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Hola Hola

It makes me want to stop the time, if I could - Make me smile like this forever~

Jungkook

Ich schrecke aus meinem Schlaf, als das Radio aufgedreht wird. Ich kann das Brummen eines Motors hören und verstehe erst nach einigen Sekunden, dass wir schon weiterfahren und Taehyung wohl das Radio lauter gemacht haben muss, da er vergessen hat, dass ich noch schlafe. "Morgen", nuschle ich, doch die sommerliche Musik ist so unglaublich laut, dass der Ältere mich nicht versteht.

Erst als ich die Lautstärke runterdrehe, dass es mir in den Ohren beinahe wehtut, sieht er kurz zu mir und ich erkenne, wie sich ein Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitet. "Hey", meint er, "Gut geschlafen?"

"Bis du mich geweckt hast, ja", antworte ich seufzend und reibe mir über die Augen.  Ich spüre, wie seine Hand sich auf meinen Oberschenkel legt und er sanft über diesen streicht. "Entschuldige", höre ich ihn sagen, "Aber das Lied ist gut, gib es zu."

"Ich hab es noch nie gehört", erwidere ich Schulterzuckend, lausche dann aber den tatsächlich schönen Klängen, die eine gute Stimmung in mir auslösen.

"Wie spät ist es?", frage ich neugierig, beantworte mir die Frage aber selbst, als ich auf die digitale Uhr im Auto sehe. Als ich die Zeit sehe, weiten sich meine Augen. "Heilige Scheisse, wieso hast du mich nicht geweckt?!", will ich laut wissen. Es ist bereits nach Vier und ich bin erst jetzt aufgewacht?!

Ein Lachen entkommt seinen Lippen. "Hab ich doch gerade", kichert er, "Erst beschwerst du dich, dass ich dich geweckt habe, dann beschwerst du dich, wieso ich es nicht getan habe? Entscheid' dich mal, Kookie!"

Ich seufze und fahre mir durch meine ungemachten Haare. Vielleicht sollte ich nicht bis zum Morgengrauen die Sterne betrachten und mit Taehyung kuscheln. Wie viel Schlaf hatte er überhaupt? Ich wette, um Mittag herum ist er aufgewacht und weitergefahren. "Dauert es noch lange, bis wir Zuhause sind? Hast du überhaupt schon eine Pause gemacht, du Idiot?", frage ich weiter. Ich kann sehen, wie er die Augen verdreht. "Ich halte sowas schon aus, keine Sorge", winkt er ab.

"Nein, Taehyung, bei der nächsten Raststätte fährst du gefälligst raus und dann machen wir eine Pause, bis ich dir erlaube, weiterzufahren, verstanden?!", zische ich. Es kann nicht sein, dass er Stundenlang durchfährt, nur kurz tankt und sich kaum etwas zu Essen gönnt. So wichtig ist es nicht, nach Hause zu kommen. 

Ein weiteres Mal sehe ich, wie er die Augen verdreht, wofür ich ihm einen Schlag gegen die Schulter verpasse. "Hast du verstanden?!", hake ich nach. "Wir sind gleich da!", gibt er genervt zurück, woraufhin mir der Atem stockt.

Jetzt schon? Bitte nicht. 

Ich antworte auf seine Aussage nicht, stattdessen schliesse ich nur die Augen und versuche mit dieser Tatsache so schnell wie möglich klar zu kommen, denn weinen will ich nicht schon wieder. Ich sollte nicht allzu traurig sein, Taehyung und ich können trotzdem Zeit miteinander verbringen, und in zwei Jahren habe ich jede erdenkliche Freiheit, die ich mir nur wünschen kann. Absolut nichts wird mir im Weg stehen.

Als ich meine Augen wieder aufschlage, sehe ich gerade noch das Ortsschild, an dem wir vorbei brausen. Nun richte ich mich wieder auf, weite die Augen und starre Tae an. "W-was, aber-"

Sein tiefes Lachen erklingt ein zweites Mal und ich spüre wieder seine Hand auf meinem Oberschenkel. "Ich sagte nicht, wo wir sind", lächelt er verschmitzt. Ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen und mein Herz schlägt mit einem Mal unglaublich schnell.

"A-aber wir waren doch schon in Yeongdeok", frage ich verwirrt, auch wenn es mich freut, dass wir noch nicht Daheim sind. "Ich weiss", lautet seine Antwort, "Aber ich habe etwas auf Bildern gesehen, dass ich gerne in Echt betrachten würde - und wann bietet sich mir die Gelegenheit wieder mit dir nach Yeongdeok zu reisen? Also dachte ich, wir könnten das noch erledigen, bevor wir bei unseren Alten wieder aufkreuzen", erklärt er gespielt beiläufig und wenn er nicht gerade Autofahren würde, dann wäre ich ihm nun um den Hals gefallen und hätte sein Gesicht mit Küssen übersehen, stattdessen nehme ich seine Hand auf meinem Oberschenkel in meine und drücke sie fest. 

Er wusste, wie sehr mich die Heimfahrt mitnimmt und anstatt mir das bereits anzutun, fährt er extra noch einmal nach Yeongdeok, um mir eine solche Freude zu bereiten? Womit habe ich jemanden wie ihn nur verdient?

"Danke, Tae", flüstere ich glücklich, als wir durch die Ortschaft fahren. "Jederzeit, Kookie", antwortet er schlicht und lässt meine Hand los, um zu schalten, bevor er zum Hafen abbiegt und ich eine grosse Stahlplattform weiter vorne erkennen kann. Stirnrunzelnd lehne ich mich vor. Das wollte er sehen?

Ein klappriges Gerüst mit Bändern, die stark im Wind des Meeres wehen? Oder war das bloss seine Ausrede, um mit mir herzukommen?

Wir steigen aus und Taehyung hält tatsächlich auf die stählerne Plattform zu. Sie hat insgesamt vier Plattformen, auf unterschiedlicher Höhe, wobei die oberste die längste ist und über den sicheren Hafenboden hinaus ins Meer ragt, welches in einem schönen grün schimmert und in dem sich das Licht der Sonne tausendmal bricht und ein hübsches Funkeln verursacht. An dem stählernen Gerüst hängen haufenweise Bänder, die sich im Wind bewegen und irgendwie kann ich nun doch verstehen, wieso Tae diesen Platz sehen wollte.

Auf den ersten Blick sieht es schäbig und alt aus, hier, doch eigentlich hat er Ort es unglaublich schönes. Er strahlt eine tiefe Ruhe aus und das Rauschen der Wellen sorgt für einen idyllischen Effekt. "Es ist schön", bemerke ich leise und ernte ein zustimmendes Nicken. "Allerdings", murmelt der Ältere.

Dann auf einmal nimmt er meine Hand und schenkt mir ein herausforderndes Grinsen. "Was hältst du von einer kleinen Mutprobe, Kookie?"

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