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ENDE

Es ging alles so schnell. Viel bekam ich nicht mit. Ich wusste nur, dass ich Schmerzen hatte. Ich wurde auf einem Bett herumgerollt und sobald ich mich versah, waren ein paar weiß gekleidete, unbekannte Gestalten um mich herum.

Ich schrie um mein Leben. Der Schmerz fühlte sich nicht richtig an.

Plötzlich fühlte ich eine Hand in meiner.

Ich sah zur Seite und erblickte einen Minz-grünen Kopf. Yoongi...

„Halte durch, Jiyoon!", schrie er und der kurze Moment der Erleichterung und Sicherheit war verschwunden. Ich ergriff Yoongi's Hand und zerquetschte sie. Gleichzeitig ließ ich wieder einen Schmerzensschrei los. So etwas hatte ich noch nie erlebt.

Es fühlte sich an als würde mein Kopf explodieren. Es fühlte sich endlos an und ich hatte jegliches Gefühl von Zeit verloren. Wie lange lag ich schon hier? Mir kam es vor wie Tage...

„Gut so, Jiyoon!", erklang eine andere Stimme, die ich nicht zuordnen konnte. „Machen Sie weiter so!"

„ES... ES GEHT NICHT!", schrie ich zurück, als sich die Schmerzen vervielfachten und ich das Gefühl hatte, dass das alles nicht korrekt war. Es stimmte doch etwas nicht!

„Da ist der Kopf!", schrie Yoongi neben mir. „Mach weiter!"

Ich blickte zu meiner Seite und sah, dass Yoongi breit grinste. Solche Momente waren selten und sehr kostbar.

Der Schmerz holte mich in die Realität zurück.

Auf einmal hörte ich einen Schrei, der nicht von mir kam. Etwas weinte. Sobald ich das hörte, stoppte der Schmerz und mir kullerte auch die eine oder andere Träne runter.

Im nächsten Moment sah ich den Motivator von vorhin. Es war ein Doktor gewesen, der nun ein kleines Kind in seinem Arm hielt.

„Gut gemacht, Jiyoon!", grinste er mich blutverschmiert an. Er ging meine neugeborene Minji waschen und ein paar Krankenschwestern standen noch hier und kümmerten sich um mich.

„Warum bist du hier?", fragte ich schließlich Yoongi. „Wo sind die Anderen?"

„Warum ich hier bin? Jiyoon, das ist doch selbstverständlich. Den Anderen wurde schlecht und schwindelig. Sie sitzen draußen. Jungkook, Hoseok, Taehyung und Namjoon", erklärte er und sprach den letzten Namen mit viel Abscheu aus.

„Yoongi", sagte ich und er schaute mich an. „Danke. Danke, dass du hier geblieben bist."

„Ach...", machte er und grinste.

„Jiyoon!", schrie Namjoon und öffnete die Tür zu meinem Zimmer. Hinter ihm kamen auch die Anderen her. „Wie geht es dir? Alles okay?"

Erst jetzt spielte ich mich mit der Frage wie es mir ging. Mein Körper war lasch und ich würde nicht einmal aufstehen können. Ich schwitzte enorm und über mein Unterleib wollte ich nicht einmal nachdenken.

Anstatt ich zu antworten schenkte ich meinen Gästen das Beste, was ich an einem Lächeln bieten konnte.

Als sich die Tür erneut öffnete, kam eine Krankenschwester mit einem quietschenden Kloß Fleisch herein. Sie grinste und übergab mir das in Tüchern eingewickelte Baby.

„Herzlichen Glückwunsch Ms. Park!", sagte sie mir und ich hielt mein Neugeborenes im Arm. Ich konnte meinen Blick von diesen Augen nicht abwenden. Sobald ich es im Arm hatte, hörte es auf zu weinen. Ich hatte mich verliebt. Wie konnte so eine schöne Gestalt aus meinem Bauch kommen? „Es ist ein Junge!"

Junge?

Ich starrte den Jungen in meinen Armen an.

Die Krankenschwester verließ den Raum, sodass nur noch Yoongi, Namjoon, Jungkook und Hoseok mit seinem Freund hier waren. Alle grinsten mich stolz an und ich konnte schwören, dass Hoseok weinte. Freudentränen, natürlich.

„Das war's wohl mit ‚Minji'", lachte Jungkook und keiner im Raum konnte seine Augen nehmen von dem wunderbaren, kleinen Ding in meinem Arm.

„Oh, nein", sagte ich. Ich hatte so fest mit einem Mädchen gerechnet, dass ich nicht einmal über einen Jungennamen nachgedacht hatte. „Was mache ich jetzt?"

„Was wenn du einfach die Silben vertauscht?", schlug Namjoon vor. „Von Min-Ji zu Ji-Min."

„Jimin? Park Jimin?", fragte ich ungläubig. Der Kleine in meinem Arm lachte und es war beschlossen. „Na, Jimin? Ich dachte, du bist ein Mädchen!"

Ich gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Sofort freute sich Jimin.

Ein paar Tage vergingen, die Jimin und ich noch im Krankenhaus verbringen mussten. Jeden Tag bekamen wir von den selben Personen besuch. Als sich gerade alle in meinem Zimmer befangen, kam eine Krankenschwester herein.

„Hier ist der Vaterschaftstest, Ms. Park!", sagte sie und überreichte mir einen Zettel.

„Vaterschaftstest?", fragte ich und blickte nicht einmal auf das Stück Papier.

„Wir haben einen angefordert", sagte Namjoon. „Wir dachten, dass dir so die Entscheidung leichter fallen würde."

„Entscheidung?"

„Bei wem du bleiben möchtest und mit wem du Jimin aufziehst", erklärte er ruhig.

„Könnt ihr bitte alle den Raum verlassen?", fragte ich und ohne irgendwelche Einwände, taten sie es.

Ich blickte auf Jimin. Ich wollte nur das Beste für ihn. Wollte, dass er wohlbehütet aufwächst. Ganz ohne Streit oder Konflikten. Vollkommen geliebt und beschützt.

Das konnte ich mit keinen von ihnen.

Ich konnte das nicht, wenn ich mich für einen der drei, oder für den ‚richtigen' Vater entschied.

Ich tat, was das einzig richtige war.

Ich zerriss den Zettel.

„Na, Jimin? Bist du bereit für ein Abenteuer? Nur wir zwei?", fragte ich die kleine Grinsebacke in meinem Arm.

Der Kleine grinste weiter und ich stand auf.

„Ms. Park? Sie wollen uns schon verlassen?", fragte eine weibliche Stimme und ich merkte, dass eine Krankenschwester erneut mein Zimmer betrat.

„Ja, aber bitte sagen Sie es nicht den Anderen", bat ich sie.

Sie schien überfordert mit meiner Bitte zu sein. „N-nagut. Haben Sie alles?"

„Ja", sagte ich und blickte mich noch einmal im Raum um. „Vielen Dank!"

Sie erklärte mir noch, dass wenn mir etwas unnormales bei Jimin auffiel, dass ich sofort herkommen sollte, doch ich sagte ihr, dass das nicht möglich wäre.

„Ich werde umziehen", sagte ich ihr, auch wenn ich noch nicht wusste, wohin.

„Okay, dann suchen Sie ein anderes Krankenhaus auf, Ms. Park. Ansonsten, viel Glück! Bye, bye, Jimin!", sagte sie und winkte grinsend Jimin an.

Mit Jimin in meinem Arm verließ ich das Zimmer und blickte kurz zurück, ob mich einer meiner Freunde erblickt hatte. Doch jeder starrte vor sich hin und wartete brav.

Ich drehte mich um und ging. Mir war bewusst, dass ich keinen davon je wieder sehen würde. Es schmerzte, aber es war das Richtige. Ich musste an Jimin's Wohl denken. Das war das Wichtigste.

Auf Wiedersehen, sagte ich in Gedanken und trat aus dem Krankenhaus um ein neues Leben anzufangen.

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