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Jimin Pov

Ich muss gestehen, dass ich die Nervosität deutlich spüre, als wir die Treppen der Wohnung hoch laufen, in welcher Jungkook wohnt. Zwar habe ich Yoongis Eltern nicht kennen gelernt und wahrscheinlich werde ich das auch nie, da er, soweit ich weiß, keinen Kontakt zu ihnen hat und auch nie wirklich über sie spricht. Yoongi hat mir jedoch erzählt, dass Jungkooks Mutter auch wie eine Mutter für ihn ist, da sie mit den beiden groß geworden ist. Mehr habe ich auch nicht aus ihm bekommen. Jedenfalls fühlt es sich ein wenig so an, als würde ich nun seine Mutter kennen lernen und das, obwohl wir nicht einmal deswegen hier sind. Sondern wegen Jungkook und der ganzen Sache mit Japan.

Vor der Tür bleibt Yoongi stehen und als er die Klingel nicht betätigt, schaue ich zu ihm auf, nur um zu merken, dass er mich mit einem amüsierten Grinsen anschaut. „Du musst nicht nervös sein, Baby", sagt er und streicht mit seinem Daumen über meinen Handrücken, drückt meine Hand anschließend sanft. „Ich bin nicht nervös", lüge ich, was ihm ein Lachen entlockt. „Wen willst du davon überzeugen? Mich oder dich?", schmunzelt er, woraufhin ich nur leicht schmolle. „Sie wird dich mögen, da bin ich mir sicher. Ich meine, wer mag dich schon nicht? Jeder, der dich kennen lernt, verliebt sich direkt in dich. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung", sagt er, zwinkert mir gegen Ende sogar zu, was mir ein Kichern entlockt.

„Mach dir keine Sorgen", fügt er noch hinzu, platziert einen Kuss auf meine Wange und betätigt letztendlich auch schon die Klingel. Wenig später wird die Tür auch schon von einer hübschen Frau geöffnet, die für ihr Alter noch relativ jung aussieht und ich muss sagen, dass die Ähnlichkeit mit Jungkook kaum zu übersehen ist. Ihr Blick fällt erst einmal auf unsere verschränkten Hände, ehe sie ihren Blick zu Yoongi wandern und die Situation wahrscheinlich erst einmal auf sich wirken lässt.

„Yoongi", kommt es überrascht von ihr. Eine Weile sieht sie noch relativ überrascht aus, dann breitet sie aber auch schon ihre Arme nach ihm aus und zieht ihn in eine enge Umarmung. „Ich hab dich vermisst", sagt sie und platziert einen Kuss auf seiner Schläfe.

„Gott, wann hab ich dich das letzte Mal gesehen? Du lässt dich gar nicht mehr blicken", schimpft sie mit ihm, lässt nun allmählich von ihm ab und richtet ihre Aufmerksamkeit auf mich. „Und du musst Jimin sein?", stellt sie fest und legt ihre Arme auch sanft um mich.

Es überrascht mich ein wenig, da ich mir nicht sicher bin, woher sie das weiß, allerdings erwidere ich ihre Umarmung direkt und verbeuge mich auch kurz vor ihr, sobald sie von mir ablässt. „Freut mich Sie kennen zu lernen."

„Jungkook hat mir schon viel erzählt", informiert sie mich lachend. „Und natürlich hab ich auch von Jungkook erfahren, dass du in einer Beziehung bist, Yoongi-ya. Das hätte ich gerne von dir gehört", sagt sie, während sie uns rein ins Wohnzimmer führt. Jungkook ist noch in der Schule und er weiß auch nichts von alldem, schließlich wollten wir nicht, dass er sich zu sehr freut. Immerhin könnte das auch in einer großen Enttäuschung enden.

„Ich wollte es dir erzählen, Tante Minsoo. Aber die letzte Zeit war unglaublich stressig und ich hab keine Zeit gefunden, um herzukommen. Vorallem neben der Uni komme ich kaum zu irgendwas", erklärt er ihr mit einer entschuldigenden Miene. „Aber jetzt sind wir ja hier, stimmt's?"

Yoongi legt eine Hand auf mein Knie und drückt es sanft, richtet seine Aufmerksamkeit wieder auf Jungkooks Mutter. „Aber deswegen sind wir auch gar nicht hier. Wir wollten über etwas anderes mit dir sprechen", redet Yoongi auch gar nicht länger um den heißen Brei.

„Jimin und Ich hatten es die letzten Wochen nicht sehr leicht. Du weißt ja, was bei mir los war und Jimin hatte, oder hat, auch noch einige Dämonen zu bekämpfen. Uns ist aufgefallen, dass wir uns hier nicht mehr sehr wohl fühlen und meine Wohnung, diese Stadt, mit den schlechten Erinnerungen verbinden, die uns ständig verfolgen." Er ergreift ihre Hand und umfasst sie mit seinen beiden Händen. „Wir waren vor einpaar Tagen in Japan, weil wir eine Auszeit gebraucht haben und uns ist aufgefallen, dass es uns dort ganz gut gefällt und vorallem auch besser geht. Es ist zwar eine spontane Entscheidung, aber es ist definitiv ein Schritt im Leben, den wir gehen müssen. Das ist für uns auch wirklich ernst, es ist also keine lächerliche impulsive Entscheidung, weil wir Abwechslung brauchen. Ich weiß nicht, ob wir jemals zurück kommen werden oder planen, unser gesamtes restliches Leben dort zu verbringen, aber das möchten wir zurzeit auch gar nicht bedenken. Es ist mir nur wichtig, dass du weißt, dass diese Entscheidung einen tieferen Grund hat und auch, dass ich dich so oft anrufen und besuchen werde, wie es mir nur möglich ist."

Minsoo seufzt lauf, senkt ihren Blick und nickt leicht. „Ich muss gestehen, dass es mich ein wenig verletzt und traurig gemacht hat, als Jungkook mir davon erzählt hat. Du hast mir nicht Bescheid gegeben und Jungkook hat mich damit ziemlich überrumpelt. Aber ich kann eure Entscheidung verstehen und ich werde euch das auch nicht versuchen auszureden. Solange du glücklich bist, bin ich es auch, Schatz. Auch, wenn das heißt, dass ich dich von nun an umso seltener zu Gesicht bekommen werde." Sie legt eine Hand an seine Wange und platziert auf der anderen einen kleinen Kuss.

„Und ich weiß auch, weswegen ihr hier seid, Jungkook hat mich angefleht, mit euch mitgehen zu können. Um ehrlich zu sein, hab ich lange darüber nachgedacht und wahrscheinlich ist es das Beste, wenn ich ihm diesen Wunsch nicht abschlage. Ich werde ihn vermissen; ich werde euch beide unglaublich vermissen. Aber Japan ist nicht weit und ich werde mich umso mehr auf die Ferien freuen, da ich euch endlich wieder sehen kann. Und ich vertraue dir, Yoongi. Du hast schon immer gut auf Jungkook aufgepasst und ich weiß, dass er in deinen Händen sicher ist. Wahrscheinlich sicherer, als in meinen. Du hast dich schon immer gut um ihn gekümmert, wenn ich das gerade nicht konnte. Hier wäre er ohne dich nur unglücklich. Erst recht, wenn Taehyung auch mit euch mitgeht, das würde er nicht verkraften", sagt sie und in mir macht sich eine unglaubliche Erleichterung breit. „Allerdings fühl ich mich nicht ganz wohl dabei, ihn ohne wenn und aber gehen zu lassen. Also dachte ich mir, dass wir das erstmal auf eine bestimmte Zeit festlegen. Sowas wie ein Auslandjahr. Er wird dort ein Jahr zur Schule gehen, wohnen und sich einleben. Und danach kann er entscheiden, ob es wirklich das ist, was er für die Zukunft möchte oder ob er doch wieder zurück kommen will."

Diese Worte lösen eine unglaubliche Erleichterung in mir aus. Endlich steht alldem nichts mehr im Weg und einen Verlust müssen wir dadurch auch nicht erleiden, da Taehyung und Jungkook einfach mit uns mitkommen werden. Allmählich bin ich davon überzeugt, dass wir in Japan wirklich glücklich werden könnten.

„Und in der Zeit, die wir noch gemeinsam haben, würde ich gerne deinen hübschen Freund kennen lernen. Wie hat sich das alles ergeben?"

***
Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon

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