【Chapter 28】
"Dieselbe Kette? Aber wie soll das möglich sein...?", war die irritiert fragende Stimme Taehyungs zu vernehmen und auch Jungkook schien daraufhin keine plausible Erklärung finden zu können. Nach wie vor stand er unter Schock, mit dem plötzlichen Auftreten des Maskierten hatte er nicht gerechnet und dass sie beide nun noch am leben waren, verdankten sie im Grunde niemand anderem als dem Feind selbst.
Was aber noch viel verwirrender war, war die Tatsache, dass Taehyung wenige Momente zuvor eine mysteriöse Stimme hat zu ihm sprechen hören und Jungkook konnte diese nicht vernehmen. Es war, als wäre Taehyung der einzige, der sie gehört hatte und das verwunderte ihn, denn er wusste nicht, dass er in irgendeiner Form etwas Besonderes war oder eine enge Verbindung zu den Göttern hatte.
"Taehyung! Kook! Gott sei Dank! Geht es euch gut?", hörten die beiden auf einmal die aufgewühlte Stimme ihres Freundes Bogum, der sich von seinen Verletzungen erholt hatte und im schnellen Tempo auf die beiden zuging.
"Uns geht es soweit gut, aber was ist mit dir? Du sahst auch schon besser aus", kommentierte Taehyung dann und erkundigte sich nach dem Wohlbefinden seines Kumpels. Jungkook inspizierte Bogum und erkannte ebenso Verletzungen; meistens handelte es sich aber nur um Schrammen oder blaue Flecken, aber die Art wie er eben auf die beiden zugelaufen kam, ließ vermuten, dass wohl auch einige Nerven getroffen wurden.
Bogum nickte mit dem Kopf und erzählte dann von seinem Angreifer, der sich wie ein Schatten auf die Lauer gelegt hatte und den Moment abgewartet hatte, um ihn im richtigen Augenblick zu erwischen. Und das tat er auch, Bogum hatte nicht einmal die Chance sich zu verteidigen, was nicht daran lag, dass er schwach war, sondern an der überwältigenden Stärke des Angreifers. Es lag nicht mal an den körperlichen Verhältnissen, doch der Maskierte war um einiges erfahrener und dies zeichnete sich auch in ihrem kurzen Gefecht ab.
Als Taehyung dann von den Ereignissen drinnen zu erzählen begann, sah man den Schock in den Augen Bogums und würde diesen vermutlich sogar blind erkennen können. Nicht die Erwähnung von Jungkooks Namen oder der Angriff selbst löste eine solche Reaktion in ihm aus, aber als die Info mit dem geklauten Fragment gefallen war, schien ihm der Schrecken fast schon ins Gesicht geschrieben.
"Aber die Fragmente sind heilig! Sie dürfen nicht entnommen werden, weil sonst das Gleichgewicht zwischen ihnen zerstört wird und das dann fatale Folgen haben wird!" Bogum begann sich daran zu erinnern, was die Ältesten ihm einst erzählten. Er war ein Mensch, der gerne die Geschichten von früher mitverfolgte und er liebte es, den Ältesten beim Erzählen zu lauschen. Und genau daher wehte auch der Wind seiner Sorge, denn wie sie es so oft gesagt hatten, waren die Fragmente ein heiliges Gut, kommend von den Schutzgöttern, um das Gleichgewicht instand zuhalten.
"Von wie fatal sprichst du, wenn du davon redest, dass sie unter keinen Umständen entnommen werden dürfen?", fragte nun Jungkook und mischte sich damit das erste Mal in das Gespräch der beiden ein. Bogum blickte ernst zu Jungkook, seine braunen Iriden musterten die von seinem Gegenüber.
"So fatal, dass die ganze Welt sich deshalb in Gefahr befindet. Taehyung, Jungkook, ihr müsst diesen Mann um jeden Preis aufhalten."
Jungkook schluckte schwer, während Taehyung verärgert mit der Zunge schnalzte. Er machte sich immer noch Vorwürfe, weil er den Maskierten nicht von seinem Tun abhalten konnte und so leicht besiegt wurde. Das kränkte seinen Stolz und er fühlte sich deshalb niedergeschlagen, gleichzeitig durfte er diesen Gedanken keinen Platz zum Gedeihen geben, denn sie waren nun völlig fehl am Platz.
"Was sollen wir also jetzt machen?", fragte Jungkook dann an den Schwarzhaarigen und blickte ihn eindringlich an, denn er konnte den nächsten Schritt nicht ohne Taehyung planen.
"Wir müssen wieder zurück nach Hause! Dieser Typ wird sicher nicht lange warten und wieder zuschlagen, vielleicht ist sein nächstes Ziel auch unser Dorf!" Er bemerkte, dass sie nun keinr Zeit mehr zu vergeuden hatten und sie wussten auch, dass aus diesem einfachen Fall eines Jungen ohnr Erinnerungen nun etwas bedeutend größeres geworden war. Es war etwas, was das eigene Menschenbild übersteigen konnte und den Menschen ohne Glauben den sicheren Tod bescheren konnte. Aber um das zu verhindern, mussten die beiden zusammenarbeiten, denn es schien fast so, als hätten die Götter Jungkook gesandt, um Taehyung beim Verhindern dieser Gefahr zu unterstützen.
"Ihr könnt so nicht wieder gehen, seht euch doch mal an! Vollkommen erschöpft und dann noch verletzt, ihr könnt morgen früh aufbrechen, aber solange ruht ihr euch bei mir aus!", bestimmte Bogum dann und klang dabei fast wie eine fürsorgliche Mutter, doch in Wahrheit war er sich nur der Ernsthaftigkeit dieses Falles bewusst und wollte deshalb kein Risiko eingehen. Er wollte helfen, wo er nur konnte und sei es auch nur indem er den anderen beiden einen Platz zum Unterkommen anbot. Denn offenbar war er nicht zu einer größeren Rolle in diesem Fall bestimmt worden.
Seufzend blickten die beiden sich an und wollten zunächst widersprechen, denn morgen früh konnte man ihnen schon ihr Fragment geklaut haben und das wäre alles andere als rosig für die Menschheit. Sie mussten wieder zurück, aber Bogum hatte nicht unrecht, wenn er sagte, dass sie die Reise in ihrer derzeitigen Verfassung nicht antreten konnten. Sie waren verletzt, Jungkook konnte sich noch immer nicht recht konzentrieren, sein Kopf brummte immer noch und die Erschöpfung machte sich langsam über beide breit.
Im Grunde hatten sie keine andere Wahl, als den Vorschlag ihres Freundes zu akzeptieren und diesen zu begleiten. Bis dahin konnten sie sich vielleicht auch einen Plan oder zumindest eine logische Erklärung für all das hier ausdenken.
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Kurz geworden 😬
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