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Jimin Pov
Normalerweise war immer mein Onkel derjenige, der mich wegen meines Vaters trösten musste und der für mich da war, wenn in mir das reinste Gefühlschaos herrschte. Im Moment sehne ich mich allerdings nur nach Yoongis Nähe und außer ihm will ich niemanden sehen. Zu meinem Pech aber ist er gerade am Arbeiten und da ich nicht aufhören kann zu weinen, demnach vollkommen aufgewühlt bin, erscheint es mir als keine gute Idee dort nun so aufzutauchen.
Außerdem will ich ihn bei der Arbeit nun auch nicht stören und beunruhigen, weswegen ich mich einfach in eine Ruhe Ecke draußen setze und den Moment dafür nutze, um mich ein wenig zu beruhigen. Es dauert nicht lange, bis die Tränen versiegen. Allerdings fängt nun der Schmerz an meinem Arm zuzunehmen und es dauert nicht lange, bis sich ein unerträgliches Brennen auf meinem Unterarm breitmacht.
Ich lege den Kopf in den Nacken und schließe die Augen, versuche ein paar Mal tief durchzuatmen, ehe ich mich erhebe. Ich muss dringend zu Yoongi, sonst werde ich wahrscheinlich noch meinen Verstand hier draußen verlieren; und meinen Unterarm.
Ich krame seine Visitenkarte aus meiner Jackentasche, stelle in einem der Autospiegel klar, dass ich nicht so schlimm aussehe, wie ich mich fühle. Vergeblich. Seufzend streiche ich mir durch die Haare und richte meine Klamotten ein wenig, mache mich dann aber dennoch auf den Weg zu der Praxis, in welcher er arbeitet.
Es dauert eine Weile, bis ich die Praxis finde, aber da ich den ganzen Weg gelaufen bin, welcher nicht einmal allzu weit war, hatte ich Zeit meine Gedanken ein wenig zu ordnen und dank des kühlen Windes sollte auch mein Gesicht nicht mehr so geschwollen sein.
Angekommen laufe ich auf die Rezeption zu und räuspere mich kurz. „Ich möchte zu Min Yoongi", erkläre ich der Dame. „Haben Sie einen Termin?", hakt sie nach. „Nein, ich bin privat hier, nicht als Patient", erkläre ich ihr.
„Name?", fragt sie weiter nach. „Park Jimin." Nun scheint sie so, als wüsste sie Bescheid, da sich ihre Miene sofort verändert. „Ah, ja. Mr. Min ist grad noch bei einem anderen Patienten, du kannst in einem der freien Behandlungsräume auf ihn warten. Ich gebe ihm Bescheid."
„Danke", nicke ich und lasse mich von einer anderen Arzthelferin durch den Flur in einen freien Raum führen. Beim gehen schließt sie hinter sich die Tür, sodass ich nun komplett alleine im Raum bin und erleichtert aufseufze. Ich kann es kaum erwarten, Yoongi zu sehen. Wir haben uns einige Tage lang schon nicht treffen können, da er zurzeit sehr beschäftigt ist, was wirklich unerträglich ist.
Ich schaue mich ein wenig um und entdecke einen Verbandkasten und einen Waschbecken, was mir nur so gelegen kommt. Erst wasche ich mein Gesicht mit kaltem Wasser, was mich gleich ein wenig frischer fühlen lässt. Dann nehme ich eines der Kompressen und halte es unter kaltes Wasser, ehe ich es auf meiner Brandwunde platziere, die mittlerweile nicht unbedingt gesund aussieht.
Mit einem erleichterten Seufzen setze ich mich auf die Behandlungsliege und lege den Kopf in den Nacken. Das kühle Tuch lindert die Schmerzen erheblich, jedoch weiß ich, dass es nicht lange halten wird und ich wohl oder übel nach einer Salbe für Verbrennungen fragen muss. Bloß möchte ich die Verletzung nur ungerne Yoongi zeigen, da er sich, wie ich ihn kenne, ziemliche Sorgen machen und mich mit Fragen überhäufen wird.
Mit einem Schwung öffnet sich die Tür und das Gefühl von Erleichterung überhäuft mich, als ich das bekannte Gesicht meines Freundes erblicke. „Jimin", kommt es überrascht von ihm. „Hast du mich etwa so sehr vermisst?"
Er lässt mich gar nicht erst zu Wort kommen, da er gleich daraufhin vor mir steht, mein Gesicht zwischen seine Hände nimmt und seine Lippen auf meine senkt, um mich in einen intensiven Kuss zu verwickeln. „Störe ich?", frage ich ihn schuldbewusst, sobald er sich von mir löst. „Auf keinen Fall. Wie kommst du drauf? Ich hab dich auch vermisst, Baby. Ich bin froh, dass du hier bist."
Er streichelt mein Gesicht mit seinem Daumen und lächelt mich an, was ich versuche zu erwidern, das klappt nur leider nicht so gut, wie ich es mir erhofft hätte. „Hast du geweint? Ist alles in Ordnung?", fragt er plötzlich, wodurch ich mich ziemlich ertappt fühle.
Ich drücke ihn sanft weg und schaue zu Boden, damit er mein Gesicht nicht weiterhin mustern kann. „Nein, es ist alles okay. Ich wollte dich nur unbedingt sehen, deswegen bin ich hergekommen", versuche ich ihm einzureden. Er hingegen scheint mir gar nicht mehr zuzuhören, da er plötzlich erschrocken die Luft einzieht und nach meinem Arm greift.
„Hast du dich verletzt?", hakt er nach, während er die nasse Kompresse auf meinem Arm anhebt, was mich schmerzerfüllt aufstöhnen lässt. „Jimin", seufzt er und legt eine Hand unter mein Kinn, um meinen Kopf anzuheben, sodass ich keine andere Wahl hab, als ihm ins Gesicht zu sehen. „Was ist passiert, Baby? Rede mit mir", sagt er in so einem sanften Ton, dass ich gleich wieder anfangen könnte zu weinen.
„Das sieht überhaupt nicht gut aus. Du bist so ein Tollpatsch, dass ich mehr als nur froh darüber bin, diesen Job angenommen zu haben", seufzt er, während er einige Sachen aus den Schränken raussucht, ehe er sich mit einigen Sachen auf den Hocker vor mich setzt.
„Willst du mir jetzt erzählen, was passiert ist? Und damit meine ich nicht nur die Verbrennung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du was anderes auf dem Herzen hast, sonst wärst du jetzt nicht hier. Ich kenne dich lang genug, um zu wissen, dass du hier nicht auftauchen würdest, ohne dir vorher tausend Gedanken gemacht zu haben."
Auch, wenn ich gerührt bin, dass er sich solche Mühe um mich macht, hasse ich ihn im Moment dafür, dass er das alles mühelos an meinem Gesicht ablesen kann. Oder vielleicht sollte ich mich dafür hassen, dass ich so offensichtlich bin oder dass ich überhaupt hergekommen bin.
„Ach, es ist nur wieder mein Vater", gebe ich seufzend zu, traue mich auch gar nicht, ihn anzuschauen, weswegen ich lieber auf meinen Arm schaue, welchen er bis eben noch verarztet hat. Zumindest solange, bis ich diese Worte ausgesprochen habe, nun hält nämlich auch er inne.
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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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