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Jimin Pov

Als ich meine Augen - oder zumindest eins davon, da mein Gesicht viel zu sehr ins Kissen gedrückt ist - öffne, blicke ich direkt aufs Fenster, durch welches Sonnenstrahlen scheinen und welche ich eine ganze Weile einfach nur beobachte. Für einen klitzekleinen Moment erfüllt mich dieser Anblick mit einer Freude, doch sobald ich realisiere, was zurzeit in meinem Leben los ist, verschwindet auch dieses glückselige Gefühl wieder und eine Dunkelheit breitet sich über meinem Herzen aus.

Seufzend schlucke ich, drehe den Kopf und drücke mein Gesicht ganz ins Kissen, ehe ich tief ausatme. Auch in dieser Position verweile ich etwas, zumindest bis ich merke, dass meine Luft knapper wird und ich den Kopf wieder drehen muss. Zeit aufzustehen. Mit einem nicht ganz so guten Gefühl, welches auch daher rührt, dass ich für heute mal wieder nix geplant habe, für die Schule auch noch nicht bereit bin und im Grunde genommen keinen Grund habe, um überhaupt aus dem Bett zu kommen, stehe ich auf und mache mich müde auf den Weg ins Bad. Doch bevor ich dort ankomme, stoppe ich auch schon und werfe einen Blick auf Yoongi, welcher in Pyjama auf der Couch sitzt.

Er sitzt an seinem Laptop, welcher auf dem Couchtisch abgelegt ist. Neben diesem steht eine Tasse, welche mit Tee gefüllt sein muss, was ich dank der Schnur und dem Etikett eines Teebeutels erkenne, das aus dieser hängt. Der Fernseher ist ebenso an, allerdings in einer sehr geringen, kaum hörbaren Lautstärke. Etwas verwirrt darüber, dass er immer noch hier ist, werfe ich einen Blick auf die Digitaluhr neben dem Bett und sehe, dass es bereits fast neun Uhr morgens ist.

„Hyung, wieso bist du noch hier? Musst du nicht zur Uni?", frage ich ihn leise und mit rauer Stimme, weshalb ich mich schließlich auch räuspere. Er dreht sich schon zu mir, als ich noch auf ihn zu tapse und schaut mich durch seine Brille an, lächelt kurz und rutscht schließlich etwas zur Seite, sodass ich mich direkt neben ihm setzen kann.

„Schau mal, Jiminie, ich habe mich ein wenig informiert und herausgefunden, dass es in Japan auch eine SOPA gibt. Klar, sie ist nicht so beliebt, wie diese in Seoul und ausschließlich auf Tanz ausgelegt ebenso nicht, sondern auch noch auf Gesang, aber die Bewertungen und alles andere; die Kurse und selbst das Gebäude, scheinen verdammt gut zu sein. Und guck", beginnt er zu erklären und ignoriert offensichtlich meine Frage, was aber nicht weiter schlimm ist, da mich nun ganz andere Fragen beschäftigen. Er wirkt gerade nämlich nicht nur ruhig, sondern auch unglaublich ernst und ich verstehe nicht genau, worauf er hinaus möchte. Im ersten Moment verstehe ich also nur Bahnhof, dennoch schiele ich auf seinen Wunsch hin aufs Display und schaue, was er mir zeigen möchte.

„Die SOPA ist gar nicht so weit von der Elite Uni entfernt, welche mir eine Zusage geschickt hat. Mit dem Auto sind es vierzig Minuten, klingt im ersten Moment viel, aber das sollte kein Problem sein, denn ich habe weiter gedacht. Es gibt kleine, aber dennoch unfassbar schöne und bezahlbare Wohnungen, die ungefähr in der Mitte liegen."

Ohne es wirklich bemerken oder beeinflussen zu können, fällt mir die Kinnlade tatsächlich ein klein wenig hinunter, als Yoongi, von den tausend Tabs, die er offen hat, auf eins klickt und mir eine Wohnungsanzeige zeigt. Er zeigt mir Bilder einer wunderbaren, kleinen, aber feinen Wohnung, mit einem wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Er klickt sich durch all diese Fotos, zeigt jeden Raum und ich komme anfangs nicht aus dem Staunen heraus, so fasziniert wie ich bin. Dennoch löse ich meinen Blick von den Bildern und schiele auf die obere Leiste des Browsers. Es sind wirklich einige Tabs offen.

Mehrere Wohnungsanzeigen, wie ich erkennen kann, auch die offizielle Seite der SOPA, sowie die der Elite Uni, von welcher er mal eine Zusage erhalten kann. Damals gab es deshalb einen riesigen Streit zwischen uns, der schlimmste überhaupt, ich möchte mich deshalb gar nicht erst daran erinnern. Insbesondere all das, was danach folgte, verfolgt mich bis zum heutigen Tag. Aber ich verdränge jeglichen Gedanken daran, was auch ganz gut funktioniert, sodass ich endlich die Frage stellen kann.

„Wieso recherchierst du über all das?"

Nun blicke ich auch wieder zu ihm und bedecke ihn mit einem fragenden Blick. Natürlich kann ich eins und eins zusammenzählen, denken kann ich mir auch bereits, was das hier zu bedeuten hat, aber der Gedanke erscheint mir so absurd, dass er einfach nicht wahr sein kann. Dafür muss es eine andere Erklärung geben.

Er jedoch, nimmt meine Hand in seine Eigene und sagt: „In Japan war irgendwie alles anders - das sind deine Worte gewesen, Jimin, deshalb recherchiere ich. Das, was du mir gestern erzählt hast, ich könnte es niemals einfach so hinnehmen oder vergessen. Ich möchte, dass es dir gut geht, dass du glücklich bist. Und wenn du das hier in Seoul nicht kannst, dann werden wir eben an einen Ort gehen müssen, an dem es möglich ist. " Meine Augen werden bei jedem ausgesprochenen Wort größer und ich kann nicht genau sagen, was ich von all dem halten soll, tatsächlich denke ich für einen Moment, ich träume noch, aber spätestens, als er meine Hand an seine Lippen legt und einen Kuss auf meinen Handrücken platziert, weiß ich, dass das hier real ist.

„Hyung, meinst du das wirklich ernst? Du würdest das für mich tun? Du würdest wirklich mit mir nach Japan ziehen?", frage ich ihn überrascht, aber auch gerührt. „Mit dir würde ich überhall hinziehen, Jimin. Solange du glücklich bist, bin ich es auch. Solange ich dich bei mir habe und mich um dich kümmern kann, ist mir jeder Ort recht", bestätigt er mir ohne zu zögern.

Mein Herz beginnt bereits wie verrückt gegen meine Brust zu hämmern, aber vollkommen fallen lassen kann ich mich nicht, vielleicht, weil mir das zu einfach vorkommt.

„Aber, Hyung, ich.... Gibt es da keine Probleme? Können wir das einfach so tun? Und... sind wir, also, ist unsere Beziehung auch wirklich so weit? Wenn es nach dir geht, meine ich. Klar, wir wohnen hier auch zusammen, aber das ist etwas ganz anderes. Geht dir das nicht zu schnell? Du musst das wirklich nicht tun, wenn du das nicht möchtest, ich könnte es verstehen-", plappere ich nervös und ohne Sinn, spüre dann aber plötzlich seine Hände, als er mein Gesicht in die Hände nimmt und mich unglaublich sanft und vor allem gefasst anschaut.

Er sagt zunächst nichts, aber diese Geste und der Blick in seinen Augen halten mich davon ab, weiter zu reden. Einen kurzen Moment schaut er mir tief in die Augen, dann wandert sein Blick zu meinen Lippen und schließlich muss er schmunzeln. „Hör auf so einen Mist zu reden, Baby und sag mir lieber, was du möchtest. Für mich steht alles fest, die endgültige Entscheidung liegt jetzt bei dir, also frag mich nicht, ob wir das tun können oder ob mir das zu schnell geht. Stattdessen frage ich dich: Bist du bereit dazu? Möchtest du mit mir nach Japan ziehen und einen Neuanfang wagen?"

Tatsächlich brauche ich noch einen kurzen Moment, um all das hier; seine Worte und alles andere realisieren zu können, aber sobald dies der Fall ist, bildet sich auch auf meinen Lippen ein Lächeln. Es gibt soviel, über was ich mir Gedanken machen muss und natürlich wird es nicht so leicht werden, vermutlich stehen uns einige Hindernisse bevor, aber darum kümmern wir uns später. Also bringe ich entschlossen die Worte über meine Lippen.

„Unbedingt möchte ich mit dir nach Japan ziehen", bestätige ich ihm, ehe wir uns zunächst grinsend, dann aber lachend anschauen. Er zögert keine Sekunde und drückt mir nicht nur einen, sondern tausende Küsse auf die Lippen. „Ich liebe dich so sehr", murmelt er zwischen ihnen, doch statt ihm diesmal in Worten zu sagen, wie sehr ich ihn liebe, drücke ich meine Lippen richtig auf seine und das mit einer unfassbaren Leidenschaft, womit ich ihn in einen intensiven Kuss verwickle.

Noch während des Kusses krabbel ich auf ihn drauf, sodass ich rittlings auf seinem Schoß sitze und meine Hände in seinem Nacken verschränke.

Eine ganze Weile küssen wir uns und als wir uns schließlich lösen und ich wieder das Lächeln auf seinen Lippen sehe, kann ich meine Freude auch nicht zurückhalten.

„Wir ziehen wirklich nach Japan", murmle ich und streiche über seine Haare, die ihm in den Nacken fallen. Und bei diesem Gedanken spüre ich wieder dieses Gefühl von Glückseligkeit. Doch anders, als vorhin, verschwindet es so schnell nicht wieder, zumindest nicht in diesem Moment.

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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon

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