≈ 49 ≈
Jimin Pov
Mein Blick fällt auf Yoongi, welcher soeben den Raum betritt und so gerne ich ihn ruhig und gelassen damit konfrontieren würde, bin ich im Moment einfach viel zu verletzt, um das Richtige zu tun. Zwar gibt es tausend Szenarien, wie das hätte ablaufen können. Vielleicht hätte er mir das nach dem Essen erzählt oder es anders geregelt. Allerdings hab ich in diesem Moment nur ein Szenario im Kopf; und zwar, dass er mich verlassen möchte. Die Angst, verlassen zu werden, ist im Moment einfach zu groß, um klar denken zu können.
„Wann wolltest du es mir sagen?", konfrontiere ich ihn direkt damit, woraufhin er mich allerdings nur verwirrt ansieht, als hätte er keine Ahnung, wovon ich spreche. „Wann wolltest du mir sagen, dass du mich verlassen willst?", wiederhole ich meine Frage. Erst jetzt scheint sein Blick auf das Blatt Papier in meiner Hand zu fallen und mit einem Mal scheint er zu verstehen, was ich meine.
„Baby...", sagt er und kommt auf mich zu, bevor er mich aber anfassen kann, mache ich einen Schritt zurück, versuche ihm deutlich zu machen, dass ich seine Nähe im Moment nicht ertragen kann. „Ich wollte es dir sagen", beginnt er, weiter kommt er allerdings nicht, da ich ihn unterbreche.
„Wieso willst du gehen, Yoongi? Und wieso hast du es mir nicht erzählt? Ich meine, es ist ja nicht so, dass du es erst neu erfahren hast. Du hast dich schließlich für diese Universität beworben und mir nichts erzählt, obwohl du hier einen festen Job und eine gute Uni hast. Du wusstest es die ganze Zeit über. Also wieso, Yoongi, huh?"
Ich kann nicht verhindern, dass sich meine Augen mit Tränen füllen und meine Stimme zu zittern beginnt, allerdings versuche ich mit jeder Macht, die Tränen zurück zu halten. Ich will definitiv nicht jetzt vor ihm weinen und nachgeben, so, wie ich es immer tue.
„Ist es doch wegen jemand anderem? Willst du mich verlassen, um ein neues Leben anfangen zu können? Bist du deswegen jedes Mal zu spät gekommen?", überhäufe ich ihn mit Fragen. Die Tatsache, dass er mich anstarrt, statt mir eine Antwort auf die Fragen zu geben, lässt die Wut in mir steigen.
„Verlässt du mich für jemand anderes?", stelle ich ihm die Frage, die mir am meisten auf der Zunge brennt, gebe mir dabei große Mühe, um eine feste Stimme zu behalten. „Ich kann nicht glauben, dass du weiterhin darauf bestehst. Und du erwartest wirklich eine Antwort darauf?", erwidert er und schüttelt den Kopf, allmählich scheint auch er sauer zu werden.
„Was soll ich denn sonst glauben, Yoongi? Du versetzt mich jedes verdammte Mal und bis jetzt hast du kein einziges Mal den Grund dafür genannt. Und auf einmal willst du wegziehen? Nach Japan?" Mit jeder verstreichenden Minute werde ich immer wütender. „Beantworte mir meine verdammte Frage", bringe ich, lauter als gewollt, hervor.
„Vielleicht sollte ich dasselbe dich Fragen", kommt es plötzlich von ihm. Diesmal bin ich der Verwirrte, was er mir anzusehen scheint, da er weiter zu reden beginnt. „Wer sagt, dass du mich nicht betrogen hast? Dir würde ich das eher zutrauen. Du bist derjenige, der weiterhin darauf besteht, dass er nicht schwul ist. Und das, obwohl wir eine Beziehung führen. Verdammt, du hattest vor kurzem noch ein Date mit irgendeinem Mädchen, nur weil du es nicht wahr haben wolltest. Wer sagt also, dass du es nicht weiterhin hinter meinem Rücken tust, um dir selber was zu beweisen. Macht dich das geil, Jimin? Mit einem Mann zu schlafen, während du kleinen süßen Mädchen hinterher rennst, um dir selber etwas zu beweisen?"
Seine Worte treffen mich mehr, als ich es zugeben möchte. Es ist schließlich ein Thema, mit welchem ich lange zu kämpfen hatte, dank Yoongi habe ich mich aber allmählich mit meiner Sexualität abgefunden und begonnen, es zu akzeptieren. Mich zu akzeptieren. Das also ausgerechnet von ihm zu hören, ist nicht nur ein Schlag in die Fresse, es fühlt sich nämlich auch so an, als hätte er mir das Herz aus der Brust gerissen. Ich balle meine Hände zu Fäusten und versuche mit aller Macht die Tränen zurück zu halten, die nur allzu gerne rauskommen möchten.
Die Tatsache, dass er mich angreift, statt meine Frage zu verneinen, spricht so ziemlich für sich und im Moment bin ich viel zu verletzt, um irgendwas darauf antworten zu können. „Weißt du was?", sage ich und hebe den Blick. Ich beiße mir fest auf die Unterlippe, die ansonsten unkontrolliert beben würde und schlucke schwer. „Vielleicht hab ich das ja getan."
Ich kann deutlich den Wechsel seines Gesichtsausdruckes erkennen, deuten kann ich ihn allerdings nicht. „Du hast recht, vielleicht habe ich dich ja wirklich betrogen."
Mit diesen Worten schnappe ich meine Sachen und begebe mich zur Tür. Bevor ich sie aber öffne und seine Wohnung verlasse, schaue ich ein weiteres Mal zu ihm zurück.
„Jimin...", höre ich ihn noch mit gebrochener Stimme sagen, schüttele darüber jedoch lediglich den Kopf.
„Ich habe mir nur gewünscht, dass du ehrlich zu mir bist, Yoongi", sind meine letzten Worte, ehe ich ihn alleine zurück lasse und draußen in Tränen ausbreche, welche ich schon viel zu lange zurück gehalten habe.
***
Partnerstory written by @riawinchester & @elijeon
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen4U.Com