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Jimin Pov
Mit angezogenen Beinen sitze ich am Fenster und beobachte den starken Regen draußen. Mein Finger gleitet über die beschlagene Fensterscheibe und ich zeichne ein kleines Herz in diese. Meine Arme ruhen auf meinen Knien und ich senke meinen Kopf auf diese, während ich die feuchte Umgebung aus dem Fenster beobachte. Der Regen hat eine so unglaublich beruhigende Wirkung auf mich und mit einem Mal fühl ich mich unglaublich müde und erschöpft.
Ich nehme wahr, wie sich die Tür des Badezimmers öffnet, ehe sich auch schon sanfte Lippen auf meinen Hals senken und ich Yoongis feuchte Haare spüre.
Mit einem traurigen Lächeln hebe ich den Kopf an und drehe diesen in seine Richtung, um ihm einen Kuss auf den Mund aufzudrücken.
„Willst du auch noch duschen?", fragt er mich, was ich mit einem sanften Kopfschütteln verneine.
Er ergreift meine Hand und führt mich zum Bett, auf welchem wir uns gemeinsam niederlassen.
Eine Weile beobachtet er mich, ehe er sich zwischen meinen Beinen auf den Boden senken lässt. „Baby...", fängt er an und nimmt mein Gesicht zwischen seine Hände. „Du weißt, dass das alles nicht deine Schuld ist, richtig? Das alles hat nichts mit dir zu tun, sondern viel mehr damit, dass das scheiß Menschen sind, die dich nicht zu schätzen wissen. Weder dein Dad, noch dein Onkel oder wie auch immer er sich nennen mag."
Meine Augen füllen sich wieder mit Tränen, da das nach wie vor ein sensibles Thema für mich ist und er hat's mit seinen Worten genau auf den Punkt getroffen. Denn ich frage mich immer noch, was mit mir nicht stimmt, dass nicht einmal meine Familie mich haben möchte.
„Dein Vater hat in allem versagt, worin man als Vater und Mensch nur versagen kann. Aber du brauchst keinen Vater, Baby. Du hast mich."
Er hält mein Gesicht nach wie vor fest und unterbricht den intensiven Blickkontakt nicht, während er weiter redet. „Wärst du mein kleiner Junge, hätte ich alles getan, um dich zu beschützen. Fuck Baby, ich hätte alles für dich getan. Aber jetzt bin ich da, Jimin. Von nun an werde ich genau das tun. Jetzt bist du mein kleiner Junge, also werde ich alles tun, um dich glücklich zu machen und um dich zu beschützen. All das, was dein Vater nicht geschafft hat, werde ich jetzt übernehmen. Dafür bin ich da, du brauchst niemand anderen. Und im Gegensatz zu denen weiß ich dich sehr wohl zu schätzen."
Er erhebt sich langsam, hebt meinen Kopf dabei mit an, sodass ich nun zu ihm aufsehen muss und platziert einen sachten Kuss auf meiner Stirn.
„Ich werde niemals zulassen, dass du noch einmal verletzt wirst. Du brauchst keine Angst haben, solange ich an deiner Seite bin."
Mit einem Mal ist all die Trauer, die ich eben verspürt habe verflogen. Denn er hat recht. Ich sitze hier und trauere Menschen hinterher, denen ich nichts bedeute und niemals etwas bedeutet habe. Diese Menschen haben sich nie darum bemüht, es mir annähernd recht zu machen.
Mir wird plötzlich wieder klar, was für ein Glück ich mit Yoongi habe. Rückblickend fällt mir auf, dass er die Vaterrolle bisher immer für mich übernommen hat. Jedes Mal, wenn mich mein Vater verletzt hat - psychisch und physisch -, war Yoongi da, um es wieder gut zu machen. Das, was mein Vater kaputt gemacht hat, wieder zu reparieren. Und bisher ist mir das nie so wirklich aufgefallen, aber jetzt wird mir einiges klar.
Ich werde niemals wirklich einen Vater haben, aber Yoongis Rolle kommt dieser ziemlich nah und wenn ich recht darüber nachdenke, dann kann ich mir auch gut vorstellen, wie er dieses Loch in mir füllen kann. Es mag absurd klingen, aber wenn man sich ein lebenlang nach einem Vater sehnt und plötzlich etwas bekommt, was dieser Rolle ziemlich nah kommt, dann nimmt man alles, was man bekommen kann.
Er hat recht. Ich brauche keinen Vater; ich habe ihn. Und solange ich ihn habe, muss ich mich nicht nach einem Vater sehnen, welcher mich mental missbraucht.
Die Lösung war die ganze Zeit vor meinen Augen und doch habe ich es übersehen.
Ich lege meine Arme um Yoongis nacken und lasse mich zurück auf's Bett sinken, ziehe ihn dabei mit mir mit, sodass er nun über mir liegt. Meine Lippen senke ich auf seine und beginne ihn zu küssen.
„Ich gehöre dir, Hyung. Nur dir. Pass auf mich auf; kümmer dich um mich."
***
Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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