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Zu knapp

Sabine fühlte sich furchtbar wegen dem, was passiert war, sie konnte kaum still stehen, lief hektisch im Flur auf und ab, um nicht vor Wut auf die Beschützer und sich selbst vollkommen durchzudrehen. Aus Sicht der Mandalorianerin war allein sie daran Schuld, dass Hera verletzt worden war. Sie hätte dort bleiben müssen, hätte auf die Twi'lek warten müssen, sicher stellen müssen, dass sie tatsächlich direkt hinter ihr gewesen war, als sie in den Hyperraum gesprungen war. Aber das hatte Sabine versäumt, hatte sich nur um sich selbst gesorgt. Bloß ihren eigenen Hals gerettet. Und dafür hasste sie sich, mehr als alles andere. Dafür, dass ihretwegen ein kaum zwei Monate altes Mädchen fast Halbwaise geworden wäre. Das hätte sie sich nie verziehen, und dass wusste das Mädchen genau.

»Hoffentlich kümmert Ahsoka sich gut um Eleena... Ich hätte das tuen sollen, immerhin ist es meine Schuld, dass ihre Eltern nicht für sie da sein können. Aber ich kann so etwas einfach nicht. Ich bin zu nichts zu gebrauchen...Was machen wir denn, wenn Hera nicht mehr aufwacht?«

Bei dem Gedanken wurde ihr ganz schlecht. Dem sonst so starken Mädchen lief eine Träne über die Wange. Sie ertrug die Vorstellung nicht. Hera war das Herz ihrer kleinen Familie, das war sie immer gewesen. Und niemand vermochte sich auch nur vorzustellen, was sein würde, wenn sie einfach nicht mehr da war. Die Twi'lek war es, die sie alle in den schwierigsten Zeiten zusammen gehalten hatte. Und Sabine hatte zugelassen, dass sie verletzt wurde, dass sie sterben könnte.

Kanans Reaktion machte ihre Schuldgefühle nur noch stärker. Er war sofort an der Seite seiner Frau gewesen, als sie den A-Wing mit Mühe und Not auf dem großen Rebellenschiff gelandet hatten. Hatte sie aus dem Cockpit gezerrt-dieses Bild würde Sabine nie vergessen können. Er war so verzweifelt gewesen, hatte sie in seinen Arm gelegt, sie ganz still gehalten und auf den Medi-Droiden gewartet. Nicht eine Sekunde lang war er von Heras Seite gewichen, oder hatte auch nur ihre Hand losgelassen. Ihr Zustand war kritisch. Dass Kanan hätte für seine Tochter da sein sollen, wusste er auch, aber er brachte es nicht über sich, die Twi'lek auch nur eine Sekunde lang aus den Augen zu lassen-nicht, solange er sie noch verlieren konnte.

Als sich die Tür endlich öffnete, konnte Sabine Kanan kaum ansehen.

„Das ist alles meine Schuld."


Es war gut zu hören, dass Hera sich wieder erholen würde, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass die Mandalorianerin Rache wollte, für das was vorgefallen war.

„Niemand verletzt ungestraft meine Familie."

Und da Kanan mit einem Mal total vernarrt in die Idee war, Heras Mission zu Ende zu bringen, weil es das gewesen wäre, was die Twi'lek gewollt hätte, beschloss Sabine, ihn zu begleiten. Mit oder ohne seine Erlaubnis.


Im Nachhinein verlief die Mission zwar nicht ganz wie geplant, aber irgendwie hatte dann doch alles sein Gutes.

„Ich weiß, das war nicht ganz das, was du meintest, als du sagtest, wir sollen die Beschützer rekrutieren..."

Hera musste fast ein bisschen lachen.

„Irgendwann müsst ihr mir mal die ganze Geschichte erzählen."

Kanan und Sabine tauschten kurze Blicke.

„Oooder wir lassen das lieber.", antwortete der Jedi und kratze sich am Hinterkopf.

Die Twi'lek verdrehte die Augen.

„Ihr Zwei seid unmöglich."

Sabine lächelte und griff die Hand ihrer Freundin.

„Ich bin einfach nur froh, dass es dir besser geht."

„Hey, ich konnte doch Eleena nicht mit Kanan allein lassen. Wir wissen doch alle, dass das nicht gut enden würde."

„Hey, sag das nicht. Bei mir hat er sich gar nicht so schlecht geschlagen.", gab die junge Mandalorianerin zurück und lächelte Kanan an.

„Auch wenn ich zugebe, über die Jungs kann man streiten.", fügte sie lachend hinzu.

„Was natürlich nicht heißen soll, dass du uns so einfach alleine lassen kannst, hörst du?"

Vorsichtig legte Sabine ihre Arme um Hera.

„Wäre schön, dich noch ganz lange an unserer Seite zu wissen."

Kanan legte einen Arm um die Schulter der Mandalorianerin, mit der anderen griff er die Hand seiner Frau.

Ihr wurde warm ums Herz. Kanan und Sabine hatten sich nie so nahe gestanden wie jetzt, aber die Mission schien die Beiden wirklich zusammengeschweißt zu haben wie nichts je zuvor.

„Da hat sie ganz recht. Bitte mach das so schnell nicht nochmal, in Ordnung? Du hast mir einen riesigen Schrecken eingejagt.", riss ihr Jedi die Twi'lek aus ihren Gedanken.

„Hatte ich nicht vor, keine Sorge.", beruhigte die Twi'lek ihn, löste sich langsam aus der Umarmung und gab ihrem Mann einen Kuss.

„Kann-kann ich mein kleines Mädchen sehen?", bat sie nach einem kurzen Moment des Schweigens.

„Das musst du nicht zwei Mal fragen."

Kanan verließ den Raum und war bereits einen kurzen Moment später mit einem kleinen, quietschenden Bündel zurück. Er gab es seiner Frau.

„Hey Süße."

Hera gab ihrer Tochter einen Kuss auf die Stirn.

„Mamie würde dich nicht einfach allein lassen, hörst du?"

Sie strich ihr über die kurzen braunen Haare.

„Sabine, was passiert ist, war nicht deine Schuld, okay? Bitte mach dir keine Vorwürfe."

„Aber-"

„Nein. Es ist alles nochmal gut gegangen. Alles kommt wieder in Ordnung. Du brauchst keine Schuldgefühle zu haben, für nichts. Ihr seid füreinander da gewesen, als ihr euch am meisten gebraucht habt. Darauf kommt es an. Vergiss das nie, in Ordnung? Solange wir einander haben, wird keiner von uns je wirklich allein sein."



A/N: Wie der ein oder andere vielleicht mitbekommen hat ist heute mein Geburtstag. Ehrlich gesagt, ich hatte eigentlich nicht vor, heute irgendetwas zu schreiben und hochzuladen, aber ich habe heute eines der schönsten Geschenke bekommen, die ich je erhalten habe... Es hat vielleicht keinen großen materiellen Wert, aber mir persönlich bedeutet es eine Menge, was du für mich getan hast, und ich weiß ehrlich gesagt gar nicht recht, wie ich dir angemessen dafür danken soll, dass du mir die tollen Covers gemacht hast, und dafür, was du mir geschrieben hast. Da die Geschichte hier schon länger in Bearbeitung war-soll heißen, bis vorhin bestand sie aus ziemlich exakt zwei Abschnitten mit vielleicht hundert Wörtern-und dafür auch ein Cover dabei war, habe ich spontan beschlossen, dass ich mich als kleines Dankeschön mal hier ran setze. Ich weiß, es ist nicht viel, aber ich hoffe es gefällt dir, EinfachJul, denn das hier ist nur für dich.

Auch wenn ich natürlich hoffe, es gefällt allen anderen auch ein bisschen. Würde mich wie immer über Rückmeldungen freuen.

Liebe Grüße, Eure Snips

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