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【Chapter 35】

Um das aufzuhalten, wovor sie sich fürchteten und endlich das zu erringen, wonach sie sich sehnten, war es nun zu ihrer Aufgabe geworden, den Jäger zum Gejagten zu machen. Einen Menschen, der ihnen überlegen war und den sie bisher noch nicht von seinem Vorhaben stoppen konnten, doch je mehr Zeit verstrich, desto brenzliger wurde die Situation, desto mehr stand für sie alle auf dem Spiel.

Der Tag verstrich und die Sonne verschwand vom Horizont, das königlich blau gehaltene Firmament über ihnen färbte sich in einen immer dunkler werdenden Ton und funkelnde Lichter machten sich an diesem breit. Sie erhellten die Welt unten und sorgten dafür, dass die Lebewesen auf ihr nicht in komplette Finsternis gehüllt werden.

Jungkook hatte sich bis zum abgemachten Aufbruch noch etwas Ruhe gegönnt und war gerade dabei zu erwachen, wohingegen der Schwarzhaarige einfach keine Ruhe finden konnte und sich langsam aber sicher in seinem gedanklichen Wirrwarr verlor. Als sich aber sein Begleiter mit einem Räuspern bemerkbar machte, schnellte der Kopf von Taehyung in die Höhe um somit direkt in das glänzende Augenpaar seines Gegenübers zu starren. "Du bist wach?", fragte er und Jungkook nickte mit dem Kopf.

"Konntest du nicht schlafen?", erwiderte der Braunhaarige und Taehyung verneinte dies mit einem Kopfschütteln. Jungkook biss sich auf seine Unterlippe, "Deshalb war es wohl so kalt." Verwundert starrte Taehyung nun noch intensiver in die Augen seines Begleiters, doch aus diesen war nichts außer Schlaftrunkenheit ablesbar. Aber das wunderte den Schwarzhaarigen noch nicht einmal, wie sollte er aus ihm etwas ablesen können, wenn nicht einmal er selbst seine Gedanken kannte?

"Ich hatte einen Traum", fuhr der Kleinere der beiden fort und blickte unsicher zur Seite, sein Blick senkte sich und er wirkte verunsichert, als hätte er in seinem Traum etwas gesehen, das ihn sogar bis in die Realität verfolgte. Aufmerksam lauschte Taehyung dem, was Jungkook so brennend auf der Zunge lag und er fing an zu erzählen, "Ich habe eine riesen Menge an Blut gesehen und einen Schatten, der sich über dein Leichnahm einer Person kniete. Und dann schrie er schmerzerfüllt. Nicht, weil er etwa Wunden an seinem Körper hatte, denn sie haben nicht gekämpft. Er schrie aus einem Grund, den ich nicht verstehen konnte und seine Hand ballte sich zur Faust."

Jungkook seufzte. Er konnte die beiden Personen nicht erkennen, er sah lediglich zwei Silhouetten, die im Schimmer des Mondes miteinander agierten und trotzdem ließ ihn das mulmige Gefühl nicht los, dass diese beiden dort er und Taehyung sein könnten. Sie beide, wenn sie tatsächlich auf diese Mission aufbrechen und den Maskierten jagen. Es war ein ihm bekanntes Gefühl der Angst, das er auch bei seiner Illusion von der brennenden Stadt und den bösen Schatten verspürt hatte und es sagte ihm, dass es nicht bedeutungslos war.

"Du musst dir keine Sorgen machen, ich lasse niemanden sterben", war die Antwort von Taehyung, der nach einer kurzen Zeit der knisternden Stille endlich wieder das Wort ergriff. Er wusste genau, wie Jungkook sich fühlte und dass seine Unsicherheit auch ein Teil davon war. In ihm herrschte eine viel größere Verzweiflung, als es bei Taehyung die Verwirrung war. Jungkook zweifelte an seinen Zweifeln und wusste nicht, welcher Schritt der richtige war. Er kannte das Ziel, aber nicht den Weg.

Taehyung wollte ihm zeigen, dass er nicht alleine war und er wäre gerne das Licht, das seine Finsternis erhellt. Aber Jungkook begann sich mittlerweile zu fragen, ob die Dunkelheit wirklich böse war und ob es nicht besser wäre, einfach nicht bescheid zu wissen. Er wusste, seine Gedanken waren egoistisch und dass auf seiner Schulter das Schicksal vieler Menschen lag, nagte an seiner Psyche.

Der Braunhaarige hatte keine Antwort parat und quittierte das ganze mit einem Kopfnicken, sein Geist war aber wie benebelt und sein Körper arbeitete fast wie fern gesteuert, als er Taehyung Schritt für Schritt näher kam und dessen verwunderte Miene noch nicht einmal beachtete. Stattdessen fand seine Hand ihren Platz an dem Rücken des Größeren, seinen Kopf legte er auf die Schulter seines Gegenübers und Taehyung verstand sofort, was Jungkook von ihm wollte, sich aber nie trauen würde auszusprechen. Er zog den Braunhaarigen näher an sich heran und schon standen die zwei sich so nahe, dass sie die Wärme des jeweils anderen spüren konnten und diese wirkte sich beruhigend auf beide von ihnen aus.

So sehr sie es auch verleugnen wollten, sie waren sich in all der Zeit so wichtig geworden, dass sie ohne einander nicht mehr vollkommen waren. Es brauchte beide, um diesen Fall zu lösen, aber sie brauchten sich auch gegenseitig.

Das war die gute Seite an dieser Angelegenheit - der Lichtblick in all der Finsternis, in der sie noch tappten.

Für eine kurze Weile verharrten sie in besagter Position, bis sie sich langsam wieder lösten, aber tief in die Augen starrten. Es war so, als würde Taehyung sich in der Tiefe von Jungkooks Augen verlieren, während dessen Blick langsam den Konturen von Taehyungs Gesicht entlang fuhr, bis er an dessen leicht gespitzten Lippen ankam und sie im Visier hatten. Sein Herz machte einen Satz und er fühlte sich, als sei die Zeit um sie herum stehen geblieben, als hätten die Götter sie an einen Ort geholt, der weder von Menschen noch von anderen Orten geteilt wurde.

Er verlor den Boden unter seinen Füßen und verspürte nur noch Taehyung und trotz der Tatsache, dass sein Herz sich danach sehnte, gar danach Schrie, das Verlangen danach bis ins Unermessliche wuchs, so schloss er seine Augen und atmete lediglich tief durch. "Wir sollten uns auf den Weg machen, Yixing wartet sicherlich schon auf uns", sagte er dann und ruinierte damit die zwischen ihnen herrschende Stille und die damit verbundene Atmosphäre.

Jungkook konnte sich das alles zwar nicht erklären, dennoch empfand er dieses Herzrasen von eben keineswegs als unangenehm und ähnlich ging es Taehyung, nur dass dieser einen Schimmer von dem hatte, was im Inbegriff war zu passieren.

Und er wusste nicht, ob er diese Gefühle gedeihen lassen sollte oder ob er sie vergessen sollte. Aber die Götter würden Gefühle dieser Art nicht zulassen, wenn sie verboten wären.

Er schüttelte den Kopf, wollte ihn frei bekommen, schließlich hatte ihr Aufbruch nun oberste Priorität und so kam es, dass die beiden das Haus von Taehyung verließen und sich zu dem abgemachten Treffpunkt begaben. Dieser war der Ortseingang mit dem Schild, auf dem Jungkook erstmals den Namen des antiken Dorfes erfuhr und seitdem nie mehr vergessen hatte.

"Da seid ihr ja", erklang die ungeduldige Stimme von Yixing, während er sich von dem großen Felsen abstützte und sich vor die beiden stellte. Sein Blick inspizierte beide für nur wenige Sekunden, bis ein Kopfnicken seinerseits das bestätigte, das er nicht ausgesprochen hatte und demnach weder Taehyung noch Jungkook genau wussten, was er damit aussagen wollte. Allerdings war dies auch nicht von weiterer Relevanz, weshalb sie nicht nachfragten und stattdessen darauf warteten, dass man ihnen den Plan näher erläuterte.

"Es gibt nicht mehr viele Möglichkeiten, an denen wir den Maskierten überrumpeln können. Wir analysierten die Orte seiner Angriffe und wurden auf die Route aufmerksam, die er dabei wohl verwendet und demnach wissen wir auch, welche Dorfruine er als nächstes angreifen wird. Es wird die Letzte, bevor er auch hier auftauchen wird, also wenn wir ihn nicht stoppen können, wird das schwere Konsequenzen mit sich tragen." Eilig nickten die beiden Angesprochenen, Yixing lächelte leicht.

"Brechen wir auf, den Rest erkläre ich euch auf dem Weg."

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Mal am Rande wollte ich mich für die 4k hier bedanken 💗 und gleichzeitig für die lange Wartezeit entschuldigen, aber mein boyfriend motiviert mich zu schreiben, also nutze ich das mal aus bevor die Motivation sich wieder verabschiedet 😂

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