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Jungkook Pov

Ausnahmsweise sind es mal nicht die Sonnenstrahlen, die mich durch mein großes Fenster mit den hellen Gardinen wecken, welche nicht gegen das Licht am Morgen helfen. Es ist der Schmerz in meinem ganzen Körper, der mich beinahe denken lässt ich wäre von einem Auto überfahren worden.

Neben den Schmerzen ist da aber noch was ganz anderes, was in mir den Wunsch weckt jemand hätte mich tatsächlich überfahren und zum sterben auf der Straße zurück gelassen. Mit einem Mal prasseln nämlich die Erinnerungen der gesamten letzten Nacht auf mich ein und dem, was vor wenigen Stunden genau hier passiert ist.

Ich greife nach einem der Kissen, die ich während meines unruhigen Schlafes beim herum wälzen auf den Boden geworfen haben muss und presse es mir ins Gesicht. Am liebsten würde ich es so lange tun, bis ich keine Luft bekomme und sterben kann, bevor ich dem Menschen ins Gesicht sehe, dem ich am liebsten nie wieder unter die Augen treten würde.

Wie kann man bloß so bescheuert sein?

Dabei weiß ich nicht mal, was ich schlimmer finden soll, die Worte die aus meinem Mund kamen als ich nicht Herr meiner Sinne war oder das andere was daraus kam, das andere was sich auf seinem Hemd, seiner Hose und in seinem Auto verteilt hat.

Bitte, wenn es einen Herr im Himmel gibt, Buddha, Jesus, oder Jimin, könnte mir jemand den Gefallen tun und mich umbringen? Ich hätte dieses eine mal wirklich nichts dagegen.

Trotz der Schmerzen werfe ich das Kissen beiseite und setze mich langsam auf. Mir ist schwindelig, trotz den wenigen Stunden Schlaf fühlt es sich an als hätte ich Jahre mit nichts anderem verbracht als auf der Couch zu liegen und ich war noch nie glücklicher darüber meine Schicht mit Jimin getauscht zu haben als jetzt.

Wenn ich in dieser Verfassung auf Menschen los gelassen werden würde, dann wäre das Ende sicher kein angenehmes. Bevor ich meinen Blick durch die mir unbekannte Wohnung gleiten lassen kann, fällt mir eine Kerze auf dem Tisch auf, unter welcher ein Zettel mit meinem Namen drauf liegt.

Hat Taehyung die etwa angezündet? Eigentlich eine dumme Frage, wer sollte das sonst tun, aber es ist immer noch so unwirklich, dass ich ihn wieder gesehen habe. Irgendwie fällt es mir schwer zu glauben, dass er mir tatsächlich in einer solchen Situation geholfen hat. Ich dachte er würde mich hassen.

Mit einem Lächeln im Gesicht puste ich die zur Hälfte herunter gebrannte Kerze aus und falte den Zettel auseinander.

Bin was zu essen kaufen. Im Bad sind Klamotten für dich, du solltest duschen wenn du dir keine Krankheiten einfangen willst.
-T

Obwohl mir die Situation bis vor wenigen Minuten noch unglaublich unangenehm war, kann ich nicht anders als lachen. Er hat schon recht. Wenn man die erste Hälfte der Nacht auf einem Hocker mit dem Gesicht sabbernd auf dem Tisch in irgendeiner Bar verbracht hat und die zweite auf dem Boden neben einem Brunnen, ist duschen das mindeste was ich tun kann um Krankheiten vorzubeugen.

Außerdem geht mir das Herz bei der Vorstellung auf, wie er diesen Brief geschrieben hat. Irgendwie, so Naiv es auch ist, weckt das die Hoffnung in mir, dass er mir verzeihen könnte und das ich dann endlich die Chance bekomme ihm zu sagen, was ich empfinde.

×××××

Mit dem Handtuch um die Schultern komme ich aus dem Bad spaziert, direkt ins Wohnzimmer wo Taehyung dabei ist das Essen, welches er soeben geholt hat, auf dem Tisch anzurichten. Ich bleibe stehen und gebe keinen Laut von mir, während ich ihn dabei beobachten wie er das tut.

Es fühlt sich an, wie ein Traum, oder viel eher so, als wäre ich noch betrunken. Denn Alkohol macht die Welt schöner, zumindest für eine kurze Zeit betäubt es deine Schmerzen. Für mich sieht er aus wie eine Einbildung, wie der Taehyung den ich im Fernsehen sehe, selbst als er den Kopf hebt und mich mit einem lächeln zu sich winkt.

"Du musst Schmerzen haben, iss was!"

Langsam setze ich einen Fuß vor den anderen, bewege mich wie ein Zombie als ich auf den Tisch zugehe und mich gegenüber von ihm auf den Boden setze.

Ich sollte es genießen, ich weiß das. Es ist dumm, einen so entspannten und schönen Moment mit meinen Sorgen zu ruinieren, aber ich kann nicht anders. Wie soll ich ihn den genießen, wenn ich nicht weiß wohin das führen soll?

"Taehyung", fange ich an und lege die Essstäbchen, die er mir in die Hand gedrückt hat zur Seite. "Ich war ziemlich betrunken, als wir vorhin miteinander geredet haben, aber ich meinte jedes Wort ernst, also ignoriere das nicht einfach."

Das Lächeln verschwindet aus seinem Gesicht und auch er legt seine Stäbchen jetzt zur Seite. Der Geruch des frisch gegrillten Fleisches ist zwar mehr als verlockend, aber dieses Gespräch ist mir wichtiger als das Essen gerade.

"Du wärst also wirklich bereit das Bett zu entsorgen?"

"Das ist mein Ernst, Taehyung."

"Meiner auch", sagt er und sieht mich dabei Todernst an. Meine Worte scheint er also tatsächlich nicht wie das simple Gerede eines betrunkenen abgetan zu haben. Er möchte das ich das Bett entsorge und ich bin mehr als nur gewillt das zu tun.

"Ich wäre bereit alles zu tun, sag mir nur was es ist."

Er lächelt, als hätte er die ganze Zeit nur auf diese Frage gewartet.

"Liebe mich, Jungkook."














×××××
Ich wollte das Kapitel eigentlich bereits heute Nachmittag schreiben, war aber den ganzen Tag auf der Suche nach Inspiration, bis mir meine Schwester gerade ein Glas Schockoladen Milchshake gemacht hat und die Worte nur so aus meinen Fingern geschossen kamen ☻☻☻☻☻

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