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Jimin Pov
In meinem Zimmer angekommen nehme ich mir die Zeit, den Brief ein weiteres Mal durchzulesen. Die Tränen habe ich geschafft erfolgreich zu verdrängen, ich will auf keinen Fall wieder wegen meines Vaters weinen. Das habe ich schon zu oft getan und ich hätte mir denken können, dass er so reagieren würde. Keine Ahnung, wieso ich so naiv war und mir etwas anderes erhofft habe.
Mit einem Mal machen mich die Worte auf dem Brief unglaublich wütend und ich zerknülle den Zettel, werfe ihn zur Seite. Ich sollte mich davon nicht so runter ziehen lassen und mich stattdessen trotzdem freuen, weil ich es geschafft habe, meinem Traum einen Schritt näher zu kommen. Zu gerne würde ich Taehyung und Yoongi Hyung anrufen, um mich mit ihnen gemeinsam darüber zu freuen. Aber mit einem Mal fühlt es sich an, als wäre all das nichts wert. Was soll ich damit, wenn ich niemanden habe, den ich damit wirklich stolz machen kann? Wenn es nicht einmal meinen Vater interessiert, wieso sollte es bei jemand anderem dann anders sein?
Traurig über die Situation lasse ich mich auf meinem Bett nieder und vergrabe mein Gesicht in dem Kissen. Seitdem alles mit Yoongi geklärt ist, läuft alles unglaublich gut. Als ich den Zettel geöffnet habe, dachte ich wirklich, dass meine Zeit gekommen ist. Ich dachte, dass es an der Zeit ist, dass auch ich endlich glücklich sein darf. Aber mein Vater hat mich innerhalb weniger Sekunden wieder auf den Boden der Tatsachen gedrängt.
Seufzend drehe ich mich auf den Rücken und starre eine ganze Weile an die Decke, während ich nichts weiter tue, als mich selber zu bemitleiden. Das findet erst ein Ende, als mein Handy plötzlich beginnt zu klingeln und die selbstbemitleidende Stille durchbricht. Anfangs spiele ich mit dem Gedanken, gar nicht erst dran zu gehen oder gar nachzuschauen, wer es ist. Allerdings hört es gar nicht mehr auf zu klingeln und als ich doch einen Blick darauf erhasche und Yoongis Namen auf den Display sehe, kann ich es auch nicht länger ignorieren. Oder ich will es nicht ignorieren.
Also greife ich danach und führe es an mein Ohr, nachdem ich den Anruf entgegen genommen hab. „Hyung", kommt es bloß von mir, was nicht wirklich typisch für mich ist. Normalerweise begrüße ich ihn voller Freude, aber im Moment bin ich nicht in Laune und genauso wenig bin ich in Laune, so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Um ehrlich zu sein will ich einfach nur meine Ruhe haben und weiterhin alleine in diesem Zimmer in Selbstmitleid baden.
„Ah, Jimin! Ich dachte du gehst gar nicht mehr dran. Was machst du, Baby?", beginnt er direkt zu reden und tatsächlich zucken meine Mundwinkel auf seinen Kosenamen hin nach oben, wenn auch nur für eine Sekunde. „Nichts...", kommt es bloß von mir, da ich nun wirklich nicht in der Verfassung bin, jetzt ein Gespräch zu führen. Erst recht kein Smalltalk. Normalerweise würde ich ihm jetzt jedes kleine Detail nennen und ihn ausfragen, um das Gespräch bloß am Laufen zu halten, allerdings wünsche ich mir im Moment nichts sehnlicher, als schnell wieder aufzulegen, damit ich ihn mit meiner Laune nicht auch noch runter ziehe.
„Na dann...", erwidert er daraufhin und eine Weile ist es ruhig, ehe er wieder zu reden beginnt. „Ich bin grad auf dem Weg nach Hause, war bis eben in der Uni, und musste an dich denken. Also dachte ich mir ich rufe einfach mal an und frage, was du so machst. Scheinst wohl aber auch nicht besser dran zu sein, als ich. Huh?"
„Mhm, ziemlich langweilig", stimme ich ihm zu und beiße mir auf die Unterlippe. „Hey, ist alles in Ordnung, Jimin? Du bist so ruhig heute", scheint nun auch er die Lage zu bemerken. Es überrascht mich, dass er so schnell drauf gekommen ist oder es überhaupt angesprochen hat, statt direkt aufzulegen. Jedoch kommen die Tränen, die ich vorhin erfolgreich verdrängt habe, wieder auf und ich versuche mit aller Kraft, sie zurück zu halten. Es ist es nicht wert, deswegen zu weinen. Reiß dich zusammen, Jimin.
Mittlerweile habe ich mich aufgesetzt, ich öffne den Mund, setze immer wieder zum Sprechen an, allerdings kommt kein Ton aus mir. Und selbst wenn, würde ich direkt in Tränen ausbrechen und ich will auf keinen Fall, dass er das mitbekommt. Allerdings kann ich nicht verhindern, dass mir stumme Tränen über die Wange laufen, die ich schnell wegwische.
„Jiminie? Ist alles okay?", man kann deutlich hören, dass er mittlerweile stehen geblieben ist und seine Aufmerksamkeit komplett mir gehört. Er versucht wahrscheinlich zu entziffern, ob ich überhaupt noch dran bin. „J-ja", bringe ich mit zittriger Stimme raus, um ihm zu signalisieren, dass ich noch dran bin, kann mir ein Schluchzen daraufhin allerdings nicht verkneifen.
„Fuck, Baby. Was ist los?", versucht er aus mir raus zu bekommen und ich kann die Sorge in seiner Stimme deutlich hören. „Ich komme dich abholen, okay? Dann können wir reden", gibt er mir Bescheid, woraufhin ich schnell den Kopf schüttele. Schnell merke ich aber, dass er das gar nicht sehen kann und ich wohl doch mit Worten kommunizieren muss. „N-nein, Hyung. Es ist schon in Ordnung", versuche ich ihn davon abzuhalten, überwältigt von seiner plötzlichen Fürsorge.
„Keine Wiederrede. Ich sitze schon im Auto, bis gleich." Ohne, dass ich noch etwas darauf erwidern kann, legt er auf und ich starre noch eine ganze Weile auf das Display, ehe ich es dann doch schaffe mich aufzurappeln. Ich wische mir die Tränen weg und wasche mein Gesicht kurz mit kaltem Wasser, um ihm nicht komplett verheult entgegen kommen zu müssen. Meine rötlichen Augen und geschwollenen Lippen kann ich aber leider nicht verdecken.
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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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