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🔥41🔥

Jungkook

"Ich habe nie versucht, dir weh zu tun!", antworte ich auf Hoseok Hyungs Worte und fahre mir aufgewühlt durch die Haare. Die Kälte, in der wir hier immer noch stehen, ist wie vergessen, ich nehme sie kaum mehr wahr und bemerke sie nur, wenn mein Atem kleine, weisse Wolken bildet, im Schein der Strassenlaterne. "Wieso sollte ich sowas wollen?", fahre ich leiser fort und schlucke leer, "Ich weiss nicht, wovon du redest..."

"Hört auf zu diskutieren", unterbricht Jiyong Hyung unser Gespräch dann und stellt sich neben mich, "Die Strasse ist nicht der richtige Ort dafür. Packen wir ihn ein." Er wirft Hoseok Hyung ein undurchsichtiges Lächeln zu. "Hey, kleine Heulsuse. Komm erstmal mit, dann bekommst du Antwort auf alles, was du wissen willst."

Aber Hoseok zeigt sich nicht wirklich kooperativ auf diese Worte hin. Er zuckt vor Jiyong zurück und sieht ihn aus grossen, Tränennassen Augen an. "Ich habe es gespürt, gerade eben! Ihr habt es versucht, ich konnte es genau fühlen!" Verwirrt starre ich ihn an, denn ich habe keine Ahnung, was genau er meint. Wir haben nichts getan, ausser mit ihm zu sprechen. "Bist du Schuld, dass Jungkook uns alle verraten und hintergangen hat?", fragt er leise an Jiyong gerichtet, "Du bist genauso böse."

"Hyung, ich habe euch nicht verraten und hintergangen", erwidere ich leise. "Doch, das hast du! Warum greifst du mich an, nur weil ich zu dir komme?!"

"D-das war ich nicht!", widerspreche ich überfordert und starre ihn aus grossen Augen an. "Doch, das warst du!" insistiert der Ältere mit einem kleinen Schluchzen danach, bevor er seine Arme um seinen zierlichen Körper schlingt und seine Oberarme reibt, vermutlich, damit ihm wärmer wird, denn nur weil ich die Kälte gerade ignoriere, bedeutet das nicht, dass sie nicht da ist.

"Das war ich", höre ich Jiyong sagen, "Jungkook hat nichts gemacht. Die ganze Zeit nicht." Als ich zu ihm hinüberschaue, erwidert er diesen Blick nicht, der Blonde sieht stattdessen zu Seunghyun. Die beiden scheinen still ein paar Worte zu wechseln und ich kann erkennen, wie Seunghyuns Augen sich einen Moment lang etwas weiten, bevor er auf uns zu tritt. "Was, duuuu?!", fragt er fassungslos und ich ziehe irritiert die Augenbrauen zusammen. Was treiben die beiden da?

Nachfragen kann ich nicht, denn der Älteste von uns verpasst Jiyong im nächsten Augenblick völlig überraschend einen Kinnhaken und Jiyong geht einfach zu Boden, als ob der eine Schlag ihn tatsächlich K.O. geschlagen hätte. Was zur Hölle?

"Kommt schnell, ihr beiden, ich weiss, wo wir vor ihm sicher sind!", meint er dann an uns gerichtet, vermutlich allerdings vielmehr an Hobi Hyung, denn ich kaufe ihm das nicht so ganz ab. Seunghyun geht auf Hoseok zu und nimmt ihn sanft am Handgelenk, was letzterer sich erstaunlicherweise auch gefallen lässt. "Folgt mir", verlangt er und setzt sich dann mit Hoseok in Bewegung, der hastig mitstolpert. Ich bleibe allerdings noch stehen und sehe auf Jiyong hinunter, der in der kleinen Schneeschicht liegt und sich nicht regt. "Hyung?", rufe ich Seunghyun verdattert nach, doch ich erhalte keine Antwort, also beschliesse ich, ihnen einfach zu folgen.

Das wird schon einen Grund haben und wenn Jiyong nicht alleine zurecht käme, würde Seunghyun ihn sicherlich nicht alleine lassen. Ich hoffe nur, dass alles hier hat eine gute Erklärung, denn mich würde definitiv interessieren, wieso wir das Auto auf dem Parkplatz der Uni stehen gelassen haben und dafür zu Fuss zurück zur Wohnung gerannt sind. Es hat zwar nur ein paar Minuten gedauert, aber ich fühle mich trotzdem wie ein Eisklotz, als wir vor dem Wohnkomplex zum Stehen kommen und Seunghyun die Tür ins Treppenhaus aufschliesst.

Oben im Apartment der beiden, verfrachtet Seunghyun Hoseok auf die Couch, doch ich wage nicht, ihn noch einmal anzusprechen. Vermutlich wird er mir nur wieder vorwerfen, ich wäre ein Lügner und Verräter, böse und hätte ihnen allen nur etwas vorgemacht. Dabei könnte ich das niemals. Wie stark ist das Mittel, dass Seunghyun entworfen hat, wirklich? Anstatt also wieder mit Hoseok reden zu wollen, begebe ich mich zu meinem Hyung in die Küche, der Wasser aufgesetzt hat und gerade einen Teebeutel in eine Tasche gibt, ehe er ein kleines Fläschchen aus dem Kühlschrank holt und ein bisschen von der dunklen Flüssigkeit darin in die Tasse tröpfeln lässt. "Hyung, was ist mit Jiyong?", will ich wissen.

"Erkläre ich dir gleich", erwidert er ruhig und giesst das heisse Wasser in die Tasse, ehe er mit jener ins Wohnzimmer zurückkehrt. Ich folge ihm hastig, bleibe aber im Türrahmen stehen und verfolge mit, wie der Ältere Hoseok Hyung die Tasse reicht. "Hier, ich hab dir Tee gemacht", meint er mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen. Hoseok nimmt ihm die weisse Tasse mit einem leisen "Danke" ab und trinkt dann vorsichtig ein paar Schlucke daraus.

Mir wird schnell klar, was in dem Fläschchen drin ist, als Hobi die Tasse kaum zur Hälfte leer getrunken hat, jedoch unheimlich müde wirkt. Er kann die Augenlider kaum noch offen halten und schliesslich stellt er die Tasse einfach ab, ehe er sich langsam gegen die Lehne des Sofas sinken lässt und die Augen vollständig schliesst. "Schlafmittel", murmle ich leise und Seunghyun nickt, während er Hoseok in eine bequemere, liegende Position verfrachtet und ihn dann mit einer Decke zudeckt. "Er hat ein Serum bekommen, mit dem man ihn lenken kann", murmelt er anschliessend.

Ich schlucke leer und beisse mir auf die Lippe, während ich den schlafenden Hobi mustere. Was werden wir jetzt mit ihm machen?

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