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Taehyung Pov

"Du sagst, er lebt jetzt bei diesem Arzt?", frage ich und lache während wir gemeinsam die Pizza essen, die ich uns vom Geld gekauft habe, das Jungkook mir zur verfügung gestellt hat.

In letzter Zeit überhäuft er mich mit Geschenken, vor allem Geld und obwohl ich mich schlecht dabei fühle es anzunehmen, wandern meine Gedanken immer wieder zu Hoseok, der hier jetzt, seit Namjoon verschwunden ist, alleine sitzt und jeden Tag darauf hofft, er sammelt genug Geld um sich etwas zu essen zu leisten.

Seit dem Friseurbesuch habe ich keinen einzigen Cent, den Jungkook mir zur verfügung gestellt hat, für mich selber ausgegeben. Ich gebe es lieber Hoseok, damit er sich vielleicht mal mehr leisten kann als fünf Brezeln die er sich über die Woche aufteilen muss.

"Er scheint wirklich gefallen an Namjoon gefunden zu haben, du hättest mal sehen sollen wie er ihn angeguckt hat." Hoseok lacht vor Freude für seinen Freund und ich kann es verstehen, immerhin kenne ich die Geschichte der beiden.

Sie sind gemeinsam von zu Hause weggelaufen, aus Gründen, die sie mir noch nicht erzählt haben, aber ich kann mir gut vorstellen, wie sehr das einen zusammenschweißt. Die beiden haben viel durchgemacht und sie überleben seit Jahren gemeinsam auf der Straße.

"Macht es dich nicht traurig, das er einfach so geht? Fühlst du dich nicht im Stich gelassen?", frage ich und bohre meine Fußspitze in den Boden. Ich hoffe, ich habe nicht zu verbittert geklungen, oder so als würde ich Namjoon Vorwürfe machen wollen, das ist es nicht.

Ich versuche nur es zu verstehen, zu verstehen wie manche Menschen so ein großes Herz besitzen können.

"Um ehrlich zu sein, habe ich mich die ersten Tage wirklich mies gefühlt. Ich hatte das Gefühl, er hätte mich einfach weggeschmissen und einen Ersatz für mich gefunden. Aber er hat mir angeboten mit ihm zu gehen. Ich hatte die Möglichkeit auch bei dem Arzt zu leben."

"Warum hast du das Angebot nicht angenommen? Es kann auf der Straße doch sicher nicht besser sein als in irgendeinem Loft bei einem Reichen Arzt."

Als ich den Satz beende, wird mir erst klar das ich in derselben Situation stecke wie Namjoon. Auch ich habe auf der Straße gelebt, bevor Jungkook kam. Ich kannte Hoseok und habe ihn im Stich gelassen, als mich die Vorstellung auf ein warmes Bett und frisch gekochtem Essen lockte.

Ich bin nicht anders.

"Ich wäre nur eine Last. Die beiden wollen sicher etwas Zeit für sich. Außerdem", er streckt die Arme aus und zeigt auf seinen Besitz, der lediglich aus einem Stück Pappe, einer dünnen Decke, einem abgenutzten Pappbecher und ein paar wenigen Cents besteht. "Die Straße ist mein zu Hause. So ist das leider."

Ich möchte etwas dazu sagen, ihm widersprechen und sagen, dass das hier niemals sein zu Hause sein kann, nicht wenn er jeden Tag immer wieder ums Überleben kämpfen muss, aber das traurige Lächeln in seinem Gesicht lässt mich verstummen.

Er lügt. Das hier sieht er niemals als zu Hause an, das hat er mir oft gesagt. Aber er versucht sich das selber einzureden, sich selber zu belügen, indem er versucht das alles schöner zu reden als es eigentlich ist.

"Das Leben ist scheiße", sage ich und vergrabe meine Hände in den Hosentaschen.

"Das kannst du laut sagen."

xxxxx

Freunde sind eine komplizierte Sache, wahrscheinlich sogar komplizierter als jede andere Beziehung.

Hoseok und ich sind Freunde, das weiß ich, weil er es mir gesagt hat. Ich verfüge über keinerlei Erfahrungen, deswegen vertraue ich auf das, was er mir sagt und auf die Ratschläge, die er mir gibt.

Bisher dachte ich aber auch, Jungkook und ich wären Freunde, mitlerweile zweifle ich aber daran. Das, was zwischen mir und Jungkook ist, was wir miteinander tun und was ich ihm gegenüber empfinde, das ist viel intensiver als das mit Hoseok.

Worin liegt also der unterschied? Was unterscheidet meine Freundschaft mit Jungkook zu der mit Hoseok?

Fragen auf die ich alleine keine Antwort bekommen werde. Ich hätte auch Hoseok fragen können, aber diese ganzen Gedanken sind mir erst jetzt auf dem Rückweg vom Park hierher gekommen. Vielleicht kann Jungkook mir besser dabei helfen. Er ist zwar Arzt und beschäftigt sich mehr mit dem Körper als mit den Gefühlen oder dem Verstand von Patienten, aber vielleicht kennt er trotzdem die Antwort auf diese Fragen.

Ich krame den Schlüssel aus meiner Jackentasche und schließe die Tür auf. Da Jungkook in letzter Zeit nicht sehr auf Ordnung achtet, räume ich meine Jacke zusammen mit seiner Weg, die ich im Wohnzimmer auf dem Boden liegen sehe.

Allerdings bleibt es nicht bei der Jacke.

Seufzend hebe ich die Hose auf, die er in seiner Müdigkeit wahrscheinlich da liegen gelassen haben muss und falte sie, zusammen mit seinem Kittel, ordentlich zusammen. Kaum zu fassen, dass jemand der Arzt sein und Organisation gewöhnt sein soll, so unordentlich und chaotisch sein kann wie er.

Aber es macht mir nichts aus hinter ihm her zu räumen. Das ist das mindeste was ich tun kann, nach allem was er für mich getan hat. Ich bin ihm unglaublich dankbar und wäre bereit praktisch alles zu tun, um ihm das zu zeigen.

Mit dem Ellbogen öffne ich die Tür und trete langsam hinein, als ich seine nackten Füße am Bettende sehe. Das letzte was ich möchte ist ihn aufwecken, er hat seine Ruhe verdient.

Lächelnd trete ich an seinen Schrank und möchte ihn gerade aufmachen, als mir noch ein Paar nackte Füße auffallen. Zuerst kann ich nichts anderes tun als mit einem offenen Mund da stehen und die beiden anstarren, als wären sie ein Traum.

Es ist so unwirklich, fast wie eine Fata Morgana in der Wüste.

Jungkook liegt auf seinem Bauch, die Decke über ihm bedeckt nur das nötigste und er hat das Kissen in seinen Armen umschlungen.

Sie hingegen hat sich ganz dick in die Decke gewickelt, die Haare bedecken sogar ihr Gesicht und alles was man von ihr sehen kann sind diese kleinen, Mädchenhaften Füße.

Er ist nackt und obwohl ich es bei ihr nicht sehe, weiß ich, dass auch sie das ist. Mein Herz zieht sich Augenblicklich zusammen und ich lasse sowohl die Hose als auch den Kittel sofort los, als mir klar wird, dass sie nicht im Wohnzimmer lagen weil er zu müde war, sondern das sie dort mit alldem angefangen haben müssen.

Ich habe noch keine richtigen Schlüsse gezogen, ich möchte mir nicht einmal anhören was sie getan haben und ob meine Vermutung richtig ist, trotzdem schießen mir sofort Tränen in die Augen.

Mit verschwommenem Blick knalle ich die Tür hinter mir zu, schmeiße den Schlüssel auf den Boden und stürme ohne nachzudenken aus der Wohnung.

Das hier gerade fühlt sich an, als hätte man mir die einzige Stütze die ich hatte einfach weggetreten.











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Ich kann verstehen, wenn ihr jetzt wütend seid und ich kann sogar verstehen wenn ihr nicht mehr weiter lesen wollt, aber ich musste das jetzt tun, weil ich das vor hatte seitdem die ersten paar Kapitel veröffentlicht wurden.

Mir ist eure Meinung unglaublich wichtig und ich habe sogar darüber nachgedacht das ganze Kapitel zu löschen und neu zu schreiben, weil ihr auf keinen Fall wolltet, dass das hier passiert, aber ich habe mich dagegen entschieden, weil ich die Idee nicht einfach fallen lassen konnte.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe euch, aber ich musste das jetzt tun und konnte mir nicht rein reden lassen. Ihr wisst doch bereits, dass das hier sowieso ein Happy end haben wird, zumindest habe ich das vielen von euch bereits gesagt und die beiden (Jungkook und Taehyung) sind ja nicht mal in einer Beziehung, also why worry? XD

Wenn ihr nicht mehr lesen wollt, ist das auch ok, alles was ich tun kann ist das zu wiederholen, was eine sehr gelehrte und ebenfalls gehasste Freundin immer zu mir sagt: Vertraut mir ♡

Ps: Ich habe euch wirklich lieb ❤

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