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Jimin Pov

Sobald ich nach Yoongi seine Wohnung betrete, schließt er die Tür hinter mir, während ich bereits Schuhe und Jacke ausziehe. Tatsächlich hat es keine zehn Minuten gedauert, da stand er mit dem Auto vor meinem Haus, bereit, um mich mitzunehmen. Und nun sind wir hier bei ihm und darüber bin ich gerade auch unglaublich froh. Der Gedanke daran, alleine in meinem Zimmer zu liegen und mich zu bemitleiden gefiel mir ab dem Moment nicht mehr, als er vor mir stand und mich umarmt hat.

„Möchtest du etwas essen oder trinken?", fragt er, als ich die Couch ansteuere, doch ich schüttle nur den Kopf. „Ich möchte mich einfach nur hinlegen, Hyung", seufze ich und lasse mich auf die Couch nieder, lehne mich zurück und schließe die Augen. Am liebsten würde ich sofort einschlafen, Yoongi direkt neben mir wissend, und das von vorhin einfach nur vergessen. Über die Tatsache, so eine Chance bekommen zu haben, kann ich mich an der Stelle einfach nicht mehr freuen. Mein Vater hat mir jegliche Freude genommen und allmählich fange ich sogar an, darüber nachzudenken, ob er nicht sogar recht hat. Vielleicht ist das wirklich einfach nichts? Vielleicht habe ich mir zu viel darauf eingebildet?

„Jimin." Ich spüre seine Hand auf meinem Bein, was mich dazu veranlasst die Augen wieder zu öffnen und direkt in sein Gesicht zu blicken. Er schaut mich auffordernd, aber dennoch sanft an, wobei seine Hand leicht über mein Bein fährt. „Erzählst du mir, was los ist?", gibt er dann von sich, klingt dabei nicht nur besorgt, sondern schaut mich schließlich auch genauso an.

Eigentlich möchte ich es ihm sagen, aber in meinem Hals bildet sich wieder dieser Kloß, der mich bereits im Auto die ganze Zeit davon abgehalten hat zu sprechen. Ich weiß, ich werde höchstwahrscheinlich in Tränen ausbrechen, wenn ich ihm den Grund meiner Stimmung verrate und ich möchte nicht wieder vor ihm weinen. Nicht unbedingt, weil es das Weinen an sich ist, sondern viel eher, weil ich mir wegen des Grundes total bescheuert vorkomme. Ich möchte kein Mitleid, insbesondere nicht von Yoongi.

Sein Blick in den Augen, veranlasst mich dennoch dazu, mich aufzusetzen und ihn kurz anzuschauen, ehe ich mit den Schultern zucke und die Lippen aufeinanderpresse. Seine Hand, welche auf meinem Bein ruht, nehme ich für einen kurzen Augenblick in meine Eigene, dabei hebe ich jedoch den Blick nicht. Viel zu sehr muss ich mich darauf konzentrieren, mich zusammenzureißen.

„Es ist eigentlich nichts", erkläre ich ihm mit einer leisen Stimme und schlucke den Kloß in meinem Hals runter. Zufrieden gibt er sich mit meiner Antwort allerdings nicht, stattdessen rutscht er viel näher an mich ran, legt einen Arm um mich, hebt schließlich seine freie Hand und fasst direkt unter mein Kinn, welches er hochdrückt. „Du kannst mich nicht einmal anschauen. Es ist nicht nichts." Seine Hand legt er nun auf meine Wange und nun schaue ich ihm doch noch direkt in die Augen. Mich überkommt augenblicklich ein behagliches Gefühl, vielleicht ist es der liebevolle Blick in seinen Augen, der sanfte Ton in seiner Stimme oder einfach sein Daumen, der immer wieder vorsichtig über meine Wange streichelt.

Ich denke gar nicht darüber nach, als ich mich für eine kurze Sekunde nach vorne lehne und ein kurzes Küsschen auf seine Lippen drücke, einfach, weil mir in dem Moment danach ist. Dann lege ich meinen Kopf auf seiner Schulter ab und schließe die Augen, während ich mich noch mehr an ihn schmiege. So kenne ich mich ja selbst nicht, ich weiß auch nicht, aber wenn er bei mir ist, möchte ich ihn unbedingt ganz nah bei mir haben. Und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, erst einmal nichts mehr zu hinterfragen und das zu tun, wonach ich mich sehne, solange er natürlich auch kein Problem damit hat.

„Heute habe ich einen Brief von der SOPA erhalten. Sie haben mich zu einem Vortanzen eingeladen", teile ich ihm schließlich mit, klinge dabei, wie die Ruhe selbst und halte auch weiterhin die Augen geschlossen. Ich erwarte keine besondere Reaktion von ihm, zwar nicht so wenig, wie von meinem Vater, aber eben einfach normal. „SOPA steht für School of Performing Arts, das ist eine Schule hier in Seoul, du kennst sie wahrscheinlich nicht einmal. Aber das ist schon okay", lege ich trübe nach und hebe auch den Kopf, um ihn kurz anzuschauen.

Sein Gesichtsausdruck lässt mich dann aber doch mit der Stirn runzeln. Er schaut mich überrascht an, die Augen ein wenig geweitet, während sein Mund ein Spaltbreit offen steht.

„Und ob ich diese Schule kenne, Jimin, wie könnte ich nicht? Ich habe außerdem gehört, dass es verdammt schwierig ist, dort einen Platz zu bekommen und du darfst dort echt vortanzen?", staunt er, wobei sich nun ein Lächeln auf seinen Lippen breitmacht. Seine Reaktion überrascht mich nun doch, für eine Sekunde verfalle ich sogar einer Starre.

„Fuck, Baby, ich wusste ja nicht einmal, dass du tanzt, du musst mir gleich definitiv ein paar Fragen beantworten, aber dazu kommen wir gleich noch. Viel wichtiger ist nämlich"- er legt eine Pause ein und nimmt mein Gesicht in seine Hände, ehe er den Kopf leicht schüttelt. - „Wieso freust du dich nicht darüber? Jimin, das ist eine verdammt große Chance, du solltest strahlen; mir dein wunderschönes Lächeln zeigen, aber nicht traurig sein, hm?" Nun zieht er die Augenbrauen ein wenig zusammen und wirkt wieder besorgt aufgrund meiner Stimmung.

Doch das muss er nicht sein. Denn im Moment spüre ich plötzlich nichts mehr von dieser Traurigkeit, von der er spricht. Wie er auf diese Information reagiert, wie er lächelt und sich für mich freut. Wie er sagt, dass es eine große Chance ist und mir damit wieder Hoffnung auf etwas gibt. Das sorgt für ganz andere Gefühle in mir, als die, die ich vor einigen Minuten noch hatte und ich muss deshalb nun schmunzeln.

„Ich freue mich darüber, Hyung. Aber ich hätte niemals gedacht, dass du so reagieren wirst", gestehe ich ihm, da ich nach meinem Vater nicht mit so etwas gerechnet hätte. Doch er schaut mich auf meine Worte hin nur verständnislos an. „Wieso nicht? Das ist eine riesengroße Sache, weißt du eigentlich, wie stolz ich gerade auf dich bin?", lächelt er und streicht mir dann mit der Hand durch mein Haar, wobei seine Worte in mir ein Gefühl von Glückseligkeit auslösen.

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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon

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