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Taehyung

Mein Herz, es brannte. Es stand unter den lodernden, hellbrennenden Flammen des Schmerzes. Unzählige Tränen rannten über meine Wangen als der Sarg auf seine Position gebracht wurde. Immer wieder gingen mir dieselben sinnfreien Fragen durch den Kopf. Warum? Wieso? Wieso hab ich es nicht verhindert?
Der Pfarrer begann zu sprechen als wir alle uns erhoben.
,, Liebe Verwandte, liebe Freunde und Bekannte, des hier verstorbenen Jeon Jungkook. Wir haben uns hier versammelt um einen geliebten Menschen zu verabschieden. Einen Menschen der ruhig war und uns steht's mit seiner Anwesenheit glücklich gemacht hat. Wir geben ihn in eine bessere Welt, in welcher sich seine Seele ausbreiten wird und auf euch warten wird. Es ist keine traurige Zeit, keineswegs. Lasst es uns als Anfang sehen. Als Anfang von etwas neuem. Ich bin mir sicher, dass Jungkook sich gewünscht hätte, dass alle, die hier Anwesenden, weiterleben sollen. Ein erfülltes Leben leben sollen. Aber lasst uns vorerst eine Minute schweigen, Gedenken und unsere Wünsche für das neue Leben des Verstorbenen gen Himmel schicken.", damit beendete er vorerst seine Predigt.

Eigentlich versuchte ich meine Tränen zurückzuhalten, aber sie fallen immer und immer wieder auf die Wiese unter meinen Füßen. Das Gras ist noch grün und gibt mir ein wenig Hoffnung.

,, Ich hoffe es geht dir gut, da wo du jetzt bist. Ich brauche dich so sehr.", flüsterte ich und sah hoch in den Himmel. Ganz leicht bewegte der Wind daraufhin die Blätter und umspielte meine Nase. Er hat mich also gehört. Ich lächelte schwach.

Wir erhoben uns nochmal und standen eine Minute schweigend da.
,,Ich bitte Sie nun eine Rose niederzulegen und ein wenig Sand beizustreuen." ,nacheinander taten wir es. Meine Hände zitterten stark und die Tränen ließen meine Sicht verschwimmen.
Eine Hand legte sich auf meine Schulter.
,, Taehyung.. du musst das nicht tun!",  flüsterte Namjoon mir zu. Er musste gesehen haben wie es mir ging. ,, Doch! Natürlich muss ich! Er hatte es sich sehr gewünscht, außerdem ist es das letzte mal das ich ihm nahe sein kann und ihm meine Ehre erweisen kann, wenn ich ihn schon nicht retten konnte.", ich sah weg. ,, Gib dir nicht mehr die Schuld an seinem Tod. Du hast get was du konntest!", ich schüttelte jedoch nur den Kopf und schritt vor, ließ damit seine Hand von meiner Schulter rutschen.

Ich griff mir eine weiße Rose mit einem kleinen Zusatz von Blättern und griff in den Sand. Beides warf ich auf seinen Sarg der mittlerweile etwas abgesenkt worden war. Nach mir taten es Namjoon, Yoongi und Jimin. Die anderen waren vor mir dran gewesen.
Ich wusste genau, was mich jetzt erwarten würde. Die Grabrede. Es war schon etwas sarkastisch. Immer wieder hielt man Reden, jedoch zeigt man bei Grabreden immer nur Gutes über den Verstorbenen, mehr gab es ja über Kookie nicht zu sagen, und doch endet man innerlich zusammengezogen und äußerlich unter Tränen.

,, Kommen wir nun zu den Abschiedsworten der hier Anwesenden. Ich bitte Sie vorzukommen, ihre Gefühle mit uns zuteilen und dann eine Schweigeminute einzulegen, bevor der nächste uns seine Wünsche und Erinnerungen offenbart.", er setzte sich neben das kleine Pult und sah durch die kleine Anzahl Personen. Ich erhob mich. ,, Ich würde gerne anfangen.", er nickte mir zu und ich schritt mit wackligen Beinen nach vorne.

Den Brief legte ich offen auf die kleine Ablage, atmete tief durch und begann zu reden.

,, Liebe Verwandte, Bekannte und Freunde von Jeon Jungkook, mein Patient war ein liebenswürdiger, friedlicher Junge. Ein Junge der gebrochen war und doch sooft gelacht hat, mir Witze erzählt hat, wann immer er bei mir war. Er war anders als soviele der unterschiedlichen Patienten vor ihm. Alle sind besonders, doch er war noch einmal komplett anders. Immer, wenn er traurig war, sang er mir vor. Immer, wenn ich traurig war kuschelte er mich und wir sahen uns eine lustige Serie an.
Seine Vergangenheit hat ihn definiert und leider doch eingeholt. Wäre mir mehr Zeit geblieben, hätte ich ihn geheilt. Niemand außer mir hätte es geschafft, doch auch ich habe ihm am Ende, nicht ganz aus dem schwarzen Kreislauf holen können. Ich hoffe nur, dass es dir gut geht, da wo du jetzt bist. Du trägst mein Herz mit dir in jedem Atemzug. Deine Worte sind mir unter die Haut gegangen.
Deine Tränen waren Perlen aus Eis. Trafen sie meine Haut ließen sie diese gefrieren und dein Lachen ließ mich unglaubliche Wärme fühlen.
Ich weiß gar nicht, wann ich sowas schon mal gespürt habe." , Tränen tropfen auf das Blatt und ließen manche Buchstaben und Wörter undeutlich werden. ,, Ich will nur das du weißt, du bist nicht allein! Hier unten wirst du vermisst und ich werde an dich denken! Mit jedem Schritt den ich gehe. Deinen Namen werde ich in Ehren tragen.
Ich werde deine Bitten an mich, einhalten! Ich werde dich stolz machen und das Leben leben, welches für uns beide bestimmt war! Versprochen! Wir werden uns wieder sehen.
Wissen Sie, Jungkook war meine erste große Liebe und ich werde niemals vergessen können wie er den ersten Tag schüchtern in mein Büro kam. Er spielte mit der kleinen Figur auf meinem Tisch und bis heute war es seine Lieblingsfigur.", ich kramte eine kleine Wackelkopf-Iron Man Figur aus meiner Jackentasche. ,, Das war sein Lieblingssuperheld! Er spielte damit in der Hand, wir redeten über seinen Helden und so lernten wir uns das erste mal kennen. Schnell, fasste er Vertrauen in mich und erzählte mir all seine Geheimnisse, seine Wünsche und Hoffnungen. Bald auch seine Vergangenheit. Ich versprach mich um ihn zu kümmern und tat es jeden Tag. Ich wusste es war verboten, doch wahrer Liebe steht nichts im Weg. Ich wünschte ich hätte es ihm erzählt. Es hätte alles vereinfacht und er würde noch leben.
Aber bevor ich weiter in Verzweiflung versinke, wünsche ich alles gute dir, mein geliebter Jeon Jungkook, möge Gott über dich wachen, solange ich hier unten meine Zeit verbüße. Jede Sekunde wird die deine sein!", damit blieb ich eine Minute stehen und schwieg. Tränen brannten Narben in meine Wangen. Herschlag der zu explodieren drohte.
,, Komm Taehyung.", Namjoon nahm mich sanft am Handgelenk und setzte sich neben mich und ich lehnte an seiner Seite, erschöpft und einfach kraftlos.

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