Prolog ≈
Es ist still, außer mir befindet sich niemand in dem Raum. Nur das regelmäßige Ticken der Uhr durchbricht immer wieder die Stille, signalisiert mir, dass ich mich im Hier und Jetzt befinde. Tick, Tack. Manch einer könnte es als nervenaufreibend beschreiben, vor allem in einer Situation voller Nervosität, allerdings spendet mir dieses kleine, monotone Geräusch, auf eine ganz komische Art, Trost.
Die tickende Uhr ist eine Bestätigung dafür, dass sich die Welt weiter dreht. Und auch, wenn es mir in vielen Teilen meines Lebens so vorkommt, ist die Uhr nie wirklich stehen geblieben. Sie tickt immer weiter – das Leben geht immer weiter. Für alle da draußen und auch für mich. Sie muss weiter gehen.
Meine zittrigen Hände ruhen auf meinem Schoß und ich spiele mit meinen Fingern, um der Nervosität keine Überhand gewinnen zu lassen. Ich lasse meinen Blick, zum wahrscheinlich tausendsten Mal heute, durch den Raum gleiten. Nichts an dieser weißen Umgebung ist tröstend, sie strahlt eine gewisse Leere aus. Trauer.
Niemals hätte ich geglaubt, dass ich mich jemals in solch einer Situation befinden würde. Dass ich mich jemals hier befinden würde. Im Wartebereich einer psychiatrischen Anstalt, mit nichts außer dem kleinen Fünkchen Hoffnung, dass mich dieser Schritt zu dem richtigen Pfad meines Lebens führen wird.
Zu gerne würde ich einfach einen Rückzieher machen und mich alldem nicht stellen müssen. Allerdings kann ich das nicht. Das habe ich versprochen. Ich habe es mir versprochen. Ich habe es ihm versprochen. Ich muss es versuchen, es einfach wagen. Sonst wird eines Tages die Welt doch stehen bleiben, die Uhr wird nicht weiter ticken können. Für andere schon – für mich allerdings nicht.
Schritte hallen durch den leeren Gang der Psychiatrie und die Uhr ist nicht länger das Einzige, was zu hören ist. Ich hebe meinen Blick von meinem Schoß und sehe direkt in das Gesicht der Krankenschwester, die mir ein aufmunterndes Lächeln schenkt.
„Der Doktor wartet auf Sie", teilt sie mir mit, gefolgt von einer kurzen Wegbeschreibung in sein Büro, welche ich nur gerade so aufnehme, da sich eine Unruhe in mir breit macht, die all meine Sinne vernebelt.
Es ist soweit. Es gibt kein Zurück mehr.
Mit schweren Schritten gehe ich den kahlen Flur entlang, wünsche mir nichts sehnlicher, als wieder im Wartezimmer zu sitzen und dem Ticken der Uhr zu lauschen. Vor der beschriebenen Tür bleibe ich stehen, richte meinen Blick auf und lese den Namen meines Psychiaters, welcher neben der Tür hängt. Immer und immer wieder, bis ich den Mut aufbringe und anklopfe.
Die Tür wird von einem Mann mittleren Alters mit einem weißen Kittel geöffnet und sowie auch die Krankenschwester, schenkt auch er mir ein aufmunterndes Lächeln, als er mich in sein Büro bittet. „Setz dich doch", bietet er mir an, lässt sich daraufhin ebenfalls auf seinem Stuhl nieder.
Er überschlägt seine Beine und greift nach einem Stift, ehe er seinen Blick wieder auf mich lenkt.
„Erzähl mir doch erst einmal, wieso du dich einweisen lassen möchtest."
***
Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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