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🔱Sieben🔱

Taehyung

Mit einem Seufzen lasse ich von der Türklinke ab. Die Tür hat sich nicht geöffnet, als ich sie hinuntergedrückt habe, also hat Namjoon heute abgeschlossen. Wieso er das überhaupt tut, ist mir ein Rätsel. Erstens hat er ohnehin nichts wertvolles in der Wohnung, genau wie ich, zweitens ist die kleine Wohnung wohl mehr nur eine Bruchbude, wieder genau wie meine, und drittens schliesst er die dämliche Tür auch nie ab. Eigentlich ist es ziemlich praktisch, wenn er nicht abschliesst, dann kann ich immer in die Wohnung spazieren, wenn nötig, aber wenn er sie verschliesst, ist man ziemlich aufgeschmissen, denn eine Klingel gibt es nicht und das Hämmern gegen die Tür von zuvor hat er auch nicht gehört, weswegen er wohl noch schlafen muss.

Die Lippen schürzend starre ich erst die Tür an, als ob sie etwas für diese Situation könnte, bevor ich seufzend von der Fussmatte trete und in die Hocke gehe. Während ich die Matte anhebe, um den Zweitschlüssel darunter hervorzuholen, den Namjoon immer dort liegen hat - nur für den Notfall - spüre ich, wie Tiramisu in meiner Tasche herumzappelt und beginnt, herauszuklettern. Ich hebe den fragilen Körper der Ratte mit meiner freien Hand aus der Tasche und setze sie auf meiner Schulter ab. "Was zappelst du so, Kleine?", murmle ich abwesend in ihre Richtung, strecke meine Hand dann aber bereits wieder nach dem da liegenden, silbernen Schlüssel aus. 

Ich stehe auf, stecke den Schlüssel in das Schloss der Tür und schliesse sie somit kurzerhand auf, bevor ich das kleine Stück Metall wieder unter der Matte verschwinden lasse und mit einem gespielt fröhlichen "Aufstehen!", die Tür öffne und eintrete.

Ich erhalte nur keine Antwort. Wie zu erwarten.

"Namjoon", rufe ich in derselben Lautstärke und lasse  die Tür hinter mir zuschwingen, bevor ich Tiramisu von meiner Schulter nehme und dafür fest an meine Brust drücke, sie mit einer Hand halte und mit der anderen über ihr Fell streichle. So begebe ich mich ins Wohnzimmer, wo ich meinen besten Freund bereits entdecke, auf dem Sofa, tief und fest schlafend. 

Er sieht irgendwie niedlich aus, um ehrlich zu sein. Seine Gesichtszüge sind nicht so ernst, wie die meiste Zeit wenn er wach ist, sie sind viel viel sanfter und vor allem entspannt, er hat den Kopf auf seine Hand gebettet und seine Haare sind ein wildes Durcheinander, was er mir freiwillig niemals präsentieren würde. "Hyung", versuche ich es belustigt ein weiteres Mal, "Steh auf!"

Tatsächlich gibt er nun ein Brummen von sich, es ist zwar nicht sonderlich viel, aber immerhin bereits ein Anfang. "Soll ich Kaffee aufsetzen?", will ich amüsiert wissen und mustere den Älteren mit schief gelegtem Kopf, der sich gerade mit der Hand, die nicht unter seinem Kopf eingequetscht ist, über das Gesicht fährt. "Wenn Leute die Tür abschliessen", beginnt er mit kratziger Morgenstimme, ohne mir einen Blick zu schenken, denn die Helligkeit blendet ihn viel zu sehr, "Dann möchten sie eigentlich nicht gestört werden. Ist dir das klar, Kim Taehyung?"

"Natürlich, aber ist dir klar, dass man, wenn man seine Ruhe haben will und deswegen die Tür abschliesst, anderen Personen nicht sagen sollte, wo der Zweitschlüssel liegt?", antworte ich nur Schulterzuckend, was Namjoon leise etwas von "Unmöglich", murmeln lässt.

"Steh auf oder ich lass die Ratte frei", grinse ich nun bloss. Damit ist mir seine Aufmerksamkeit doch endlich mal sicher. "Dann drehe ich ihr den Hals doch noch um. Es ist ja schon genug, dass ich diese Ratte in meiner Nähe toleriere, aber in meiner Wohnung bleibt die gefälligst bei dir!"

Ich lache belustigt und sehe ihm dabei zu, wie er sich aufsetzt und etwas träge seine Haare so gut es geht ohne einen Spiegel ordnet. "Manchmal bereue ich es, dich aufgenommen zu haben", seufzt er tief. "Na komm, sei nicht gleich so gemein. Wir wissen beide, dass dein Leben nur halb so interessant wäre, ohne mich", grinse ich, "Ich spendier dir eine Zigarette und einen Kaffee und dann ist deine Welt wieder in Ordnung, oder nicht?"

"Gib mir zehn Minuten und wir können los."

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