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▫▪Kapitel 35▪▫

TAEHYUNG

"Das kann ich dir nicht beantworten, aber deinen Lauten zu urteilen, hatte es dir wohl gefallen", erwiderte ich gelassen und zuckte mit den Schultern. Natürlich war mir bestens bewusst, dass sein Stolz gekränkt war, denn nach wie vor verabscheute er mich und meine Natur. Ich wusste, es ärgerte ihn, dass er diese Runde gegen mich verloren hatte und mein selbstgefälliges Grinsen brachte seine Wut fast zum Kochen.

Seine Hand ballte sich nur Faust und seine Augen funkelten böse, "Bist du so von dir überzeugt oder warum glaubst du das?"
Jungkook hasste es, mir recht geben zu müssen, doch das hier war eine Diskussion, die er nur verlieren konnte, denn egal was er im Nachhinein darüber zu sagen hatte, war mir egal.

"Bist du so stolz oder warum kommst du nicht damit zurecht, dass du Sex mit mir hattest?", stellte ich die Gegenfrage und hob skeptisch meine linke Augenbraue nach oben, während ich meine Arme ineinander verschränkte. Er hätte auch einfach abstreiten können, dass es ihm gefiel, doch das tat er nicht. Stattdessen stellte er Fragen, die meine Vermutung zur Bestätigung machten.

"Hatte ich denn eine andere Wahl?", blaffte er und rollte genervt mit den Augen, während er sich gegen das Sofa lehnte und nun nicht mehr ziellos durch mein Haus wanderte. "Man hat immer eine andere Wahl, Jungkook. Aber du hast den Sex jeder anderen Wahl vorgezogen, also mach mich nicht für deine Entscheidungen verantwortlich. Ich habe dir die Möglichkeiten gegeben, ausgewählt hast nur du alleine sie."

Seine Muskeln waren angespannt und ich sah, dass er sich zurückhielt, denn er wirkte, als würde er gleich jeden Augenblick auf mich losgehen. Doch wir wussten beide, wohin das führen würde, denn das war ebenso ein Spiel, das er nicht gewinnen konnte. Ich hatte ihn in der Hand und er war sich dessen bewusst, aber es machte ihn zornig.

Es war wie als würde man den Entführer seines Sohnes finden. Man hasste ihn, doch konnte ihn nicht umbringen, weil nur er wusste, wo dein Sohn war.

"Sei leise, Taehyung", zischte er und schnaufte lautstark. Ich seufzte amüsiert und musterte ihn von oben bis unten. Er hatte den Blick abgewandt und dieser suchte nun verzweifelt einen Punkt, den er fixieren konnte, damit er mir nicht länger in die Augen starren musste. Aber aus irgendeinem Grund wollte ich das Spiel noch ein wenig länger spielen, weshalb ich grinste und kurz darauf wieder meinen Mund öffnete.

"Wir können das Ganze auch gerne wiederholen", schlug ich ihm vor und schon hatte er wieder mich im Visier. "Du bist doch krank, völlig wahnsinnig. Das ist sexuelle Belästigung", erwiderte er und ich begann zu lachen. Es sollte vermutlich nicht mal ein Witz sein, doch ich fand ihn trotzdem lustig. So hatte mich schon lange keiner mehr genannt, aber Jungkook war immer offen für Ünerraschungen.

"Das wäre es, wenn ich dich gezwungen hätte, aber du hast freiwillig mitgemacht. Du lagst auf meinem Schreibtisch und hast gestöhnt, während ich dich gefickt habe", machte ich ihm klar und dachte ein paar Stunden zurück.
Natürlich war er zunächst empört über meinen Vorschlag gewesen, doch er hatte mir sein Hinterteil doch quasi zur Verfügung gestellt.

Und ich hatte bekommen, was ich wollte.

Doch scheinbar gefiel ihm meine Aussage nicht besonders, denn er stieß sich von dem Sofa ab und marschierte wütend auf mich zu. Kurz vor mir hielt er inne und warf mir einen seiner giftigsten Blicke zu, lange blickten wir uns in die Augen und ich erkannte sämtliche Formen von Zorn in seinen Augen. Ich hatte ihn schon oft genervt erlebt, aber er war wütend wie noch nie. Ob sich die Wut gegen mich oder ihn richtete, war mir dabei aber ungewiss, aber das spielte auch keine Rolle.

"Jetzt hör mir mal zu, Taehyung. Ich hasse dich und daran wird sich nichts ändern. Es ist nur, dass du im Gegensatz zu den Pennern da draußen die bessere Wahl bist, aber das überdenke ich auch noch mal. Bilde dir nichts ein, du arrogantes Arschloch", keifte er und ich war tatsächlich überrascht über seine schroffe Wortwahl und dass er mir gegenüber so direkt war.

Ich seufzte einmal und die Stille begann langsam den Raum einzumehmen, während ich mir die nächste Antwort überlegte und ob ich dieses Spiel noch weiter auf die Spitze treiben sollte. Vermutlich war es besser, es hierbei zu belassen, sonst würde ich niemals an ihn rankommen und ich war schließlich auch kein Arschloch.

"Sag was du willst, du kannst es nicht ändern. Sei wütend, aber Vergangenheit ist und bleibt eben Vergangenheit", war das einzige, das ich noch dazu sagte, ehe ich kehrt machte und mich von ihm abwand. Ich wollte den Raum verlassen und ihn in Ruhe lassen, denn ich hatte auch weder Lust noch Kraft weiter zu streiten. Ich wusste nicht, wie es mit ihm war, doch mir reichte es für heute.

Als ich gerade den Raum verlassen wollte, hörte ich ein merkwürdiges Scheppern und warf direkt einen Blick über meine Schultern. Was ich als nächstes erblickte war Jungkook, und ein Bild, das vor ihm auf dem Boden lag. Meine Miene verfinsterte sich und ich marschierte fast schon stampfend auf ihn zu, während er Abstand zu dem Bilderrahmen hielt. Ich bückte mich und nahm besagten Gegenstand in die Hand und als ich das Bild darin erkennen konnte, kochte nun auch die Wut in mir.

Dieser kleine Straßenjunge hatte es tatsächlich gewagt, meinen Eigentum kaputt zu machen. Und ganz oben drauf noch eines der wenigen Dinge, die für mich persönlich eine Bedeutung hatten.

Ich stellte das Bild wieder auf seinen Platz und ging ohne ein Wort zu sagen auf Jungkook zu. Was als nächstes passierte, geschah mehr aus Reflex als aus purem Willen, denn meine Handfläche landete unsanft auf seiner Wange und ein lautes Klatschen ertönte im Raum. Als ich meine Hand entfernte und er mich mit geweiteten Augen inspizierte, erkannte ich erst, was ich getan hatte, doch da war es zu spät.

"Ich hasse dich!", rief er laut und stieß mich wütend aus dem Weg, bevor er davon rannte. Ich hörte nur noch, wie er das Haus verließ und die Tür lautstark hinter sich zu schlug, bevor ich meine eigene Hand irritiert musterte. Hatte ich ihn gerade wirklich geschlagen?

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