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Taehyung Pov

Ich warte bis Jungkook die Tür zu seiner Wohnung hinter uns schließt und den Lichtschalter betätigt. Kurz muss ich meine Augen zusammen kneifen und sie erst langsam wieder öffnen damit sie sich nach all der Dunkelheit wieder an die Helligkeit gewöhnen können, erst dann bin ich in der Lage mich um zu sehen.

Jungkook sagte mir bereits, dass seine Wohnung nicht besonders groß ist, warum sollte sie das auch sein? Er ist Single und lebt alleine, ich habe ohnehin nie verstanden warum Menschen, die alleine leben, so viele Zimmer benötigen. Ein Zimmer mit einem Bett würde mir eigentlich vollkommen reichen, aber leider bin auch ich nicht anders als die meisten Menschen. Wir leben nun einmal in einer Konsumgesellschaft in der wir alles nehmen, was wir bekommen können, selbst wenn wir es nicht brauchen.

"Du kannst das Bett haben, ich werde auf der Matratze daneben schlafen", sagt Jungkook und öffnet die Tür von der ich mir bereits gedacht habe, dass sie zu seinem Schlafzimmer führen würde. Auch hier warte ich bis er vor geht und das Licht anschaltet um mich im Raum umsehen zu können. 

Das Schlafzimmer scheint deutlich größer als das Wohnzimmer zu sein und das, obwohl es in der Regel eigentlich genau anders herum ist. Ich besitze bei mir in der Wohnung nur ein Zimmer, von daher befinden sich Schlafzimmer und Wohnzimmer in einem Raum, aber wenn ich eine zwei-Zimmer-Wohnung hätte, dann würde ich mir das größere auch eher als Schlafzimmer aussuchen, darin verbringe ich immerhin mehr Zeit wohingegen das Wohnzimmer eher dafür gedacht ist Besuch zu empfangen. 

Ich lege den kleinen Rucksack, den ich bereits zu unserem Ausflug in den Dark Room dabei hatte, auf dem Boden ab und vergrabe die Hände in den Hosentaschen. Jungkook hat zwar angeboten mich kurz nach Hause zu fahren um einige Sachen abzuholen, aber ich sagte ihm, dass Hoseok um diese Uhrzeit bei mir sein könnte, er besitzt immerhin einen Zweitschlüssel und wollte heute noch einmal kurz vorbei kommen. Hoseok und Jungkook kennen sich bereits und ich bezweifle, dass dieses zweite Treffen freundlicher abgelaufen wäre als das erste im Krankenhaus, das riskiere ich lieber gar nicht erst.  

"Du kannst das Bett haben, es gehört immerhin dir", sage ich und nehme ihm die zusammengerollte Matratze aus der Hand. Ich dränge mich ihm bereits auf, da muss er nicht auch noch auf irgendwelche Dinge verzichten. Dieses Bett gehört ihm, er schläft jeden Tag darauf, wieso sollten wir das ändern nur weil ich jetzt hier bin?

Ich lege die Matratze auf den Boden und bücke mich um sie aufzurollen als er mich am Handgelenk packt und nach oben zieht. Überrascht öffne ich den Mund um ihn zu fragen was das gerade war und warum er das getan hat, aber ich verstumme als meine Augen wieder auf seine treffen und mich erneut in Beschlag nehmen. Ich weiß nicht wie er das macht, ich habe keine Ahnung was für einen Trick er anwendet, aber ich habe sowas noch nie erlebt. Noch nie hat mich jemand nur mit einem Blick zum schweigen gebracht. 

"Hör mir zu, Taehyung." Wenn man unsere Stimmen miteinander vergleicht, wird man recht schnell merken, dass meine deutlich tiefer ist als seine, aber dennoch schafft Jungkook es mir mit seiner jedes mal eine Gänsehaut über den ganzen Körper zu jagen. "Ich habe dich hierher gebeten, weil ich dich nicht aus den Augen lassen kann und weil ich dich beschützen möchte, aber glaubst du das ist alles?"

Langsam und sanft lässt er seine Hand, die eben noch um mein Handgelenk lag, nach unten wandern. Seine Fingerspitzen streichen gekonnt über meine Handinnenfläche und als er seine Finger schließlich mit meinen verschränkt kann ich nicht anders als zufrieden zu seufzen. Erst jetzt merke ich, wie sehr ich auf diese Berührung gewartet habe, seitdem er sie mir vorhin bereits einmal zuteil werden lassen hat. 

Ich bin vollkommen gefangen in seinem Griff, nicht in der Lage mich wieder daraus befreien zu können und als ich die Fingerspitzen seiner anderen Hand an meinem Hals spüre, weiß ich, dass es für mich bereits zu spät ist. Ich weiß nicht, was es ist, was er mit mir macht und wie man das beschreiben soll, aber ich möchte nicht, dass er jemals wieder damit aufhört. All die Zweifel sind nur noch eine Sache im Hintergrund, selbst wenn das hier flüchtig ist, möchte ich es haben. 

Ich möchte alles davon. 

"Was ist es noch?", frage ich leise, viel mehr flüsternd und trete noch einen Schritt nach vorne, bis unsere Lippen nur noch wenige Zentimeter trennen. Er legt seine Hand auf meine Wange und ich schmiege mich sofort fester ran, die Augen geschlossen. Ich genieße die Wärme, die von ihm ausgeht, genieße das Verlangen in seinen Augen als ich meine wieder aufschlage. Er hält sich zurück, das ist jetzt nicht länger abzustreiten und es quält ihn, das merke ich. 

"Ich bin nicht so selbstlos wie du glaubst", sagt er und schüttelt den Kopf als würde er gegen sich selber ankämpfen. 

"Das sind wir beide nicht." Ich schließe die Augen und lege meine Hand auf seine, aber keine Sekunde später hat er seine wieder weggezogen und lässt mich erschrocken nach Luft schnappen als seine Wärme mir unerwartet entzogen wird.

Erschrocken öffne ich die Augen und sehe ihn verwirrt über seinen plötzlichen Rückzug an. Er streicht sich aufgewühlt die Haare aus dem Gesicht und schüttelt den Kopf. "Das würde nicht gut gehen", sagt er leise, als würde er sich damit selber eine Chance für eine Meinungsänderung frei halten, aber dazu kommt es nicht. Seine nächsten Worte spricht er in normaler Lautstärke, sodass ich es selbst dann verstehen könnte, wenn ich nicht wollte. "Für keinen von uns beiden."













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Kapitel 2/5

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