【Chapter 49】
"W-Was ist das?" Erschüttert von der ausgehenden Macht Cronos' bebte die Stimme von Taehyung. Jungkook begann zu zittern, diese zinnoberroten Augen jagten ihm einen Schauer über den Rücken und finstere Erinnerungen kreisten in seinem Kopf umher. Er erinnerte sich nicht vollständig, doch er kannte die Gefühle, die er spürte, als er diesem Augenpaar das erste Mal begegnet war. Jungkook fürchtete um sein Leben.
"Wie habt ihr uns gefunden?", fragte Jiyong verärgert und ballte seine Hand zur Faust. Er blickte zu Yixing, welcher ein überlegenes Grinsen auf den Lippen trug und damit ganz klar zur Geltung brachte, wer der Jäger und wer der Gejagte war. Es war ein Spiel, von welchem er wusste, dass er es nicht verlieren würde, doch das hier war die blanke Realität. Eine Niederlage konnte das direkte Game Over bedeuten, ein Misserfolg war das Ende, denn es gab keine zweiten Chancen.
"Das war einfacher als gedacht, ihr habt nur nicht aufgepasst", erklärte Yixing dann und schnaubte. Jiyong wurde klar, dass sie in die Irre geführt wurden und naiv genug waren zu glauben, dass sie ihren Verfolgern entwischt wären. "In Wahrheit habt ihr doch nur gewartet, damit ihr auch Ayeon schnappen könnt, hab ich recht?", schlussfolgerte Jiyong dann wütend und senkte seinen Blick.
"Es lag auf der Hand, dass ihr auf dem schnellsten Weg von hier verschwinden würdet, also mussten wir euch lediglich folgen und abwarten, bis ihr in unsere Falle spaziert. Und jetzt seid ihr Gefangen wie die Ratten in einem Käfig", lachte Yixing und deutete seinen Handlangern sich in Position zu stellen.
"Verdammt, was machen wir jetzt?", rief Taehyung wütend und blickte einmal durch die Reihe an Feinden, denen sie sich stellen müssten.
"Jiyong", murmelte Ayeon leise und suchte ebenfalls nach Mitteln, wie sie das Ganze überstehen konnten. Doch die Lage wirkte ausssichtslos.
"Wenn wir nichts unternehmen, wird diese Mission scheitern und die Welt, wie wir sie kennen, wird untergehen. Und es war ausschließlich mein Fehler...", murmelte Jiyong leise und kniff seine Augen zusammen. Zwischen halbgeschlossenen Lidern musterte er seine Fäuste und zitterte. "Wir können nichts tun als aufgeben", wisperte er dann leise zu der Überraschung aller Anwesenden.
"Aufgeben? Das passt überhaupt nicht zu dir, mein Lieber", widersprach Ayeon auf ihre gewöhnt spöttische Art, doch in Wahrheit wollte sie damit nur bewirken, dass Jiyong sauer wird und nicht ans Aufgeben denkt. Allerdings schien das nichts zu bewirken, er blieb stumm. "Wir sind schon so nah am Ziel, wir können nicht aufgeben. Nicht hier, nicht jetzt. Niemals!", rief Jungkook und biss sich auf seine Unterlippe. Verbissen versuchte er gegen die Angst anzukämpfen, Jiyong atmete einmal tief durch.
"Yixing ist eine Sache. Aber wenn jetzt noch Cronos mit seiner überwältigenden Macht unser Feind ist...", sagte Jiyong leise und fasste für sich einen Entschluss.
"Yixing" rief er laut und erhaschte damit dessen Aufmerksamkeit. "Ich werde mich ergeben. Du kannst mit mir anstellen, was du möchtest, aber dafür lässt du die anderen frei laufen. Ich bin dein Feind, nicht die anderen", mit finsterer Miene rief er Yixing seinen Vorschlag entgegen und betete innerlich, dass dieser ihn akzeptieren würde.
"Glaubst du wirklich, ich wäre so dämlich und würde darauf eingehen, wenn sich mir jetzt die Möglichkeit bietet, euch alle zu erledigen? Ich habe die beiden nicht ohne Grund hierher gebracht", entgegnete er und Jiyong verstand nicht so recht. Er hatte sich schon von Anfang an gefragt, warum die beiden auch hier waren, obwohl er nur ihn loswerden wollte. Obwohl, eigentlich konnte er sich den Grund denken, er dachte nur nicht, dass es so offensichtlich war.
"Ich weiß genau, dass Jungkook dein Partner ist. Ich habe es am Anfang nicht bemerkt. Aber mit der Zeit wurde es mir klar, dass er es war. All diese Aufeinandertreffen und die Amnesie, die bei ihm durch die Panne eurer Zeitreise hervorgerufen wurde - es konnte nicht anders sein", sagte er dann. Das erklärte, warum er die beiden hergebracht hatte. Sollte Jungkook seine Erinnerungen wiederbekommen, war er eine Bedrohung für Yixing, wenn dieser bloß mit Jiyong eliminiert hätte. Deshalb hatte er sowohl Jungkook als auch Taehyung mitgenommen, damit keiner von ihnen je eine Bedrohung werden konnte.
"Verdammt... verdammt!", Jiyong stampfte wütend mit dem Fuß auf den Boden und ließ den Kopf hängen. Er wusste nicht, was er in dieser aussichtslosen Situation noch tun konnte.
"Jiyong...", murmelte Jungkook dann auf einmal und legte seine Hand auf die Schulter seines scheinbaren Partners ab. Auch wenn Taehyung für immer der Partner sein wird, der an Jungkooks Seite kämpft, so ist Jiyong ebenfalls eine wertvolle Person, mit der er Erinnerungen teilt.
"Ich erinnere mich nicht komplett an das, was hier geschehen ist, aber ich weiß, dass du ein gutes Herz hast. Gib nicht auf, es gab schon größere Hürden, die wir überwinden konnten. Das Portal ist einen Katzensprung von uns entfernt, das können wir schaffen", versuchte Jungkook ihn zu motivieren und nickte ihm zuversichtlich zu.
Auf Jiyongs Lippen schlich sich ein Lächeln und er begann seine Gegner noch einmal zu inspizieren.
Zur selben Zeit tat sich an dem Portal etwas, die Energie setzte sich frei und das Portal öffnete sich. "Seht!", rief Taehyung und deutete auf den Ausstoß an Energie, der von diesem Tor ausging und sie wussten, dass dieses ihre Rettung sein würde.
"Jetzt! Ihr müsst von hier verschwinden!", rief Ayeon und drängte die anderen zu dem Portal.
"Aber was ist mir dir?", rief Jungkook laut und wollte sie unter keinen Umständen zurück lassen, doch sie schüttelte bloß den Kopf. "Ich halte sie aus und sorge dafür, dass sie euch nicht folgen können. Macht euch keine Sorgen, mich kann man nicht fangen", sagte sie und zwinkerte ihnen zu. Die Zeit war gekommen.
"Verschwindet, ihr habt nur diese Möglichkeit!", rief sie laut und Jiyong nickte als erstes. Er vertraute ihr, dass sie sich nicht fangen lassen würde. Jiyong drängte Jungkook und Taehyung zu dem Portal, bevor er sich die Ketten schnappte und mit ihnen in der Hand ebenso das Portal passierte.
"Viel Glück", wisperte Ayeon, während das Portal langsam wieder seine Kraft verlor und ihre Feinde sich ihr näherten.
"Eine Gottheit und seine Handlanger", sagte sie schnaubend, "Endlich mal eine Herausforderung!"
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