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[Jungkook]
„Ja, kein Problem, ich muss sowieso nicht zur Arbeit. Jaaa, Schatz, mach dir keine Sorgen, es ist alles gut und wir kommen hier auch ganz gut zurecht. Ich liebe dich auch, wir sehen uns dann morgen."
Mich einmal streckend, gähnte und setzte mich dann auf, mit einem Anblick, der mir, wieder einmal, den Atem total raubte. Nur in einer schwarzen Shorts stand er dort, vor dem Bett, seine Muskeln leuchteten durch die einstrahlende Sonne beinahe schon.
„Ich dachte schon du wachst nie mehr auf", sagte Taehyung lachend und schmiss sich dann wieder zu mir auf das Bett. Er strahlte bis über beide Ohren, seine Laune war definitiv um einiges besser als heute Nacht. „Deine Mutter hat gerade angerufen und meinte, dass die Züge aufgrund des starken Schneefalls ausfallen. Sie wird wahrscheinlich erst morgen Abend kommen können und somit wird dies wohl ein einfaches Männer-Wochenende. Klasse, oder nicht?"
Weil ich noch zu müde war, im zu verstehen, was er sagte, nickte ich nur und versteckte mich dann unter der Decke, da plötzlich ein Strom aus kalter Luft meine Haut berührte und mich erschaudern ließ.
„Wer macht bei solchen Temperaturen denn auch das Fenster auf?", maulte ich und zog die Beine an meinen Körper heran. „Ach komm, ein wenig frische Luft schadet doch niemandem. Also los, raus aus den Puschen! Sonst wird das Frühstück unten noch kalt", erwiderte der Ältere.
„Frühstück? Was essen wir?", fragte ich sofort und als Tae damit antwortete, dass er Hühnersuppe gemacht hatte, sprang ich sofort aus dem Bett und rannte in Lichtgeschwindigkeit nach unten, um mich dort an meinem Platz zu setzen und kurze Zeit später schon anfangen zu essen als hätte man mich seit Wochen nicht mehr gefüttert.
Nach dem Essen war ich dann auch viel zu voll, um noch irgendwas zu machen, weshalb ich mich im Wohnzimmer, natürlich unter einer Decke, einfach auf das Sofa legte und meine Serie Modern Family weiter schaute. Mehr machte ich auch nicht, seitdem ich fertig war mit der Schule, denn ich hatte weder eine Planung für meine Zukunft, noch hatte ich wirklich Lust etwas zu machen.
„Möchtest du denn den ganzen Tag hier alleine sitzen und deine Serie schauen?", fragte Taehyung, der auch ins Wohnzimmer kam, nachdem er die Küche aufgeräumt hatte. Zu meinem Glück setzte er sich ganz dicht an mich, weshalb ich mich sofort an ihn schmiegen konnte. Das tat ich bereits seitdem wir uns damals kennengelernt hatten und weder er, noch meine Mutter, hatten ein Problem damit. In deren Augen war ich wohl noch ein Kind. Damit konnte ich aber gut leben, denn bisher hatte nie einer mich gefragt, ob ich nicht vielleicht anfangen wollen würde zu studieren oder so.
„Was soll ich sonst machen? Es ist zu kalt um rauszugehen, meine Freunde haben alle keine Zeit und du wirst sicherlich besser beschäftigt sein, als zusammen mit mir den ganzen Tag hier zu gammeln", antwortete ich, aber war fokussiert auf den Fernseher, den ich jetzt noch etwas lauter drehte.
„Darum geht es mir aber. Möchtest du nicht vielleicht doch etwas unternehmen? Wir könnten Gesellschaftsspiele spielen, vielleicht doch draußen irgendwas machen oder ich zeig dir, was ich bei der Arbeit machen würde. Klingt doch eigentlich ganz vielversprechend", schlug der Mann vor, aber ich schüttelte hastig den Kopf und schlang meine Hände fester um seinen muskulösen Arm.
„Du und ich. Wir werden den ganzen Tag hier sitzen und Netflix schauen!", nuschelte ich gegen seine Haut, da ich mit dem Kopf an seiner Schulter lag. Seinerseits vermerkte ich noch ein leises Seufzen, tatsächlich aber lehnte er nicht ab, sodass wir wirklich den ganzen Tag hier auf dem Sofa verbrachten und weitere Folgen meiner Serie schauten, bis irgendwann mein Magen schon lauter war als die Lautsprecher des Fernsehers.
„Soll ich was kochen?", fragte Taehyung mich deswegen, aber ich hatte eine bessere Idee. „Lass uns draußen Hühnchen essen und Soju trinken! Das wollte ich schon immer mal machen, wie in den Dramen!"
„Aber Jungkook, du bist gerade mal neunzehn Jahre alt. Du darfst noch keinen Alkohol trinken und deine Mutter würde mir das sehr übelnehmen, wenn ich es dir trotzdem erlaube", kam von ihm nur. Ich ließ aber nicht locker und schaute ihn solang an und versuchte, wie ein Kind, traurige Augen zu machen, bis Taehyung aufgab und zusagte. So machten wir uns schnell fertig und gingen dann auch zu Fuß los, da keiner von uns fahren können würde. Ich freute mich wirklich sehr, denn obwohl Taehyung bald mein Stiefvater sein würde, fühlte sich der heutige Abend schon an wie ein Date.
Außer uns beiden waren nicht wirklich viele anderen im roten Zelt. Wir stießen an und tranken, aßen dabei scharfes Hühnchen, was uns auch warmhielt. Ich lächelte. Taehyung lächelte ebenfalls.
Diese Zweisamkeit würde ich immer haben, gäbe es meine Mutter nicht. Ich war mir sicher, es war der Alkohol, der mich im Inneren so etwas sagen ließ, jedoch war ich mir nicht sicher dabei, ob es meine wahren Gedanken oder einfach nur die Gedanken einen Betrunkenen waren, aber ich wünschte mir einfach, es würde sie nicht länger geben, damit Taehyung ganz allein mir gehören würde.
Oder von mir aus sollte sie einfach für immer in Seoul bleiben und nicht mehr zurückkommen.
———
Nimmt dieses Buch vielleicht eine Wendung und Jungkook tut seiner Mutter was????
Nein. Aber... es wird schon noch so einiges passieren, bei dem ich mir sicher bin, ihr rechnet nicht damit 😛
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