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[Jungkook]

„Ich w-", fing ich gerade an und wurde dabei auch mit voller Aufmerksamkeit angeschaut, jedoch klingelte es plötzlich, weshalb ich nicht mehr weitersprechen konnte. Außerdem zerstörte das helle Läuten der Glocke einfach den Moment und die Atmosphäre, die ich hier erzeugt hatte.

„Warte kurz hier, ich gehe schnell", sagte der Ältere, stand ohne weiteres einfach auf und ging zur Haustür, ließ mich somit einfach so hier im Kalten stehen. Als er dann wieder kam, wollte ich gleich anfangen zu reden, damit mich auch nichts mehr unterbrechen konnte, aber dicht gefolgt auf ihn ein anderer Mann, blaue Haare, volle Lippen und kreidebleiche Haut.

„Hast du heute Bock auf mich? Ich will doch nur kurz mit dir reden", sagte er, Yoongi, der hier aus dem Nichts einfach in der Küche stand und sich wieder einmal in mein Leben geschlichen hatte. Gerade als ich ablehnen wollte, schaute ich einmal zu Tae, der mich mit einem mahnenden Blick dazu aufforderte, dem beinahe gleichaltrigen dabei zuzuhören, was er zu sagen hatte, also ging ich genervt seufzend mit ihm hoch in mein Zimmer, da es wohl so privat war.

„Mach es aber schnell, ich war gerade in einer Sache, bei der du mich jetzt einfach unterbrochen hast", erzählte ich dem Mann vor mir, der sich einfach an das Ende meines Bettes setzte. Am Liebsten hätte ich ihn sofort rausgeschmissen, da ich so viel Wut in mir spürte, in jeder einzelnen Sekunde, die ich den Blauhaarigen sah. Eine nicht berechtigte Wut, denn er hatte mir nichts getan und es war zwischen uns direkt auch nichts vorgefallen.

Vielleicht Wut, wegen Taehyung? Er hatte Yoongi das Geld gegeben, die schwarze Tasche voll Geld, an einen Mann der genug davon hatte, damit er sich nie wieder mit mir treffen, mich nie wieder kontaktieren oder sehen würde, mir somit die angehende Beziehung ruinierte, etwas, dass ich mir hätte aufbauen können, aber das war es nicht.

Vielleicht Wut, wegen meiner Mutter? Sie war diejenige, die es so sehr störte, dass ich einen Mann mit Nachhause brachte, der beinahe so alt war wie mein baldiger Stiefvater es gewesen wäre, obwohl sie vorgab, damit kein Problem zu haben, während sie sich aber mit Freunden von mir aus Schulzeiten amüsierte, die so alt waren wie ich und sie somit, laut ihr, eigentlich und so gesehen dieselben Fehler machte.

Aber Yoongi war es nicht. Ich hatte keinen Grund wütend auf ihn zu sein, denn er hatte mir nichts getan, schützte sich selbst und damit letztendlich auch mich, indem er einfach das tat, was von ihm verlangt wurde, denn wenn meine Mutter in der Lage dazu war, eine Tasche mit genügend Geld zu füllen, sie Taehyung, einem erwachsenen Mann, in die Hand zu drücken und ihn dazu zu bringen, Yoongi damit zu bestechen, dann war sie sicherlich auch in der Lage dazu noch etwas viel Schlimmeres zu tun, um ihren Willen durchzusetzen, der aber eigentlich gar keinen Sinn ergab.

Die Frau, die eigentlich das Wichtigste in meinem Leben sein sollte, da sie mich neun Monate lang in ihrem eigenen Leib getragen und daraufhin neunzehn weitere Jahre großgezogen hatte, widerte mich nur mehr an und ich wollte eigentlich auch keinerlei Gedanken mehr an sie verschwenden, da es mich einfach nur müde machte, an einen solch perversen Menschen zu denken. Komme was wolle, wenn es nach mir ginge, dann solle sie mit dem Auto die nächste Klippe hinunter in ein Becken voller hungriger Haie fallen.

„Jungkook?", hörte ich die sanfte Stimme von Yoongi erklingen und wurde somit aus den hasserfüllten Gedanken gerissen, die ich über meine Mutter hatte. Einmal schüttelte ich es einfach von mir ab, ehe ich mich dann wieder dem Älteren widmete und ihm voll und ganz zuhörte. „Ich weiß, ich habe einen Fehler gemacht, aber was ich damals zu dir gesagt habe, dass ich mir wirklich eine Zukunft mit dir vorstellen kann, habe ich auch so gemeint. Auch wenn es vielleicht nichts mehr für dich sein mag, will ich es dieses Mal wirklich versuchen, mir mit jemandem etwas aufzubauen und daraus nicht nur irgendeine schnelle Nummer zu machen. Seit je her bekomme ich dich einfach nicht mehr aus meinem Kopf, wenn du mich verstehst."

„Wie es damals aber klang, dachte ich nur du würdest eher eine Beziehung auf der Grundlage führen, dass ich dir Gegenleistung für Materielles gebe", meinte ich und schaute den Mann fragend an. „Zwar wusste ich, dass es vielleicht paar Gefühle geben würde, aber hatte jetzt nicht wirklich erwartet, dass es etwas so emotionales werden sollte."

„Naja, das wäre anfangs auch so gewesen, das war der Plan denn ich konnte mir dich schon nackt unter mir vorstellen, mit der Sekunde, die ich da so vor mir gesehen hatte", erzählte der Ältere und ich erwischte ihn dabei, wie er seinen Blick einmal schweifen ließ. Auch, wenn ich Gefühle für Taehyung hatte und keineswegs etwas mit Yoongi anfangen wollte, konnte ich es nicht leugnen, dass es mich gut fühlen ließ, mal so von einem Mann angeschaut zu werden, der nicht unbedingt der ist, mit dem ich nun schon seit einiger Zeit dramatische Wendungen von links nach rechts und oben nach unten hatte.

Aber ich durfte mich darauf nicht einlassen. Ich wollte es nicht, eigentlich.

„Vielleicht glaubst du mir nicht, also lass es mir dir beweisen! Ich will dir zeigen, dass du in mir mehr findest als in diesem Mann", er schaute zur Tür. „Versuchen wir es, eine Nacht, und du wirst sehen, dass es dir mit mir so viel besser gefallen wird!"

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Die folgenden Kapitel werden... interessant... 🌚

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