämlich selbst nicht bezeichnen.
Keine Ahnung, wieso mir das in dem Fall so wichtig ist. Sonst ist es mir ja auch irgendwie egal. Wahrscheinlich liegt es einfach nur daran, dass er einfach so entspannt, ruhig und ungehemmt ist. Er ist nicht aufgedreht, ich kann mir vorstellen, dass er auch über ernstere Themen nachdenkt und nicht nur über Belangloses. Er ist einfach reifer, ich denke, das ist das Wort, das ich suche. Und ich möchte nicht wie ein kleines Kind wirken, insbesondere jetzt, wo er auch noch weiß, wie alt ich bin. Dass Jeongyeon, ein Mädchen, das ich im Grunde genommen nicht einmal wirklich mag, geschweige denn kenne, mich also hier so antanzt und mir dabei extrem nahkommt, gefällt mir, jetzt wo Yoongi es sieht, sogar noch weniger.
„Hey, Jeongyeon, ich wollte mal eben an die frische Luft", versuche ich sie deshalb loszuwerden, doch sie schaut mich nur grinsend an, hält nicht mal inne, sondern tanzt weiter, und gibt nur ein viel zu lautes „Was?", von sich.
Es scheint eine aussichtslose Situation zu sein, ich denke sogar, dass er einfach verschwindet und mich zurücklässt, doch dann spüre ich eine Hand auf meiner Schulter und kurz darauf auch sein Atem an meinem Ohr. „Wie ich sehe, wirst du aufgehalten." Mir ist bewusst, dass es seltsam, vollkommen unbegründet und vermutlich auch ein wenig lächerlich von mir ist, aber ich muss mich erst fangen, aufgrund des unerwarteten Körperkontaktes. Und die Tatsache, dass er seine Hand schließlich an meine Taille legt und mich etwas zu sich zieht, macht es auch nicht besser.
Ich kann mich nur darauf konzentrieren, merke gar nicht, dass ich mich auf die Weise etwas von Jeongyeon entfernt habe. Auch sie scheint nicht zu begreifen, dass es zu dieser Lücke zwischen uns gekommen ist. Sie dreht sich, tanzt weiter und sobald Yoongi sich von meiner Linken, zur rechten Seite stellt und mehr oder weniger zwischen uns geht, blendet sie mich vollkommen aus. Kurz tanzt sie sogar ihn an, aber er steht mit dem Rücken zu ihr, also widmet sie sich einfach einem anderen.
Froh und auch irgendwie fasziniert darüber, wie leicht sowas doch sein kann, schaue ich zufrieden und irgendwie auch dankbar zu ihm auf. Er bemerkt meine Freude, zwinkert mir ein drittes Mal an diesem Abend zu, was dieselbe Reaktion bei mir auslöst, wie beim ersten und zweiten Mal, und deutet mit seinem Kopf schließlich zur Tür, durch welche wir nun auch gehen können, ohne länger aufgehalten zu werden.
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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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