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Is there somewhere

Ich liebe dieses Lied so sehr

And I promised myself, I wouldn't let you complete me~

Jungkook

Aufgeregt warten Taehyung und ich ab, bis es dunkel genug ist, sodass die Beleuchtung der Brücke von der Tae heute gesprochen hat, angeht. Es haben sich bereits einige Menschen hier versammelt und selbst wenn ich oft dieses farbenfrohe Lichterspiel an Brücken gesehen habe, so ist es dennoch immer wieder aufs Neue aufregend und wunderschön zu betrachten.

Die Wolyeonggyo-Brücke ist eine ziemlich schöne, wie ich feststellen kann. Der obere Teil ist aus Holz gebaut, der Untere aus Metal und die Stützen müssen Beton sein. Die Brücke hat zwei Elemente, die mit Drei kleinen, japanisch aussehenden Pavillons verbunden wird; einer zum Beginn der Brücke, ein zweiter in der Mitte und der dritte am Ende.

Gerade, als ich Taehyung darauf ansprechen will, ob es noch lange dauert, bis die Beleuchtung angeht, flackern die ersten, bunten Lichter auf, immer mehr, bis die ganze Brücke hell erleuchtet ist. Ein Raunen geht durch die vielen Leute, Fotos werden gemacht, geredet wird.

Nur Tae und ich stehen still da und sehen das Farbenspiel voller Faszination an. Wie gesagt, ich habe bereits viele solcher Brücken-Spektakel gesehen, doch dieses hier ist bei Weitem das schönste. Die Brücke an sich ist eine schöne, die Gegend wirkt idyllisch und nicht so städtisch und gehetzt wie sonst immer und dazu diese atemberaubenden Farben, die sich auf dem Wasser des Flusses spiegeln.

Der untere Teil der Brücke schimmert in einem dunklen, hübschen Lila-Ton, das Holz wurde in leuchtendes Rot getaucht und selbst der Pavillon ist mit Lichtern versehen.

"Wow", kriege ich dann doch, nach einer gefühlten Ewigkeit, ein Wort zustande und lächle breit. Ich höre nur, wie Taehyung zustimmend brummt, neben mir und drehe daraufhin meinen Kopf zu ihm. Doch anders als erwartet, sieht er sich nicht die farbenfrohe Brücke an, auf der nun auch die Menschen flanieren und verweilen, nein, sein Blick gilt mir.

Sekundenlang schauen wir uns still in die Augen, bis mir bewusst wird, wie sehr ich ihn wohl anstarren muss und verlegen wegsehe. Ich spüre, wie meine Wangen warm werden und danke der Dunkelheit und dem lediglich schwachen Schein, der von der Brücke noch zu uns hinüber reicht, dass man die leichte Röte meiner Wange nicht erkennen kann.

Als ich wieder zum Älteren linse, liegen seine Augen weiterhin auf mir. Ich beschliesse, meine Verlegenheit zu überspielen und drehe wieder meinen Kopf. Die Szene von zuvor wiederholt sich, doch der Moment, in dem ich den Blickkontakt schliesslich abbreche und rot werde, bleibt diesmal aus. Stattdessen breche ich die Stille mit einem heiseren, halblauten: "Wieso starrst du mich so an?"

Er zuckt mit den Schultern und legt den Kopf schief. Mehr macht er nicht, kein Wort verlässt seine Lippen, doch er wendet auch seinen Blick nicht ab. Als wäre es ihm egal, dass ich weiss, wie sehr er mich praktisch schon anstarrt.

Als wäre ich irgendeine Statue, in einem Museum, über die er ein Referat halten soll.

"Willst du dir nicht die Brücke ansehen?", versuche ich wieder, ihn von mir abzulenken. Es ist mir unangenehm, so angeschaut zu werden, ohne zu wissen, was mein Gegenüber von mir denkt. Ich mache mir dann immer viel zu viele Sorgen. Nun erscheint ein schwaches Lächeln auf seinen Lippen. "Die hab ich mir schon angesehen", erwidert er diesmal. Ich blinzle verwundert. 

"Mich hast du viel öfter gesehen", gebe ich zu bedenken. Seine Augen funkeln belustigt und gleichzeitig auch voller Sänfte, als er flüstert: "Und trotzdem kehren meine Augen immer wieder zu dir zurück - komisch, nicht wahr?"

"Es gibt interessanteres als mich", zucke ich mit den Schultern, um die Nervosität, die sich mit seiner Antwort eben in mir aufgebaut hat, zu überspielen. Hat er gerade indirekt  gesagt, er findet mich attraktiv? 

Nach meinem Satz, umspielt ein Lachen seine Lippen, der sanfte, ruhige Klang hört sich unglaublich angenehm an und zaubert mir selbst ein kleines Lächeln ins Gesicht. "Du hast keine Ahnung, wie du auf andere wirkst, oder?", fragt er mich, woraufhin ich zaghaft mit den Kopf schüttle.

Ich denke, die Leute würden mich als spiessig und komisch abstempeln. Jemand, der sich vor seinem eigenen Schatten erschreckt. Jetzt, mit dem Spiderbite sehe ich wohl mehr wie jemand aus, der die Regeln brechen wollte, aber trotzdem irgendwo noch ängstlich und verunsichert ist.

"Du bist vielseitig", erklärt der Dunkelhaarige vor mir leise, "Es gibt unendlich viele Dinge, die mich an dir faszinieren. Deine Unsicherheit, deine Angst vor dem Ungewissen und der Planlosigkeit, aber genauso auch dein gegensätzlicher Dickkopf. Du setzt dir etwas in den Kopf und auch wenn es dich alsbald ängstigt, machst du keinen Rückzieher, du ziehst es durch. Es gibt so viele Dinge, die ich aufzählen kann, aber dabei ist eine Sache ganz besonders die, die mich kaum mehr loslässt."

Fragend lege ich den Kopf schief. "Welche?", möchte ich wissen. "Dich glücklich zu machen", erwidert er knapp. Ich runzle schon verwirrt die Stirn, als er spricht: "Dich zu begeistern ist so einfach. Andere Menschen wollen Diamanten und haben Wünsche, die man ihm Leben nicht erfüllen kann - Aber du nicht. Dich zufrieden zu stellen ist so verdammt einfach. Du erfreust dich an den kleinsten Dingen. Ich brauche mich nicht einmal anzustrengen. Ich kann dir die Sterne zeigen und du wirkst wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Ich kann dir eine in allen Farben leuchtende Brücke zeigen, du bist begeistert. Sowas habe ich noch nie gesehen."

Jetzt bin ich noch mehr froh darum, dass es bald stockdunkel ist und das Licht der Brücke nicht gut zu uns scheint, denn vermutlich bin ich tiefrot. Hilflos mit den Schultern zuckend sehe ich mich um und starre auf die Farbenspiegelung der Brücke im Wasser. 

"Es gibt so viele schöne Dinge auf dieser Welt, aber keiner hat Augen oder Zeit dafür. Alle interessieren nur die Dinge, die finanziellen Wert haben, glitzern und leuchten. Alles andere ist wertlos und langweilig für sie", murmle ich lediglich und Taehyungs Lachen erfüllt ein weiteres Mal meine Ohren, lässt jegliche andere Geräusche praktisch verstummen. 

"Du hättest wahrlich Diamanten verdient, aber dir reicht bloss ein kleiner Kieselstein, um sich darüber zu freuen, als sei es das Schönste, was du jemals erhalten hast."


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