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Jungkook Pov

"Gott, mein Kopf brummt", sagt Jimin und massiert sich mit dem Zeige- und Mittelfinger beider Hände die Schläfen während die Falte zwischen seinen Augenbrauen immer tiefer wird.

Früher habe ich mich immer gefreut wenn Jimin seine Pausen so gelegt hat, das wir diese zusammen verbringen konnten, so war ich nicht immer alleine mit den anderen nervigen Kollegen hier im Pausenraum, aber mittlerweile hat sich das geändert.

Je mehr Zeit wir zusammen verbringen, desto mehr Fragen muss ich über mich ergehen lassen. Jetzt weiß ich auch was für ein Problem dieses Mädchen damals hatte, das mich extra als Arzt haben wollte damit ihr keine Fragen gestellt werden, die sind nervig.

"Du hast sie doch hoffentlich zum Teufel gejagt, oder?", fragt er und sieht mich aus seinen müden Augen an.

"Wen meinst du?", frage ich, weil meine Gedanken gerade ganz wo anders sind als bei Jimin.

"Spiel nicht den dummen, ich meine natürlich Jiyu das Miststück."

"Du sollst sie nicht so nennen", sage ich und setze mich ihm gegenüber an den Tisch in der Hoffnung, so lässt es sich besser reden, aber er schüttelt nur verständnislos den Kopf und sieht mich an wie ein Kind, das seine Lektion nicht gelernt hat.

"Kennst du ein besseres Wort um sie zu beschreiben? Sie hat ein falsches Spiel gespielt und deine Gutmütigkeit ausgenutzt." Fast beleidigt darüber, dass ich sie vor ihm in Schutz nehme trinkt er einen großen Schluck von seiner Cola.

"Es war auch nicht richtig von mir. Ich hätte von Anfang an ehrlich sein und ihr sagen sollen, dass das aus uns nichts wird."

"Du bist ein Idiot."

Damals in der High School kannten Jimin und ich uns nicht, wir lernten uns erst während des Studiums kennen, zu der Zeit war ich bereits ein Jahr Jiyus Freund und Jimin konnte sie von Anfang an nicht leiden.

Das Lächeln, für das ich sie so beneidet habe, das fand er falsch, so falsch das er nicht ein Wort gesprochen hat wenn sie da war, nicht mal wenn sie es versucht hat.

Als das mit uns in die Brüche ging, war Jimin der erste der vorgeschlagen hat wir sollen jemand neues für mich suchen. Er war so glücklich darüber, dass er eine Feier geschmissen hat. Schon damals hatte dieser Junge einen drang zum übertreiben.

"Das Problem ist nicht, dass sie eine Affäre hatte, wir wollen nicht lügen, denn das war dir herzlich egal. Das Problem ist, das ihre Affäre auch nichts von dir wusste und das sie damit eure Freundschaft ruiniert hat."

Und mit einem Mal hat er es geschafft, dass es mir doch lieber wäre wenn wir über die Beziehung zwischen mir und Tae reden würden, statt die Erinnerungen an das hervor zu rufen was damals geschehen ist.

Das ist nämlich der Teil, den ich gestern verschwiegen habe, der Teil der am meisten an mir nagt.

Damals sagte Jiyu, dass sie unsere Beziehung geheim halten will, vor allem vor Sungho, weil es ihr wichtig ist das er sich nicht wie ein drittes Rad am Wagen fühlt und unsere Freundschaft unverändert bleibt. Ich habe das einfach so akzeptiert, wer hätte denn damit gerechnet, das der einzige Grund warum sie das geheim halten wollte der ist, dass sie mit ihm ebenfalls eine Beziehung führte?

Kurz nachdem sie diesen Brief bei mir hinterließ, stand plötzlich Sungho vor meiner Haustür und das was danach passierte war nicht schön und auch der Grund, warum Jimin nicht mehr nur eine tiefe Abneigung ihr gegenüber empfand, sondern Verachtung und Hass.

Es stellte sich heraus, dass Sungho und sie bereits länger ein Paar waren als wir beide, also hatte sie theoretisch ihn mit mir betrogen und nicht anders herum. Er wusste nicht, dass ich keine Ahnung hatte und er schlug solange auf mich ein, bis ich das Bewusstsein verlor. Danach haben wir uns nie wieder gesehen.

Für mich war der Verlust meiner Freunde schwerer zu ertragen als der Betrug von Jiyu, denn Jimin hat recht, es hat mich nicht sonderlich interessiert, ganz im Gegenteil. Ich wäre froh darüber gewesen wenn sie jemand anderen kennen gelernt hätte, der sie wirklich liebt. Nur war dieser jemand leider mein damals bester Freund.

Wenn Jimin nicht für mich da gewesen wäre, wäre ich wahrscheinlich wieder in das Loch gefallen, in dem ich vor dem kennenlernen mit Sungho und Jiyu lag. Ich hätte das Haus nicht mehr verlassen und mein alleine sein damit verbracht wieder in meine Wasserflaschen Alkohol zu füllen und in den hintersten Ecken der Schule das Gras zu rauchen, das man auf dem Spielplatz einige hundert Meter von dem Haus meiner Eltern entfernt gegen Mitternacht zu kaufen bekommt.

Ja, meine abweisende Art hat mir damals wirklich keine Freunde beschert und das alleine sein war nicht immer einfach. Die beiden haben mir gezeigt, dass die Freude, die Drogen einem schenken nur vorübergehend sind und das diese Freude dich irgendwann kaputt macht.

"Du musst wissen was du tust, aber vergiss nicht was sie damals getan hat. Sie ist nicht so unschuldig, wie ihr Lächeln es vermuten lässt."

Er sieht mich nicht mehr an, ist ganz konzentriert auf seine Finger, aber ich nicke trotzdem.

Obwohl seine Worte sehr hart sind, was sie angeht, verstehe ich was er meint. Normalerweise bin ich ein sehr nachtragender Mensch, der kaum jemanden an sich heran lässt, aber Jiyu ist anders. Ich kann nicht anders als ihr zu verzeihen, genau sowie ich Sungho alles verzeihen würde.

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