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🔥37🔥

Jungkook

"Machst du mir etwas Crysthal Meth?"

Ich werfe Jiyong Hyung einen Blick zu in einer Mischung aus Irriation und Entsetzen. Seunghyun jedoch seufzt tief und sieht den Blonden nur kurz von der Seite an, eine Augenbraue hochgezogen und sonst vollkommen emotionslos. "Ji, wie oft noch? N e i n."

Jiyong schürzt die Lippen und verdreht die Augen, während er ein leises "Spiesser", murmelt. Ich ziehe die Augenbrauen zusammen, doch mit dieser kurzen Konversation scheint das Thema auch schon wieder vom Tisch zu sein und so wende ich meine Aufmerksamkeit wieder den Geräten zu, die Seunghyun auf dem grossen Tisch des Labors stehen hat.

Gerade mal die vordersten Lampen in dem riesigen Raum sind angeschaltet und draussen zeigt sich die tiefste Nacht. Wie sind wir eigentlich dazu gekommen, mitten in der Nacht in das Labor der Universität zu gehen, in der Seunghyun Bibliothekar ist?

Ah ja, genau, Gegenmittel für die Medikamente, die meinen Hyungs höchstwahrscheinlich verabreicht werden.

Seunghyun wollte so schnell wie möglich damit anfangen, ein Gegenmittel herzustellen und darum sind wir auch schon jetzt hier. Im Labor sind wir auch nur, weil er hier die nötigen Geräte hat, um zu arbeiten und nun stehen wir zu dritt hier und sehen dem Ältesten bei der Arbeit zu.

Er hat irgendeine Flüssigkeit, die er mitgebracht hat, bereits etwas erhitzt und macht nun Sachen, die ich nicht so ganz verstehe. Aber solange es wirkt, will ich nicht darüber nachdenken, was er dazu alles macht. Einige Minuten verstreichen, in denen Jiyong und ich Seunghyun bloss schweigend bei seiner Arbeit zusehen, bis der Blonde neben mir plötzlich das Wort ergreift.

"Wer hat Jin gesagt, ist nach dir abgehauen?", will er mit ruhiger Stimme wissen. Ich sehe ihn kurz von der Seite an und erwidere ein leises "Hobi Hyung." was er mit einem Nicken abtut. "Welche Position hat er? Wissen?"

Nun schüttle ich den Kopf. "Hobi Hyung ist der Schutzengel", erkläre ich ihm, "Heilung und sowas..."

Wieder nickt der Ältere und fährt sich dann durch die Haare, bevor er leise murmelt: "Lass uns das festhalten: Ein Telekinist, der Phönix, das Wissen, der Heiler... die Schatten und die Schneeflocke..." Einige Sekunden vergehen, doch dann lacht er plötzlich rau auf. Verwirrt sehe ich ihn an. "Was ist los, Hyung?", frage ich leise, woraufhin er meinen Blick erwidert. Seine Bernsteinfarbenen Augen wirken kalt wie Eis, als er leise meint: "Ihr habt es all die Jahre lang nicht begriffen, oder? Ihr seid eine verdammte Kriegseinheit."

Ich weite die Augen und lehne mich etwas zurück. Eine Kriegseinheit? Hat er mich und meine Hyungs gerade als eine Kriegseinheit bezeichnet? Ich glaube, er hat da etwas falsch verstanden. Niemals würden wir eine Kriegseinheit darstellen, wir sind nicht dazu gemacht, um zu kämpfen. "Was?", hake ich deshalb skeptisch nach, als Seunghyun sich gleich darauf einschaltet mit einem abwesend: "Er hat Recht."

Jiyong schnaubt. "Natürlich hab ich Recht!", insistiert er, "Jungkook, ihr seid eine Militäreinheit. Ihr seid zusammen alles, was man als Armee braucht. Überleg' doch mal; Wir haben die Damage Dealer, Buffer, Heiler, den Tank und einen Spion - das ist alles, was es braucht."

Was er sagt, verwirrt mich nur noch mehr und das scheint er auch meiner Miene anzusehen, als er tief seufzt und sich die Nasenwurzel reibt. "Spatz", sagt er ernst, "Lass es mich dir erklären. Der Schatten ist euer Spion. Er kommt überall, ohne Einschränkungen, ungesehen rein und genauso ungesehen wieder raus. Er ist derjenige, der euch die Informationen zuspielt, die ihr braucht, um zu gewinnen. Dann der Buffer; Mithilfe von anderen kann er dir ziemlich gefährlich werden, denn er ist der, der in weniger als dreissig Sekunden weiss, wie er dich auf 50 verschiedene Arten töten kann. In eurem Fall wird der Buffer durch das Wissen verkörpert, denn wer weiss das Besser, als dieses Experiment? Der Heiler, dieser Hobi also, ist sicherlich selbsterklärend", erklärt er ruhig. Ich höre ihm still dabei zu und mit jedem Wort, das seinen Mund verlässt, werden meine Augen grösser und grösser, sodass ich ihn gegen Ende verdattert anstarre.

Was er sagt, ergibt sogar mehr Sinn, als mir lieb ist.

"Was ist mit den anderen?", will ich wissen, "Du sagtest Tank und Damage Dealer?"

Jiyong nickt und schenkt mir ein gehässiges Lachen. "Der Tank... Das ist wohl die Schneeflocke. Stell dir einen Tank vor, wie ein Bluffer. Der Gegner denkt, der Tank ist ein Damage Dealer und hat ein richtig gutes Blatt, aber das ist eine Lüge. Der Tank ist der, der die grosse Klappe hat, aber dahinter steckt rein gar nichts. Was er kann mag eindrucksvoll aussehen, aber im Grunde ist es vollkommen nutzlos. Er provoziert das gegnerische Feld, lenkt ihre Aufmerksamkeit auf sich, sodass sie erst auf ihn losgehen, um ihn schnell loszuwerden - immerhin denken sie ja, er ist ein Damage Dealer - aber den Tank kriegt man nicht so schnell platt und während man damit beschäftigt ist, dem aufs Maul zu geben, erledigen die wahren Damage Dealer die Gegner. Ziemlich hinterlistig, findest du nicht auch?"

Ich antworte nicht auf seine Frage, sondern widerspreche vielmehr dem, was er gerade gesagt hat. "Taehyung hat keine grosse Klappe, ohne, dass etwas dahinter steckt!", verteidige ich den Älteren, doch Jiyong schnaubt nur abfällig und hebt eine Augenbraue. "Die Schneeflocke ist jetzt aber mal ganz unten in der Nahrungskette, ich bitte dich, Spatz", beharrt er abschätzig, "Weisst du, wieso er die Waffe dabei hatte? Weil er sonst gar nichts gegen uns ausrichten kann. Noch tiefer unten wäre wohl nur der Engel oder das Wissen - obwohl das Wissen auch recht gefährlich sein kann - aber die Schneeflocke?" Er schnalzt mit der Zunge und selbst wenn ich es nicht so recht einsehen will, muss ich ihm insgeheim Recht geben. Von allen, die mir bis jetzt begegnet sind, war Taehyung der Einzige, mit der Waffe. Er hat seine Kräfte nicht eingesetzt, um mir zu schaden, nein, er hat den Lauf einer Pistole auf mich gerichtet.

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