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Jimin Pov

Erschöpft schließe ich die Tür zu unserem Apartment auf, schlüpfe aus meinen Schuhen, welche ich mit dem Fuß zur Seite schiebe, und ziehe meine Jacke aus, welche ich aufhänge. Im ganzen Apartment ist es ruhig, die Lichter sind auch ausgeschaltet, weil Yoongi erst in ungefähr zwei Stunden nach Hause kommt. Somit bin ich erstmal alleine.

In meiner Hand habe ich einen Karton mit einer Pizza drin, welche größtenteils mit Gemüse bedeckt ist - man kann ja wenigstens etwas gesund sein -, die ich für Yoongi und mich von der Arbeit mitgebracht habe. Da ich im Augenblick aber keinen Hunger verspüre und auf meinen Ehemann warten möchte, lege ich - sobald ich die Hände gewaschen habe - die bereits geschnittenen Stücke auf einen Teller, welchen ich in die Mikrowelle stelle. 

Seufzend lasse ich mich schließlich auf einen der Stühle nieder und atme einmal tief durch. Vor etwa einem Monat, ungefähr zu der Zeit, als Yoongi und ich geheiratet haben, war alles ein wenig anders. Irgendwie leichter. Die letzten Wochen waren ganz schön anstrengend, insbesondere, weil ich neben der Schule immer noch Essen ausliefere. Zwar nicht so viele Stunden, wie vorher, aber dennoch. Körperlich bin ich echt erschöpft, das Tanzen macht mir zwar Spaß - nein, ich liebe es sogar, allerdings wäre es gelogen zu behaupten, dass es einfach ist. Um ehrlich zu sein, belastet mich das noch zusätzlich, denn ich habe in letzter Zeit das Gefühl, alles falsch zu machen und einfach nicht besser zu werden.

Ich weiß, ich muss das nicht zwangsläufig tun, - einen Nebenjob haben -, Yoongi sagt mir immer wieder, ich müsse mich nicht überanstrengen; könne mich nur auf die Schule konzentrieren. Aber ich möchte ihm nicht einfach alles überlassen. Ich möchte ihm helfen und solange ich noch auf zwei Beinen stehen kann, werde ich das auch.

Aber das ist ohnehin nicht das Problem. Ein weiteres Mal muss ich seufzen, fahre mir schließlich durchs Haar und lehne meinen Kopf an die Wand.

Mir geht es heute nicht gut.

Eigentlich ist es die ganzen letzten Tage wieder so.

Ich fühle mich zwar körperlich erschöpft, aber das ist es nicht. Es ist irgendetwas, das tiefer geht. In meinem Kopf, in meiner Seele - ich weiß es einfach nicht. Die ganze Zeit über muss ich wieder an all das denken, was mich bereits in Seoul beschäftigt hat und es bereitet mir einfach nur Kopfschmerzen. Das alles, was ich zurücklassen wollte, lässt mich einfach nicht los. Mir könnten zu jedem Tag in der Woche; zu jeder Tageszeit die Tränen in die Augen steigen.

Und diese schrecklichen Albträume sind seit Kurzem auch wieder zurück.

Entweder es ist mein Vater, der mir ins Gesicht sagt, wie egal ich ihm bin. Mein Onkel, welcher mich von sich stößt, oder Yoongi, der so einen großen Schmerz verspürt, dass er einfach nicht mehr weitermachen kann. Das ist nach wie vor das Allerschlimmste von allen. Der Gedanke, dass es ihm schlecht gehen könnte, er nicht mehr leben möchte und ich es einfach nicht erkennen und ihm helfen kann.

Meine Augen fühlen sich seltsam an, weshalb ich mir mit den Händen übers Gesicht streiche und dabei merke, dass sie ein klein wenig nass sind. Inzwischen merke ich es nicht mal, wenn ich weine, so oft, wie es wieder passiert. Ich bin es einfach leid. Ich bin es leid mich so zu fühlen. Und ich verstehe es einfach nicht.

Mein Blick fällt auf meinen Finger, an welchem der Ehering steckt. Ich drehe ihn etwas und betrachte ihn, denke an alles, was geschehen ist, seitdem wir hier in Japan sind. Wir sind doch hierher gekommen, weil wir ein neues Leben anfangen und alles zurücklassen wollten. Meine beste Freunde sind hier, die Liebe meines Lebens ist an meiner Seite, wieso verdammt nochmal bin ich nicht glücklich? Wieso holt mich alles wieder ein?

Anfangs schien es so gut zu laufen, doch nun fängt die ganze Scheiße wieder von vorne an.

„Was stimmt nur nicht mit dir", murmle ich mir selbst zu, klinge dabei einfach nur verzweifelt und fühle mich auch genau so. Ein weiteres Mal fahre ich mir durch die Haare, entscheide mich aber aufzustehen und mich abzulenken, um dem nicht wieder zu verfallen. Egal, wie schwierig es mir erscheint, ich muss doch dagegen ankämpfen können.

Mir steigen stattdessen aber wieder Tränen in meine Augen, woraufhin ich ins Bad gehe und mich an der Spüle abstütze, mich daran festhalte, als würde mein Leben daran hängen. Ich versuche dagegen zu kämpfen, versuche nicht zu weinen, aber es klappt einfach nicht. Der Drang wird größer, genau wie die Verzweiflung und während einige Tränen bereits ihren Weg in die Spüle finden, entwicht mir auch ein Lachen. „Wieso weinst du, es ist nichts passiert. Hör auf zu weinen", spreche ich mir wieder selbst zu, schüttle den Kopf und lache weiter, was aber immer weiter abnimmt.

Ich fühle mich wie ein Irrer. Als wäre ich drauf und dran meinen kompletten Verstand zu verlieren.

Es ist ein Tag, wie jeder andere auch. Ich bin aufgestanden, war in der Schule und schließlich für zwei Stunden Essen ausliefern. Mit unserem Abendessen und dem Wissen, bald wieder bei Yoongi zu sein, bin ich nach Hause gekommen. Alles ist so, wie es sein sollte. Alles ist gut und trotzdem stehe ich jetzt hier im Badezimmer und heule mir die Augen aus. Trotzdem fühle ich mich schwächer und erbärmlicher denn je.

***
Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon

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