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Jimin Pov

Seufzend sperre ich mein Handy, lege es neben mich aufs Bett und lehne meinen Kopf gegen die Wand, wobei ich die Augen schließe. Wir sind jetzt bereits einige Tage von Zuhause weg und obwohl ich mich inzwischen ein bisschen befreiter fühle, kann ich nicht behaupten, mich vollkommen gut zu fühlen. Immerhin gibt es nach wie vor Taehyung, ich habe ihm nichts gesagt und bin einfach abgehauen, natürlich bereitet ihm das Sorgen.

Wir schreiben bereits die ganze Zeit miteinander, er möchte wissen, wann wir wieder zurückkommen, nur habe ich darauf nun einmal keine Antwort. Wenn es nach mir gehen würde, dann würde ich gar nicht mehr zurückkehren. Klar, ich vermisse meinen besten Freund und ihm gegenüber ist das alles andere, als fair, aber der Gedanke daran, wieder in dieses Haus zu müssen, meinem Vater gegenüber zu stehen und mir wieder seine niedermachenden Worte geben zu müssen oder ins verlogene Gesicht meines Onkels schauen zu müssen bereitet mir einfach nur Bauchschmerzen und Übelkeit.

Es ist zum verrückten werden; die pure Verzweiflung.

„Jungkook schreibt mir auch die ganze Zeit", ertönt Yoongis Stimme, weshalb ich die Augen öffne und zu ihm schaue, wie er seine Hand hebt und mir das Handy in dieser zeigt, sich kurz darauf ebenso aufs Bett setzt und mich anschaut. Mir ist bewusst, wohin dieses Gespräch führen wird, deshalb seufze ich ein weiteres Mal. „Tae stellt mir tausend Fragen, die ich nicht beantworten kann."

Es entsteht eine kurze Stille. Lange hält sie nicht an, aber sie ist nötig. Nicht nur für mich, sondern auch für Yoongi, denn ich weiß, dass er dieses Thema ungerne ansprechen will und sich vorher sammeln muss.

„Wir brauchen eine Lösung, Jimin. Ich weiß, das ist alles andere als leicht für dich und ich verstehe auch, dass du nicht zurück möchtest. Aber ich kann Jungkook nicht einfach so alleine lassen", erklärt er vorsichtig, legt dabei eine Hand auf mein Bein und streicht über dieses. Eine kurze Weile sage ich nichts, stattdessen schließe ich die Augen wieder und lehne meinen Kopf gegen die Wand, atme nochmals durch. Das, was er sagt, kann ich vollkommen nachvollziehen, diese Sache schwirrt ohnehin bereits eine ganze Weile im Raum herum, nur hat sie niemand ausgesprochen. Ich, weil ich es verdrängt habe und Yoongi vermutlich, um mir die Zeit zu geben, die ich benötigte. „Das sollst du auch nicht, so etwas würde ich niemals verlangen. Immerhin kann ich Tae auch nicht einfach so zurücklassen."

Meine Augen halte ich weiterhin geschlossen. Uns bleibt nur diese Option, das ist mir vollkommen klar, genau deshalb fällt es mir auch so schwer, diesen Entschluss zu fassen. Niemals hätte ich gedacht, an den Punkt zu gelangen, nicht mehr zurück in die Stadt zu wollen, in welcher ich mein ganzes Leben verbracht habe, aber wenn sich dieses irgendwie als eine einzige Lüge herausstellt, kann man mir es wohl kaum verübeln.

Yoongi setzt sich direkt neben mich, zwar sehe ich es nicht, aber ich bemerke es, als er sich bewegt und ich schließlich seine Präsenz neben mir wahrnehme. Seine Hand legt sich auf meine Wange, er dreht mein Gesicht zu sich und schließlich schaue ich ihn auch an. Der sanfte Gesichtsausdruck und Blick, mit welchem er mich bedeckt, gibt mir ein Gefühl, welches nicht in Worte zu beschreiben ist. Unter seiner Berührung spüre ich ein Kribbeln auf meiner Haut, vor allem, als er mit dem Daumen über meine Wange streicht.

„Das ist schwer für dich und ich würde es dir nicht zumuten, wenn es keinen guten Grund geben würde, das weißt du, oder? Wir gehen vielleicht nach Hause, doch du musst nicht wieder in dieses Haus zurück. Ich möchte, dass du bei mir bleibst und das nicht nur für ein paar Tage, ich meine so richtig. Von mir aus auch nur, bis wir uns eine langfristige Lösung überlegt haben, wenn dir das lieber ist, aber bei ihnen sollst du definitiv nicht leben. Und deine Sachen musst du auch nicht alleine holen, wenn du willst, dann hole auch nur ich sie, sag mir nur, was dein Wunsch ist, Jimin, und ich erfülle ihn dir. Ich tue alles für dich."

Ich muss kurz schmunzeln, nicht, weil das amüsant ist, sondern einfach nur, weil ich so unfassbar froh darüber bin, ihn bei mir zu haben. Niemals hätte ich für möglich gehalten, jemanden zu treffen, der bereit dazu ist einen riesen Teil meiner Last zu tragen. Er ist in jeglicher Hinsicht ein Geschenk und ich bin unfassbar dankbar für ihn.

Meine Hand lege ich auf seine - welche nach wie vor auf meiner Wange platziert ist - und ich führe sie zu meinem Mund, um einen Kuss auf seine Handfläche zu drücken. Das alles macht mir ungeheuer Angst und vermutlich wird es auch nicht einfach so vergehen, aber mir bleibt keine andere Wahl. Es ist viel leichter einfach wegzulaufen, doch das kann ich nicht ewig tun, allein schon wegen Yoongi. Denn ich möchte ihn nicht von Jungkook fernhalten, genauso, wie ich nicht von meinen besten Freund getrennt sein will. Für den Menschen an meiner Seite bin ich dazu bereit, mich meinen Problemen zu stellen. Das kann ich, denn er gibt mir die nötige Kraft dafür. „Okay", stimme ich deshalb ein wenig heiser zu und schaue ihn wieder an. „Lass uns wieder nach Hause fahren."

Meine Worte scheinen Erleichterung in ihm auszulösen, auch, wenn er sie zu verbergen versucht. Ein weiteres Mal muss ich schmunzeln, lege dann meinen Kopf auf seiner Schulter ab und kuschele mich in seine Arme. „Was würde ich nur ohne dich tun, Hyung", murmle ich leise. Doch er scheint es genau zu hören, drückt einen Kuss auf meine Haare und schlingt seine Arme enger um mich. „Was würde ich nur ohne dich tun", bringt er schließlich hervor.

***
Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon

Wir haben ein paar Kapitel vorgeschrieben, alsoooooo könnt ihr jetzt entscheiden 😽

Lesenacht?

ODER

Täglich ein Kapitel?

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