⬡ Chapter 65 ⬢
Jungkook PoV
Entsetzt betrachtete er mich, ich sah aus dem Augenwinkel, wie Taehyung schützend seine Arme vor seinem Oberkörper hatte und noch etwas am schwanken war, weil er schon lange nicht mehr auf den Beinen war und nach wie vor sehr schwach war. Ich warf ihn einen kurzen Blick zu, konzentrierte mich dann aber wieder auf mein Gegenüber.
,,Du willst das ich Taeyhung umbringe? Oh nein, das kannst du vergessen!", kam es lautstark und wütend von mir, ich war erzürnt und empfand wieder einmal nichts weiter als puren Hass für diesen Mann. Aber niemals würde ich für ihn die einzige Person töten, die mir ein ehrliches Lächeln auf die Lippen zaubern kann.
,,Ich werde es nicht zulassen, dass du mich ausnutzt und ich werde dich davon abhalten, weitere mir wichtige Menschen umzubringen. Erst meine Eltern, dann war er Mr. Byun und nun Taehyung - es reicht!", rief ich ihm zu, doch kaum hatte ich den Satz ausgesprochen, warf er sich auf wütend auf mich und riss mich zu Boden.
Ich zischte vor Schmerz, als wir auf dem Boden aufkamen, allerdings konnte ich ihm durch einen Tritt in den Magen von mir werfen, sodass er nicht einmal die Chance hatte mich irgendwo zu verletzen.
Doch damit war es noch lange nicht getan, wie besessen rappelte er sich wieder auf und begann wie ein Verrückter, ohne Ziel und ohne Plan, zuzuschlagen, was es mir unmittelbar erschwerte, seine Schläge abzuwehren. Es steckte kein Muster hinter seinen Angriffen, ich konnte mich nicht darauf vorbereiten.
Immer häufiger musste ich Schmerzen erleiden, doch irgendwann gelang es mir, seine beiden Handgelenke zu packen und ihn somit an Bewegungen zu hindern. Das gab mir eine kurze Verschnaufpause, die ich gut gebrauchen konnte und ich konnte einen kurzen Blick in seine Augen werfen, welche mich bloß hasserfüllt und bedrohlich anfunkelten.
,,Du wirst leiden", knurrte er und versuchte sich loszureißen, doch bevor er das mit Gewalt tun würde, ließ ich von ihm ab und taumelte unsicher ein paar Schritte nach hinten, nahm ihn dann direkt ins Visier und beobachtete jede noch so kleine Bewegung von ihm genaustens.
Wieder einmal kam er auf mich zu, doch diesmal war er langsamer und gab mir damit die Chance, seine Schläge abzuwehren und selbst ein paar Treffer zulanden. Aber etwas in mir hinderte mich daran, meine gesamte Kraft einzusetzen, da ich immer noch auf ein friedliches Ende hoffte, weshalb ich auch nicht mit voller Kraft zuschlug.
,,Was ist?", kam es spöttisch von ihm, "Ist das alles, was du drauf hast?", provozierte er mich, weshalb ich einen Schlag direkt in seinem Gesicht landete. Er torkelte ein wenig zurück, schaute sich dann um und blickte plötzlich zu Taehyung, rannte auf diesen zu, doch ich war schneller.
Schützend stellte ich mich vor ihn und stürzte mich auf Minsik, welchen ich dann zu Boden riss und schutzlos unter mir hatte.
,,Deine Deckung war viel zu offen", kommentierte ich dann, als ich ihn hatte, dass er keine Bedrohung für mich darstellen konnte.
,,Es muss nicht mit dem Tod von einem von uns enden", versuchte ich noch mal eindringlich auf ihn einzureden.
Doch er schüttelte bloß wütend seinen Kopf, "Mit so einem Jammerlappen wie dir möchte ich nicht mehr Leben, du hast dir dein Leben nicht verdient!", brüllte er mich lautstark an.
,,Du bist nichts als eine Enttäuschung!"
Aus einem unbekannten Grund trafen mich diese Worte härter als sie sollten, weshalb ich ihm unachtsamerweise die Möglichkeit gab, die Oberhand über die Situation zu übernehmen und gleich darauf ich es war, der unten lag und seinen Angriffen ausgesetzt war.
,,Jungkook!", kam es panisch von Taehyung, doch ich befahl ihm Abstand zuhalten.
,,Wie ich es gesagt habe, deine Gefühle machen dich schwach, Jungkook!", kam es lachend von Minsik, welcher immer wieder Schläge mit seiner Faust oder seinem Ellenbogen auf meinem Körper verteilte. Meine Lippe war bereits aufgeplatzt und begann zu bluten und der Schmerz war an meinem gesamten Körper spürbar, ich wurde zunehmends schwächer.
Den nächsten Hieb konnte ich mit Mühe und Not stoppen, ihm den Arm umdrehen und dann den kurzen Moment der Überradchung ausnutzen, um wieder frei zukommen. Ich trat ihn noch einmal und erhob mich keuchend und unter starken Schmerzen. Statt auf ihn loszugehen hielt ich mir zischend meine Rippe, die vermutlich geprellt war.
Das hier war der Kampf, der alles entscheiden sollte. Ich kämpfte hier nicht für mich, all das hier geschah nur wegen Taehyung, für Taehyung, damit er nicht mehr länger hier war und niemand mehr der Tyrannei dieses Monsters ausgesetzt sei. Alles geschah für den Willen der Menschheit.
Aber auch er wirkte angeschlagen, seine Atmung war unregelmäßig und er hielt sich schmerzende Stellen, lediglich seine Augen funkelten so mörderisch und hasserfüllt wie zu Beginn. Dieser Kampf würde damit enden, dass einer von uns ins Gras biss, so viel stand fest und ich durfte nicht zulassen, dass ich es war.
Ich atmete noch einmal tief durch und ballte meine Hand zur Faust, doch plötzlich nahm er sich ein Messer zur Faust, welches ich abfällig betrachtete und sofort den Nachteil erkannte. Er kam auf mich zu, versuchte mir dieses in den Oberkörper zu rammen, doch ich konnte es immer wieder abwehren oder ausweichen.
Trotzdem kam ich nicht drum herum einige Schnitte abzubekommen, die mehr als nur ein wenig schmerzten, ich das alles aber für diesen Moment ausblendete. Dieser Überlebensinstinkt und die Verantwortung für Taehyung waren der Grund, warum ich immer noch auf den Beinen stand und nicht fallen würde.
Egal wie oft er mich traf, egal wie viel ich anstecken musste, ich würde niemals kleinbei geben.
,,Jungkook, bitte pass auf! Lass das nicht zu... er tötet dich", kam es auf einmal weinerisch von Taehyung, dessen Sorge ihm fast schon ins Gesicht geschrieben stand. Ich weitete meine Augen, packte Minsik's Handgelenk und versank meine Ellenbogen so fest es mir möglich war in seiner Magengrube, weshalb er keuchend einige Schritte zurückschwankte.
Schreiend rannte er auf mich zu, versuchte das Messer in meinen Oberkörper zu rammen und ich konnte nichts anderes tun, als sein Handgelenk zu packen und das Messer somit von meinem Oberkörper fernhalten.
Die Wand hinter mir beruhigte mich, ich hatte keine Möglichkeit zur Flucht, ich war komplett in die Enge getrieben und meine Arme waren übersät mit Schnittwunden, weshalb ich nicht die nötige Kraft aufbringen konnte, um ihn komplett aufzuhalten. Wenn auch langsam kam mir das Messer immer näher, ich verspürte vereinzelte Schweißperlen mein Gesicht herunter rennen.
Mein Herz pochte und ich bekam das Gefühl, alles nur in Zeitlupe zu erleben. Die Spitze der Klinge, sein krankhafter Gesichtsausdruck und mein Zittern, sowie die Schmerzen. All das waren Dinge, die sich enorm auf mich auswirkten und die Klinge begann bereits, sich langsam in meinen Körper zu bohren.
,,Verdammt!", stieß ich schmerzhaft aus, während seine krankhafte Lache den Raum erfüllte.
Doch urplötzlich hörte ich einen ohrenbetäubenden Knall, der mir meine Sinne für einen Moment lang nahm.
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