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Jimin Pov
Nach ungefähr einer halben Stunde stehe ich mit einer Tasche mit den nötigsten Sachen vor Yoongis Tür. Es ist mittlerweile relativ spät am Abend, somit müsste er auch bereits zu Hause sein. Ihn angeschrieben, angerufen oder irgendwie Bescheid gegeben habe ich nicht, daran hab ich gar nicht erst gedacht.
Ich wische mir die Tränen von den Wangen und versuche mich, so gut es geht, zusammen zu reißen, allerdings weiß ich jetzt schon, dass ich erneut in Tränen ausbrechen werde, sobald ich auch nur den Mund öffne.
Nachdem ich noch einmal tief durchatme, drücke ich die Klingel. Es dauert eine Weile, ein wenig später sind aber Geräusche hinter der Tür zu hören, ehe diese auch schon von meinem Freund geöffnet wird.
Allein ein Blick in sein Gesicht beruhigt mich und mit einem Mal bin ich so unglaublich erschöpft, dass ich nichts lieber tun möchte, als mich in seine Arme zu kuscheln, einzuschlafen und all das wieder zu vergessen.
Mein Leben war zwar nie besonders schön, aber ich konnte es ertragen, ich war es nicht anders gewohnt. Aber wie soll ich jemals in das Haus zurück kehren, wo mich keiner möchte und wo ich nur belogen werde? Ich kann weder die Anwesenheit meines Vaters ertragen, noch die meines Onkels. Erst recht nicht die meines Onkels.
Ich kann nicht so tun, als wäre nichts gewesen und es einfach versuchen zu vergessen. Aber gleichzeitig kann und will ich ihn damit nicht konfrontieren. Das alles ist im Moment einfach zu viel für mich.
„Hey, Baby. Was ist los?" Erst jetzt fällt mir auf, dass ich Yoongi die ganze Zeit nur angestarrt habe, ohne irgendwas zu sagen.
„Kann ich heute bei dir schlafen?", erwidere ich daraufhin bloß, während ich an ihm vorbei in die Wohnung laufe.
„Natürlich. Ist was passiert?", folgt auch schon die nächste Frage.
Ich weiß nicht einmal genau, was ich hier suche. Das, was ich eben erfahren habe, hat mich unglaublich aus der Fassung gebracht. Ich habe es immer noch nicht verarbeitet, gar auf mich wirken lassen. Um ehrlich zu sein versuche ich es nur zu verdrängen und bereit, es Yoongi zu erzählen, diese Worte auszusprechen und sie offiziel zu machen, bin ich definitiv nicht. Ich will einfach nur die Nähe meines Freundes, weit entfernt von dieser Katastrophe, genießen. Ohne jegliche Fragen, welche ich ihm aber auch nicht verübeln kann, wenn ich hier so aufgewühlt in seiner Wohnung stehe.
Im Wohnzimmer liegen sein Laptop und einige Blätter auf dem Tisch ausgebreitet, was wohl bedeutet, dass er am lernen war. Mit einem Mal fühle ich mich unglaublich schlecht, dass ich ihn wieder mit all meinen Problemen belaste und ich spüre, wie sich meine Augen mit Tränen füllen, die ich krampfhaft versuche zurück zu halten. Nicht jetzt, Jimin.
Ich räuspere mich und drehe mich zu Yoongi um. „Stör' ich?", schaffe ich es noch gerade so mit gebrochener Stimme zu sagen, ehe mich auch schon die Tränen übermannen. Hat ja auch lang genug gedauert.
„Baby, nein. Du störst nie. Wie kommst du überhaupt darauf?", folgen daraufhin auch gleich seine Worte, ehe er mich auch schon in seine Arme zieht. Ich vergrabe mein Gesicht an seiner Brust und lege meine Arme um ihn, um mich näher an ihn drücken zu können.
Er streicht mir über den Rücken und platziert einen Kuss auf meinen Haaren, ehe er sich ein wenig von mir distanziert. „Ich störe dich immer, weil ich mit meinen Problemen nicht alleine klarkomme und du musst jedes verdammte Mal auf mich aufpassen", bringe ich mit bebender Stimme hervor und senke entschuldigend den Blick zu Boden.
Lange weilt mein Blick dort nicht, da Yoongi meinen Kopf mit einer Hand an meinem Kinn wieder anhebt. „Ich bin dein Freund, Baby. Dafür bin ich da, du sollst mit deinen Problemen zu mir kommen. Wenn nicht ich auf dich aufpasse, wer sonst, huh? Wer soll es dann sonst tun?"
Seine Worte beruhigen mich ein wenig, allerdings fühle ich mich immer noch ein wenig schlecht. „Also, willst du mir nicht vielleicht erzählen, was passiert ist?", hakt er nach.
Ich schüttele den Kopf. „Ich bin so unglaublich erschöpft, Hyung. Ich will mich einfach nur hinlegen, ich habe keine Kraft mehr", sage ich, während ich mit dem Ärmel meines Oberteils meine Tränen wegwische.
„Du willst nicht drüber reden?", fragt er noch einmal, um sicher zu gehen. Zur Bestätigung nicke ich leicht und setze mich auf sein Bett.
„Okay", nickt er bloß. „Du weißt aber, dass du mit mir über alles reden kannst. Wenn du es dir also anders überlegst, bin ich hier", sagt er noch, während ich es mir gemütlich in seinem Bett mache.
Ich weiß nicht so recht, was mein Ziel ist, ob ich heute Nacht überhaupt zum schlafen kommen werde. Jedenfalls erhoffe ich mir nur, dass das ein ziemlich schlimmer Albtraum ist, aus welchem ich bald erwachen werde. Oder dass mein Onkel auftaucht und mir bestätigt, dass das nur ein dummer Scherz war.
Statt auf Yoongis Worte einzugehen, strecke ich die Arme nach ihm aus. Vielleicht gerät es einfach in Vergessenheit, wenn ich so tue, als wäre nichts. Zwar wird sich das Problem nicht in Luft auflösen, aber für diesen Moment will ich einfach nicht mehr dran denken. Es macht mich fertig.
„Kann ich ein paar Tage hier bleiben? Ich möchte nicht nach Hause", frage ich ihn, während ich mich in seine Arme kuschele, da er sich mittlerweile neben mich gelegt hat. Wahrscheinlich hat er schon geahnt, dass zu Hause was vorgefallen ist und wenn nicht, sollte er es spätestens jetzt wissen. Es ist allerdings nicht das, was üblicherweise das Problem war... leider. Damit hätte ich noch umgehen können. Daran war ich wenigstens gewohnt.
„Natürlich, Baby. Solange du möchtest."
Ich drehe mich in seinen Armen um, sodass er seine Arme nun von hinten um mich gelegt hat und schließe die Augen fest, kann die aufkommenden Tränen aber auch jetzt nicht zurück halten, weswegen ich einfach stumm vor mich hin weine.
***
Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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