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5. Eintrag

Die Schule war ganz okay. Die Leute waren nett, vor allem Jimin war sehr fürsorglich und nahm mich auf, wie einen verlorenen Sohn.
Er, Hoseok, Namjoon, Jin und Yoongi waren unheimlich nette Menschen - auch wenn Hoseok echt aufgedreht war, Namjoon alles zerstörte, was er in die Finger kriegte, Jin eine Mutter war und Yoongi müde und manchmal gereizt.

Ich mochte die fünf wirklich sehr.

Jimin war mit mir in einer Klasse, weswegen ich eigentlich niemals ohne Gesellschaft war. Der Junge war wirklich anhänglich und extrem nett.

Allerdings gab es dreimal die Woche eine Doppellektion, in der ich ohne die Labertasche auskommen musste. Ich hatte das Freifach Musik gewählt, Jimin waren das zu viele Stunden gewesen, lieber lag er da zuhause rum und sang, als in der Schule zu hocken und dasselbe zu tun.

Ich fand das ganz schön, denn ich liebte es, zu singen und wenn Jimin mit dabei wäre in dieser Klasse, dann hätte er mich zu sehr abgelenkt. Mein Lehrer hatte mir bereits angeboten, in den Chor zu gehen, aber ich wollte nicht. Ich wusste nicht einmal weshalb, aber ich wollte wirklich nicht. Mir war es schon völlig genug, wenn ich im Freifach so viel singen durfte, bis ich heiser war.

Munter eilte ich den langen Flur hinunter, zum Musikzimmer. Es lag beinahe am Ende des schier endlosen Ganges und ich musste mich beeilen, rechtzeitig dort zu sein. Gerade noch schlüpfte ich zur Tür hinein, als es auch schon klingelte und ich lehnte mich geschafft an die Wand, bevor ich meinen Rucksack zu Boden plumpsen liess und meine Mappe daraus hervorkramte. 

Mein Lehrer, ein gewisser Herr Choi lief auf mich zu und lächelte mir zu. "Hallo Jungkook", begrüsste der Mann mittleren Alters mich und ich verbeugte mich höflich vor ihm, mit der Mappe in meiner Hand. "Hast du ein Lied gefunden?", fragte er mich dann und nickte. Er hatte mir aufgetragen, für meine Einzelstunde ein englisches Lied zu suchen, was ich auch getan hatte. Der Lehrer war der Meinung, wenn ich schon nicht den Chor besuchen wollte, so musste er mich dennoch fördern und darum hatte ich einmal die Woche eine Einzelstunde.

Zaghaft hielt ich ihm den Text hin und nachdem Herr Choi sich die Zeilen durchgelesen hatte, lächelte er breit. "Perfekt", beschloss er und ich lächelte erleichtert. 

Erst sang ich mich ein, bis ich das Lied einmal durch sang. "Da steckt zu wenig Gefühl drin", beschloss Herr Choi am Ende und ich schenkte ihm einen entrüsteten Blick. Als ob das zu wenig Gefühl war, ich hatte immerhin alles gegeben!

Doch mein Lehrer war anderer Meinung. Er zeigte mir Passagen und Stellen und erklärte mir, wie ich es am besten sang und nachdem die fünfzig Minuten um waren, war ich erschöpft, obwohl ich nichts angestrengt hatte, bis auf meine Stimme. 

Ich schulterte meinen Rucksack, verabschiedete mich von Herr Choi und verliess das Zimmer, als ich wenig vor mir eine grosse, breitschultrige Person ausmachen konnte, die zügig den Flur entlang lief.

Verwirrt musterte ich sie. Sie war nicht weit von mir weg, das hiess, sie kam aus den letzten Zimmern. Allerdings war ich immer der einzige, der in der letzten Stunde hier Unterricht hatte...

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