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Jungkook Pov
Ich beobachte Jimin dabei, wie er zufrieden von meinem Pudding isst. Wieso denkt sich eigentlich jeder in diesem Krankenhaus er dürfte sich einfach an den Sachen seiner Kollegen bedienen wo auch noch deutlich ihr Name drauf steht?
"Du hast schon recht. Es deutet so einiges auf Amnesie hin, aber das lässt sich ohne MRT, EEG, SPECT und all dem Zeug nicht sagen. Immerhin gibt es verschiedene Arten der Amnesie."
Eine große Hilfe war er mir wie immer nicht. Er spricht genau die Sachen aus, die ich mir sowieso schon denke, trotzdem nicke ich dankbar, denn die eigenen Vermutungen bestätigt zu bekommen ist auch ein Anfang.
"Hast du was von Yoongi gehört?", frage ich, nehme den Pudding aus dem Kühlschrank und stopfe ihn in meine Tasche. Wenn Sie welchen essen wollen, sollen sie sich selber welchen kaufen. Jedes Mal wenn ich an den Kühlschrank komme um meinen Pudding zu essen, ist keiner mehr da.
Jimin löffelt den Rest aus dem Becher und schmeißt diesen dann in den Müll bevor er sich wieder auf seinen Platz mir gegenüber setzt.
"Nichts was deinen verschwundenen Patienten angeht."
Vielleicht ist das auch besser so. Wenn herauskommt, dass ich ihn bei mir verstecke, könnte es so einige Schwierigkeiten geben, immerhin belüge ich die Polizei und ich weiß nicht mal warum.
Yoongi arbeitet bereits seit Jahren als Polizist, deswegen habe ich den Vorteil durch Jimin an Informationen heran zu kommen, auf die ich normalerweise nicht so einfach zugreifen könnte.
"Kaum zu glauben", sagt Jimin und lacht plötzlich aus heiterem Himmel einfach so los. "Sogar deine Bewusstlosen Patienten fliehen vor dir."
Er haut mit der Faust auf den Tisch und legt sich mit dem Gesicht darauf als könnte er nicht länger gerade sitzen, weil das Lachen ihn daran hindert. Es erfüllt den ganzen Raum und um ehrlich zu sein liebe ich Jimins lache, nur gerade nicht.
"Findest du das witzig?", frage ich.
"Oh ja, tierisch."
"Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der sich selber so witzig findet wie du und es nicht mal ist."
"Ach komm", sagt er als ich aufstehe, aber ich ignoriere ihn und gehe einfach weiter.
×××××××
Müde schmeiße ich meinen Schal und die Jacke am Fußende des Bettes auf den Boden, bevor ich mich auch vom Kittel befreie und ihn wie ein lästiges Insekt in den Schrank zu den anderen Kitteln werfe.
An das Leben als Arzt und an die langen Schichten habe ich mich bereits gewöhnt, noch bevor ich überhaupt mit dem Beruf angefangen habe.
Ich bin einer dieser Menschen, die nicht viel Schlaf brauchen um volle Leistung bringen zu können, ein paar Stunden reichen mir da vollkommen und das muss es als Arzt, wo man manchmal 24 Stunden schieben muss, auch.
Allerdings war heute ein besonders schlimmer Tag.
Es macht mich fertig zu wissen woran es liegt, aber nichts dagegen tun zu können. So was hatte ich noch nie. Wenn ich mich mit einem Problem befasst habe, hatte ich meistens auch immer direkt die Lösung dafür.
Dieses mal nicht.
Dieses mal liegt die Lösung auf dem Sofa in meinem Wohnzimmer.
Als ich die Haustür aufgeschlossen habe, hat er kurz über die Lehne des Sofas geguckt wer da gekommen ist, als fürchte er, dass ich irgendjemanden mit bringen könnte.
Er sah hellwach aus, obwohl er um diese Uhrzeit eigentlich müde sein sollte und das bereitet mir sorgen.
Ich weiß nicht warum, aber er spukt mir, seit er hier vor fünf Tagen eingezogen ist, in meinem Kopf herum. Wir sind uns all die Zeit aus dem Weg gegangen, was nicht schwer ist, weil ich in diesen Tagen so einige Schichten schieben musste, aber trotzdem war er für mich immer da.
Ich bekomme ihn einfach nicht aus meinen Gedanken.
Verzweifelt fahre ich mir durch die Haare, eine Angewohnheit die ich erst seit neustem entwickle und stampfe durch mein Zimmer, aus der Tür heraus und ins Wohnzimmer zu dem Sofa auf dem Taehyung liegt.
Er hebt kurz den Kopf, zieht allerdings schnell wieder die Decke darüber und versteckt seinen ganzen Körper darunter.
Verwirrt runzle ich die Stirn, gehe vor ihm in die hocke und ziehe leicht an der Decke, aber er hat sie an sich gekrallt und erweckt nicht den Eindruck, als würde er sie freiwillig los lassen wollen.
"Taehyung, was ist los?", frage ich und lege meine Hand auf seine, die sich in die Decke fest geklammert hat.
"Geh weg", ertönt seine Stimme leise und unsicher, aber auch ziemlich nervös, wofür ich eigentlich keinen Grund entdecken kann.
"Was ist in dich gefahren?", frage ich erneut und versuche wieder die decke von seinem Gesicht zu ziehen um zu sehen, was da los ist, aber er krallt sich nur noch fester dran.
"Es ist nichts, bitte geh."
"Hast du Alpträume? Es ist normal bei Amnesie Patienten das sie Teile ihrer Erinnerungen in träumen sehen, wenn es also das ist was dich plagt, dann kannst du mit mir reden."
Obwohl ich versuche das so einfühlsam wie möglich zu sagen, kommt es doch nur wieder aus meinem Mund gerattert wie das Gerede von jemandem, der ein Buch verschluckt hat.
"Ich habe nichts geträumt."
"Und was ist es dann?"
"Nichts was einen Arzt benötigt."
"Was genau?"
"Verdammt", sagt er, setzt sich auf und schlägt die Decke zur Seite womit er dann auch sein hochrotes Gesicht präsentiert. "Ich habe einen Steifen, Dr. Mr. Jeon!"
Überrascht und immer noch ein wenig verwirrt von dem plötzlichen Geständnis lasse ich meinen Blick nach unten wandern, zu der Stelle der Jogginghose unter der sich ganz klar und unübersehbar eine Beule abzeichnet.
Das hat er versucht vor mir zu verstecken?
Ich dachte ihm ginge es nicht gut, ihn plagen Alpträume oder er hätte Fieber, aber es ist ein Steifen der ihn plagt und fast Grinse ich bei diesem Gedanken. Wie süß, dass er sich unter der Decke versteckt hat, weil es ihm peinlich ist.
"Wieso gehst du nicht ins Badezimmer?", frage ich.
"Spinnst du? Ich hole mir doch nicht in der Wohnung von jemand anderem einen runter!"
Er legt die Decke auf seine Hose um die Beule zu verdecken und dreht das hochrote Gesicht zur Seite, weil ihm mein gestarre deutlich unangenehm ist.
"Heißt das, dass du seit fünf Tagen nicht mastrubiert hast?"
"Glaubst du ich antworte darauf?"
Moment, es kann sogar sein, dass er es länger nicht getan hat, immerhin ist er direkt nach dem aufwachen aus dem Krankenhaus geflohen. Ich bezweifle das ihm auf der Straße irgendeine Möglichkeit zum erleichtern der Bedürfnisse gegeben wurde.
Ich schüttle den Kopf und fasse einen Entschluss, der mir ziemlich spontan kommt und für den ich meinen verstand abschalten muss. Meine Worte verlassen meinen Mund unbedacht und ich weiß nicht was mich eigentlich dazu geritten hat, aber ich sage es trotzdem.
"Soll ich dir behilflich sein?"
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