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Kapitel 18

Namjoon sah in meine Richtung. Seine Augen weiteten sich bei meinem Anblick. Das letzte Mal, als er mich gesehen hatte, hatte ich auch noch nicht diese Monster-Kugel an meinem Bauch.

Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Vor mir stand der Typ, der mir seit unserer ersten Begegnung nicht aus dem Kopf ging. Der Typ, wegen dem ich so gelitten hatte. Der Typ, der mit mir Schluss gemacht hatte und der mir das Herz gebrochen hatte.

Vollkommen angewurzelt standen wir da und sahen einander an.

Er musste das selbe denken wie ich; soll ich auf ihn zugehen?

Unsere Mienen verzogen sich nicht, sondern wir starrten ungläubig aufeinander. Wenn ich etwas nicht wollte, dann war es auf Namjoon treffen. Wir waren so lange ein Paar gewesen. Hatten uns geliebt, hatten keine Geheimnisse, hatten die schönste Zeit unseres Lebens. Ich hatte ihm alles geschenkt, mein Herz, meine Liebe.

Aber das war alles weg, als er aus dem Nichts Schluss gemacht hatte.

Er sah auf den Boden und kratzte mit einer Hand seinen Hinterkopf. Das hatte er immer getan, wenn ihm etwas peinlich oder unangenehm war.

Nach all diesen Wochen, kannte ich ihn immer noch.

Jetzt machte ich einen Schritt auf ihn zu, wollte etwas sagen, streckte die Hand aus. Ich spürte heiße Tränen, die mir die Wangen herunterkullerten. Warum war ich nur so glücklich ihn zu sehen? Es war als fiel mir ein Stein vom Herzen. Endlich wieder meinen Namjoon in die Arme schließen zu können...

Doch diese Traum-Seifenblase zerplatzte. Ein blondes Mädchen hing sich überglücklich an seinen Arm. Sie grinste ihn an, doch als sie sah, dass er nicht reagierte, sondern immer noch mich ansah, traf ich ihren Blick. Ich konnte mich nicht daran erinnern, etwas derartig böses je gesehen zu haben. In ihrem Blick konnte ich Abscheu und Ekel erkennen.

"Oppa, wer ist diese... Frau?", fragte sie ihn mit hoher Engelsstimme. Ich war mir sicher, dass sie nicht 'Frau' sagen wollte.

Namjoon reagierte nicht auf sie. Er schüttelte sie vom Arm und tat das selbe, wie ich einen kurzen Moment vorher. Er machte einen Schritt auf mich zu.

"Jiyoon, hast du den Salat?", fragte mich Seokjin und legte seine Hand auf meine Taille. Namjoon blieb abrupt stehen.

"Jiyoon, was ist los?", fragte Seokjin sanft.

Ich reagierte nicht und mein Blick blieb starr auf meiner großen Liebe.

"Oppa!", jammerte die Blondine hinter Namjoon.

"Jiyoon", war das erste, was Namjoon von sich gab. Bei seiner Stimme bekam ich Gänsehaut. Tränen flossen meine Wangen herunter. Ich hatte die ganze Zeit gewusst, dass ich ihn vermisste, aber dass ich so verzweifelt war, war mir nicht bewusst gewesen.

"Namjoon", entkam es meinen Lippen.

Nun bewegten wir uns beide aufeinander zu.

Namjoon's Augen waren ganz rot. Erging es ihm wie mir?

Er nahm mein Gesicht in seine großen Hände. Ich schloss meine Augen; es tat so gut, aber auch so weh.

"Oppa, wer ist sie?!", fragte die Blondine hysterisch.

"Jiyoon, ist das dein Ex?", fragte Seokjin.

Wir beachteten unsere Umgebung nicht, sondern nur uns.

"Namjoon", sagte ich noch einmal. Ich wollte ihn küssen, wollte seine Lippen schmecken, aber etwas hielt mich auf. "Wer ist sie?"

"Wer ich bin?! Ich bin seine Freundin seit verdammt nochmal fast 9 Monaten!", kreischte die Blondine hinter Namjoon.

In meinem Kopf ratterte es.

"Du... du hast mich also verlassen, für sie?!", fragte ich und erneut flossen meine Tränen. "Oder hast du mich mit ihr betrogen?!"

Das konnte doch nicht wahr sein! Ich schüttelte seine Hände ab und wich ein paar Schritte zurück und landete genau in Seokjin's Armen. Es war gut, dass er mich hielt, denn meine Knie gaben nach. Ich wollte das alles nicht glauben! Vor fast 9 Monaten hatte Namjoon mit mir Schluss gemacht und anscheinend hatte er sich sehr schnell davon erholt.

"Und wer ist er, Jiyoon?", fragte Namjoon ruhig.

Ich konnte nichts sagen, sondern nur schluchzen.

"Hat er dir das angetan?!", sagte er und wurde mit jedem Wort lauter. "Bist du schon so erbärmlich geworden mit ihm in die Kiste zu hüpfen?!"

Ich brach auf dem Boden zusammen. Die Leute um uns herum tuschelten schon.

"Hast du sie noch alle?!", schrie Seokjin ihn an. "Siehst du nicht, dass sie schwanger ist? Hast du überhaupt keinen Respekt vor ihr?! Und ja, ich wünschte das Kind wäre von mir, aber da irrst du dich, mein Lieber! Der Vater von dem Kind steht nämlich genau vor mir! Ja, ich meine dich, du Holzkopf!"

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