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Jimin Pov
Als Yoongi und ich noch in der Cafeteria waren und etwas gegessen haben, legte meine Nervosität sich ein ganzes Stück. Seine Worte sorgten dafür und ich dachte echt, dass ich nun von ihr verschont bleiben würde. Dass mich diese Unruhe nicht noch einmal überkommen würde, allerdings habe ich mich in der Hinsicht gewaltig geschnitten. Sobald die Uhrzeit nämlich angibt, es wird Zeit die Ergebnisse zu hören, spüre ich es wieder.
Meinen erhöhten Puls, die leichte Gänsehaut auf meinem Rücken, die schwitzigen Hände und der trockene Mund. Alles in einem ein ganz ekliges Gefühl, aber gut. Ändern kann ich es auch nicht. Glücklicherweise werden diejenigen, die heute eingeladen wurden, nicht in einen extra Raum gerufen und erfahren das Ergebnis kurz und schmerzlos. Somit kann ich die Hand meines Hyungs halten, als eine Frau mittleren Alters aus der Tür tritt, mit einem Klemmbrett in ihrer Hand, und uns die Ergebnisse vortragen möchte.
Es sind alle Tänzer vor Ort und ich kann mir vorstellen, jedem hier geht es genauso, wie mir im Moment. Obwohl, wenn ich sie mir genau anschaue, wirken sie alle mindestens ein Prozent weniger nervös, als ich, somit hätte ich zumindest in der Hinsicht gewonnen.
„Die zehn Namen, die jetzt aufgerufen werden, haben sich für einen Platz an unserer Schule qualifiziert und müssen noch einmal mit hineinkommen, um letzte Angelegenheiten abzuklären. Für alle anderen hat es an der Stelle leider nicht gereicht", erklärt die Frau, in einem gleichgültigen Ton, ehe sie ihren Blick auf ihr Klemmbrett schwenkt. Meiner hingegen gleitet kurz zu Yoongi, ich schlucke leer und nehme seine Hand in Meine, ehe ich sie ein wenig drücke.
Wenn ich ehrlich sein soll habe ich kein gutes Gefühl, eigentlich sogar ein ganz schlechtes. Es sind soviele Teilnehmer, nur zehn kommen weiter und ich habe mir beim Vortanzen Fehler erlaubt. Fehler, die ich mir nicht hätte erlauben dürfen und dafür könnte ich mir in den Arsch beißen. Obwohl ich mir sicher bin, nicht weiterzukommen, rast mein Herz und ich werde immer nervöser, als die Dame einen Namen nach dem anderen aufsagt. Die Chance, meinen Eigenen zu hören, wird immer geringer und mein Traum scheint immer mehr zu verblassen und als sie schließlich den siebten Namen - nicht Meinen - ausspricht, halte ich sogar die Luft an.
„Dann hätten wir noch einen Platz für Kim Soonae. Und einen Weiteren für Cho Doyun."
Meine Augen schließe ich, kneife sie auch kurz zusammen, fast so, als würde jetzt etwas Grauenvolles folgen, denn ich ahne es bereits, ich weiß, ich bin nicht weiter. „Und den letzten Platz vergeben wir an" - ich weiß, es ist nicht mein Name, den sie nun aussprechen wird - „Kang Siwoo." Und trotzdem fühlt es sich, wie ein heftiger Schlag ins Gesicht an.
„Bei dem Rest von ihnen bedanken wir uns fürs Kommen und sprechen noch einmal unser Bedauern aus", sagt sie noch, ehe die Menge wieder etwas Lauter wird. Die Zehn, die weiter sind, tragen ein Lächeln auf den Lippen, freuen sich und umarmen die Menschen, die sie hierher begleitet haben. Viele wirken gleichgültig, manche weinen aber auch und das nicht gerade leise und ich? Ich sitze weiterhin auf meinen Platz und starre den Boden an. Mein Griff um Yoongis Hand ist stärker geworden, ich habe gar nicht gemerkt, wie mein Körper sich verkrampft hat, während die Frau gesprochen hat.
Und obwohl ich alles ganz genau mitgehört habe, schafft mein Körper erst jetzt, einige Sekunden nach ihrer Ansprache, sich zu entspannen.
„Jimin", setzt Yoongi an, doch ich drücke seine Hand wieder sanft und hebe den Blick, ehe ich den Kopf schüttle und mir ein kurzes Lächeln aufzwänge. „Es ist okay, Hyung", sage ich, versuche dabei gefasst zu klingen. „Überraschen tut es mich nicht, ich habe es ja geahnt, also keine Sorge. Das ist wirklich in Ordnung", meine ich nun, wobei ich sogar zugeben muss, dass es nicht ganz gelogen ist, das rede ich mir zumindest ein. Natürlich stört es mich. Mehr, als das, aber ich kann es nicht ändern und ich muss es so akzeptieren. Was bringt es mir, mich jetzt über mich selbst aufzuregen und mich zu bemitleiden? Richtig. Absolut nichts.
„Lass uns einfach verschwinden", sage ich schließlich. „Ich gehe mich nur noch schnell umziehen, okay? Warte hier auf mich." Ein weiteres Mal zwinge ich mich zu einem Lächeln, ehe ich aufstehe, seine Hand loslasse und mich schließlich umziehen gehe, ohne auf ein Wort seinerseits zu warten. Damit lasse ich mir auch beabsichtigt Zeit, da ich versuche mich zu beruhigen, um vor Yoongi ja nicht meine Gefühle die Überhand nehmen zu lassen.
Denn obwohl ich es bereits geahnt habe und mich nicht bemitleiden möchte, bin ich enttäuscht. Enttäuscht, traurig und sauer. Weil ich es nicht geschafft habe, weil mein Vater recht hatte und ich bin sauer, eben weil er mit seiner Aussage, ich würde es eh nicht reinschaffen, richtig lag. Und hinzu kommt, dass ich auch sauer bin, weil es mir nach allem, was er zu mir gesagt hat, immer noch soviel ausmacht, was er überhaupt sagt. Es stört mich nach wie vor, ihm nichts vorweisen zu können. Ich verstehe mich selbst nicht, verstehe nicht, wieso ich ihm so hinterher renne, es ist nämlich nicht nur hoffnungslos, sondern regelrecht erbärmlich. Er wird sich nie für mich interessieren und der Vater sein, den ich mir wünsche. Wieso kann ich das nicht einfach einsehen?
„Wie lange möchtest du mir noch aus dem Weg gehen?" Ich zucke leicht zusammen, als ich eine Stimme wahrnehme, und drehe mich sofort um, wo ich schließlich Yoongi entdecke. Seine Hände ruhen in den Hosentaschen, er lehnt gegen den Türrahmen und schaut mich an. Ich muss schlucken, denn ich fühle mich allemal ein klein wenig ertappt, dennoch spiele ich den Blöden. „Wovon sprichst du? Ich habe mich nur umgezogen", lache ich leicht, da ich den Anschein erwecken möchte, er bildet sich nur etwas ein. Doch das scheint nicht so leicht zu sein.
„Niemand braucht zwanzig Minuten, um sich umzuziehen. Alle anderen sind deshalb auch längst weg", sagt er nun, weshalb ich mich kurz umsehe, um zu realisieren, dass wir die Einzigen in der Umkleidekabine sind. Doch ich beharre weiterhin drauf. „Wieso sollte ich dir aus dem Weg gehen, Yoongi? Mach dich nicht lächerlich", erwidere ich, lache ein weiteres Mal, aber lenke meinen Blick auf dem Boden, woraufhin er sich vom Türrahmen abstützt und auf mich zukommt. Ich presse die Lippen aufeinander und hole tief Luft, als ich seine Füße direkt vor Meinen sehe.
„Hey, lass das", spricht er leise, aber dennoch ernst, doch ich mache nicht den Anschein, als würde ich den Blick heben wollen, zumindest bis seine Hand auf meiner Wange liegt. Auch, als er mein Gesicht anhebt, lasse ich die Lippen aufeinander gepresst, muss jedoch leer schlucken. „Spiel mir nichts vor, okay? Du bist traurig, ich weiß das, und das ist in Ordnung, das macht dich nämlich keineswegs schwach. Das hier hat dir etwas bedeutet, du darfst also traurig sein, aber versteck dich nicht. Lass mich für dich da sein, Jimin, ich möchte nicht, dass du daran kaputt gehst."
Nun schaue ich ihn doch noch an, sehe den ersten Blick in seinen Augen, in welchen keine Spur von irgendetwas Negativem liegt. Nichts, was ich befürchten muss; nichts, was ich bereits so oft bei jemand anderen gesehen habe. Yoongi ist einfach nur hier und sorgt sich um mich. „Bist du nicht enttäuscht?", schlucke ich, doch er zieht die Augenbrauen verständnislos zusammen. „Enttäuscht? Was redest du da?", erwidert er sofort und lächelt schließlich weich. „Ich bin total stolz auf dich. Du bist so weit gekommen. Das heute war nur eine von vielen Möglichkeiten, die du noch bekommen wirst, denn was ich dir vorhin gesagt habe, meinte ich auch so. Du bist hervorragend und das sage ich dir nicht, um dich einfach nur zu trösten. Verlier nicht dein Vertrauen in dich, Baby. Die sind nämlich diejenigen, die heute verloren haben, weil ihnen mit dir etwas entgangen ist und sie das selbst noch nicht wissen", versichert er mir.
Auf seine Worte hin kann ich gar nicht anders, als kurz zu grinsen, meine Arme letztendlich um seinen Körper zu schlingen und diesen an meinen Eigenen zu drücken. Er erwidert meine Umarmung sofort und legt eine Hand auf meinen Hinterkopf, lässt meine Haarsträhnen durch seine Finger gleiten, weshalb ich die Augen schließe und wieder lächeln muss. Und diesmal ist es auch nicht aufgesetzt. „Ich bin so froh, dich zu haben", hauche ich gegen seinen Hals und vergrabe meine Nase in seiner Halsbeuge.
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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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