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Jimin Pov
Meine Arme sind auf meinem Tisch verschränkt und mein Kinn ruht ebenso auf dessen Oberfläche. Da der Lehrer noch nicht da ist, habe ich auch niemanden, der meine Gedanken unterbrechen kann. Es sind zwar bereits einige Schüler im Raum, die auch miteinander reden, aber von denen lasse ich mich nicht stören.
Langsam strecke ich meinen Arm aus und hebe den Kopf etwas an, sodass ich einen Blick auf meine Hand werfen kann, um welche nach wie vor ein Verband ruht. Etwas abwesend beginne ich damit an diesem zu zupfen, fahre mit dem Zeigefinger etwas drunter um die Haut zu kratzen, die ein wenig juckt. Seitdem ich mich verletzt und Yoongi wieder gesehen habe, kann ich nicht aufhören, über ihn nachzudenken. Die ganze Zeit erwische ich mich dabei, wie ich zu Hause auf die Karte mit seinen Kontaktdaten schaue und wie ich mich daraufhin frage, ob ich ihm wirklich schreiben soll.
Tatsächlich habe ich einmal sogar mein Handy gezückt und seine Nummer eingespeichert, sie dann aber auch wieder sofort gelöscht, da ich mich nicht dazu überwinden konnte. Ich meine, was genau soll ich denn sagen bzw. schreiben? Was, wenn er das nicht einmal so meinte und ich ihn nerve? Es deshalb nur zu einem Small Talk kommt, weil mir nichts einfällt und er das Gespräch nicht am Laufen hält? Etwas Schlimmeres und Langweiligeres gibt es ja wohl kaum. Eigentlich weiß ich selbst nicht so genau, was ich möchte und sich alleine mit ihm treffen ist auch irgendwie seltsam.
Es ist aber nicht seltsam, dass ich mir so sehr Gedanken darum mache. Wie bereits erwähnt, ist er einfach anders, als meine jetzigen Freunde, reifer, deshalb achte ich auch auf alles.
„Hey, Jimin-ah. Worüber denkst du nach?" Taehyungs Stimme holt mich in die Realität zurück und ich drehe meinen Kopf nach rechts, wo ich ihn dann auch erkenne. Er muss eben erst in die Klasse gekommen sein, denn er legt erst jetzt seinen Rucksack ab, platziert diesen unter dem Tisch und nimmt neben mir Platz. Außerdem ist seine Nase ein wenig rot, was wahrscheinlich wegen der Kälte draußen ist. Morgens ist es immer ein wenig kühler.
„Wieso bist du dir so sicher, dass ich über etwas nachdenke?", stelle ich meine Gegenfrage und stütze meinen Kopf sogleich auf meiner Hand ab, während ich wieder eine gemütlichere Haltung einnehme. „Bin ich nicht. Aber du hast eben die ganze Zeit so verträumt auf einen einzigen Punkt gestarrt", erklärt er mir und schiebt die Ärmel seines Oberteils über die Hände.
„Ach, ich bin nur etwas müde", erkläre ich ihm einfach, was nicht einmal wirklich gelogen ist. Gestern Nacht konnte ich kaum schlafen, weil die Musik meines Vaters so laut gespielt hat. Und da es ohnehin nichts bringen würde, mich deshalb zu beschweren, konnte ich nichts anderes tun, als es einfach zu ertragen. „Wann machst du eigentlich den Verband ab?", erkundigt mein bester Freund sich und deutet mit dem Kopf auf meine Hand.
„Keine Ahnung, wahrscheinlich in einigen Tagen", erwidere ich gähnend.
Und schon muss ich wieder an ihn denken. Daran, dass er hier gewesen ist. Dass er sich solche Sorgen um mich gemacht hat und so vorsichtig mit mir umgegangen ist - ich meine, er hat mich hinterher sogar noch nach Hause gefahren.
Und mit den Gedanken an diesen Tag, erinnere ich mich auch an etwas anderes, oder besser gesagt jemand anderes. Mir ist natürlich nicht entgangen, dass Yoongi und Jungkook sich kennen und auch nicht, dass sie sich anscheinend recht nahe stehen. Immerhin hat Yoongi gesagt, dass sie sich später bei ihm zu Hause sehen. Was genau das zu bedeuten hat, kann ich zwar nicht sagen, aber ich denke mir nichts Bestimmtes oder Großes dabei. Warum auch? Stattdessen konzentriere ich mich auf den Einfall, der mir soeben gekommen ist.
Ich finde zwar nicht den Mut, um Yoongi anzuschreiben, aber ich möchte das nicht einfach so stehen lassen. Und vielleicht muss ich das ja auch gar nicht.
Ich lenke meinen Blick wieder auf Taehyung, welcher lustlos auf sein Handy schaut und nun selbst etwas verträumt wirkt. „Sag mal, Tae, du bist doch mit Jungkook befreundet, oder?", frage ich ihn, woraufhin er seinen Blick auf mich lenkt.
„Mhm, bin ich. Wieso fragst du so plötzlich?", hakt er nach.
Mein plötzliches Interesse an Jungkook muss überraschend wirken und man könnte denken, dass ich die Situation einfach nur ausnutzen möchte, aber nach den Erzählungen von Tae scheint er auch in Ordnung zu sein. Ich hatte und habe kein Problem mit ihm, er und ich sehen uns hin und wieder mal, hängen aber halt einfach nicht miteinander rum, keine Ahnung, wieso nicht. Irgendwie ist das einfach noch nie zur Sprache gekommen, aber ich hätte nichts dagegen ihn auch kennenzulernen.
„Du redest recht oft über ihn, aber hast ihn uns nie vorgestellt. Ich musste gerade einfach daran denken", meine ich schulterzuckend, weshalb er nun sein Handy sperrt, dieses beiseite legt und eine verwirrte Miene verzieht. „Ich hab's mal vorgeschlagen, du und die anderen wart nicht sonderlich überzeugt gewesen, schon fast desinteressiert, also hab ich es gelassen."
„Oh echt? Komisch, daran erinnere mich gar nicht", erwidere ich ehrlich, als auch mit angehobenen Augenbrauen, da ich etwas verwundert bin, und schenke ihm dann noch ein schiefes, nahezu entschuldigendes Lächeln. „Naja, was auch immer. Wenn du möchtest, kannst du ihn ja fragen, ob er heute in der Pause mit uns beiden essen möchte", zucke ich mit den Achseln, versuche mir nichts anmerken zu lassen oder eine große Sache daraus zu machen. Was es ja eigentlich auch nicht ist. Und glücklicherweise scheint Tae auch nur überrascht, nicht skeptisch, sondern sogar eher fröhlich über meine Worte zu sein. Also nickt er. „So, wie ich ihn kenne, möchte er bestimmt", erwidert er schmunzelnd, woraufhin ich schließlich nur kurz lächle.
Nach einer Doppelstunde Mathe, die nebenbei bemerkt der Horror war, haben wir dann auch endlich Pause. Und da Jungkook zugestimmt hat, sitzt er schließlich auch an unserem Tisch.
„Hier, Jungkookie, du kannst meinen Kakao haben", sagt Tae und stellt sein kleines Päckchen auf das Tablett von Jungkook, welcher ihn mit gerunzelter Stirn anschaut. „Bist du dir sicher?", hakt dieser nach, weshalb mein bester Freund mit einem Lächeln erwidert, kurz über seinen Rücken fährt und zustimmend nickt. Der Jüngere muss daraufhin Lächeln und gibt ein „Dankeschön, Hyung" von sich, ehe er sich wieder seinem Essen widmet.
„Du hättest ihn auch mir anbieten können", scherze ich dann aber und schiele zu Tae. „Ich mag Kakao", schmolle ich zusätzlich, muss allerdings kurz darauf ein wenig lachen. Während mein bester Freund damit einsteigt, hebt Jungkook überrascht den Kopf, schmunzelt dann aber selbst. „Ich weiß, das war ein Scherz, aber du kannst ihn wirklich nehmen, ich habe nichts dagegen", versichert er mir dann.
Eine Weile beobachte ich ihn, merke, dass er es das Angebot tatsächlich ernst meint, weshalb ich den Kopf schüttle und auch leicht lächle. „Dankeschön, Jungkook, aber ich möchte wirklich nicht", sage ich also. Allmählich verstehe ich, wieso Taehyung ihn so mag. Jungkook kann zwar ein wenig ruhig und zurückhaltend sein, aber das ist überhaupt nicht schlimm, es passt einfach zu ihm. Er ist wirklich gutherzig.
„Sagt mal, hättet ihr vielleicht Lust am Wochenende etwas zu unternehmen?", werfe ich dann in den Raum, schaue einmal zwischen den beiden hin und her, ehe ich mich meinem Essen widme. „Was denn?", entgegnet Jungkook, doch ich zucke mit den Schultern und nutze meine Chance auch sogleich. „Schauen wir bis dahin noch, vielleicht ins Kino oder so. Wenn ihr wollt, könnt ihr ja auch jemanden mit bringen, wird dann bestimmt lustiger", versuche ich mein Glück.
Nun hebe ich den Blick wieder, um zu sehen, ob sich etwas in Jungkooks Miene regt, dieser nickt jedoch nur und sagt mit einem „Klar, warum nicht", zu. Anfangs halte ich meinen kleinen „Plan" für einen Reinfall, frage mich, ob ich meine Aussage hätte anders formulieren sollen. Doch Taehyung erlangt meine Aufmerksamkeit, als er sagt: „Wir sollten vielleicht echt nicht nur zu dritt gehen. Zu viert wäre zumindest ein Ausgleich da. Kennst du nicht noch jemanden, den du mit nehmen möchtest, Jimin?"
Schnell schüttle ich den Kopf, nutze dann auch ein weiteres Mal die Chance. „Und du, Jungkook? Kennst du vielleicht wen?", meine ich nun und nehme kurz darauf einen Bissen von meinem Sandwich.
Tatsächlich scheint er kurz zu überlegen, dann zieht er die Augenbrauen hoch, seine Miene erhellt sich und er nickt. „Wenn es okay ist, könnte ich vielleicht Yoongi Hyung fragen? Er hat bestimmt Zeit und ihr kennt euch doch sogar schon."
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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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