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▫▪Kapitel 40▪▫

JUNGKOOK

Augenrollend verließ ich das riesige Haus von Taehyung und mein Blick begann draußen angekommen dem Verlauf der Straße zu folgen. Ich biss mir leicht auf die Unterlippe, meine Hand hingegen verschwand in meiner Hosentasche, als eine weitere Person in mein Sichtfeld geriet. Langsam ging ich auf sie zu und es wirkte, als würde sie mich bereits erwarten, aber da ich bereits wusste, um wen es sich handelte, war mir auch klar, weshalb sie hier war.

"Und?", fragte der Kerl mich und zog abwartend seine Augenbraue nach oben, allerdings schüttelte ich schnaufend meinen Kopf und musterte ihn anschließend einmal von oben bis unten.
"Du musst doch nichts weiter tun, als ein paar Gegenstände zu stehlen', blaffte er dann, doch ich zischte bloß abfällig.

"Dann spazier doch selber in das Haus und klau dir deinen Kram, wenn du willst, dass andere sich um deinen Scheiß kümmern, musst du dich gedulden", giftete ich zurück und wand den Blick wieder ab. Ich konnte es nicht leiden, wenn Menschen mir Befehle geben wollten oder meinten, ich würde nach ihrer Nase tanzen.

"Würde ich, wenn es nicht komisch wäre, dass ein anderer Mann in sein Haus spaziert", gab er zurück und ich schmunzelte etwas.
Ich verstand um ehrlich zu sein nicht, weshalb ich überhaupt Taehyung bestehlen sollte, dazu kam, dass er sogar erwähnt hatte, dass diese Dinge nicht mal von hohem Wert sein mussten.

"Scheint, als wärst du auf meine Hilfe angewiesen", stellte ich somit fest und ein Grinsen schlich sich auf meine Lippen, er hingegen verzog seine Miene nicht ein Stück und ich wusste, dass er sich auf dieses Spielchen nicht einlassen würde. Er war nicht wie Taehyung, dieser Mann strahlte etwas ganz anderes aus, aber vielleicht lag das auch nur daran, dass ich zu ihm keinerlei Verbindung hatte.

Meine Hand legte ich an meine Hüfte und tippte mit den Fingern immer mal wieder auf ihr herum, als ich ihm wieder in die Augen schaute.
"Ich hatte noch keine Gelegenheit etwas zu stehlen", erklärte ich ihm dann und es schien, als wäre er von meiner Aussage nicht so ganz überzeugt. Kein Wunder, sie war ja auch gelogen.

Ich hatte die Gelegenheit, als Taehyung betrunken in seinem Bett lag, ich hätte dazu lediglich seine Hand von mir entfernen müssen. Nur wusste ich nach wie vor nicht, was mich daran gehindert hatte, aber das musste dieser Kerl auch nicht wissen.

"Nachts, wenn Taehyung schläft, ergibt sich sicherlich eine gute Möglichkeit", erwiderte er und grinste, als würde er so versuchen, mir alle meine möglichen Ausreden zu nehmen. Es klang beinahe so, als hätte er mich bereits ertappt, aber ich konnte seinem Gesicht keinerlei Gedanken herauslesen.

"Bestimmt", murmelte ich als Antwort und seufzte, ehe mir da wieder etwas anderes in den Sinn kam, das ich eigentlich schon beim letzten Mal gerne gewusst hätte.
"Warum soll ich Taehyung überhaupt für dich bestehlen? Wie stehst du zu ihm?", fragte ich ihn und ich bemerkte für nur den kleinen Bruchteil einer Sekunde, dass er überrascht auf meine Frage wirkte.

Seine Hand ballte sich zur Faust und mein Mund blieb einen Spalt breit offen, er schien für einen Moment zu überlegen. "Es ist etwas Geschäftliches, Taehyung steht, wie du sicherlich bereits weißt, sehr weit oben", erklärte er sich und ich konnte nicht anders, als abrupt aufzulachen.

"Und dann beklaust du ihn, weil du dir nicht anders zu helfen weißt? Ich hatte ja mit vielem gerechnet, aber das ist wirklich lachhaft", höhnte ich und er zischte. Ich wusste gut, dass man auf regulärem Weg nicht immer in das gewünschte Ziel gelangen konnte, doch hierbei ging es nicht ums Überleben, sondern einfach nur um einen Machtposten und Geld. Als hätten diese Kerle davon nicht schon genug.

"Ich will ihn am Boden sehen, das alles steht ihm nicht zu", fuhr er dann fort und interessiert lauschte ich dem, was er mir zu sagen hatte. Er schien Taehyung ebenso zu verabscheuen, da hatten wir beide offenbar etwas gemeinsam, nur dass wir komplett verschiedene Gründe hatten. Aber letzten Endes sollte es mir egal sein.

"Ja, ich verstehe schon", gab ich leicht genervt von mir und rollte erneut mit den Augen. Ich konnte es nicht genau beschreiben, aber die Anwesenheit dieses Typen nervte mich und ich wusste, dass ich nicht ewig Zeit hatte, weshalb ich hoffte, das Gespräch so schnell wie möglich beenden zu können.

"Ich werde wieder auftauchen", sagte er dann und drehte mir den Rücken zu, langsam nickte ich mit dem Kopf und starrte ihm hinterher, bis er aus meinem Sichtfeld verschwunden war. Schulterzuckend machte ich mich auf den Rückweg und bemerkte dann ein Auto, das da noch nicht parkte, als ich das Haus verlassen hatte.

An der Tür erkannte ich einen Mann, der sich gerade mit Taehyung unterhielt und ihm zwei Kartons überreichte, weshalb ich einen Zahn zulegte. Und noch bevor Taehyung die Türe wieder schließen konnte, betrat ich sein Haus und bekam einen konfusen Blick von ihm zugeworfen. "Schon wieder da?", fragte er und ich nickte bloß.

"Na ja, egal. Du kommst pünktlich zum Essen", sagte er dann und verschwand in der Küche, woraufhin ich ihm folgte und mich mit ihm an den Tisch setzte. Der Geruch der Pizza stieg mir in die Nase und ich spürte meinen hungrigen Bauch mehr denn je. Sogar ein Grinsen schlich sich auf meine Lippen, aber ansonsten verlief das Essen ruhig.

"Was hast du da gekauft?", fragte ich und verzog mein Gesicht leicht. Ich wusste, dass Taehyung merkwürdig war, aber als er mir sagte, dass ich gerade eine Ananas-Pizza vor mir hatte, war ich der festen Überzeugung, dass der Kerl ein Psychopath war. Aber ich wollte mich nicht beschweren, ich dachte mir den Rest lieber.

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