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Kapitel 8

Tellus 2019

Fest drückte sie Williams Hand, als der Scanner sie erfasste und ihre Welt rot erschienen ließ. Sicherlich waren es nur wenige Sekunden, in denen sie gescannt wurde, doch diese kurze Zeit fühlte sich für Lilly wie eine halbe Ewigkeit an.

Plötzlich blinkte es mehrmals grün auf. Kaum merklich atmete sie aus und sie bemerkte, dass auch William sich entspannte. Falls sie bis jetzt noch irgendwelche Zweifel gehegt hatte, wurden ihr diese nun endgültig genommen: Lilly und Lilliana waren im Grunde genommen ein und dieselbe Person, auch wenn sich ihre Leben so grundlegend voneinander unterschieden. Sie hatten die selbe DNA.

Du hast gewonnen, Will. Ich bin jetzt endgültig überzeugt von der Existenz eines Paralleluniversums. Nun hol mich hier bitte wieder raus, dachte sich Lilly verzweifelt.

Abrupt zog William seine Hand, die noch auf ihrer lag, zurück und räusperte sich. Schnell wischte sich Lilly die schwitzigen Hände an ihrer Hose ab.

Nachdem jede Person in dem großen Saal erfasst wurde und es anscheinend keine blinden Passagiere auf der Basis gab, meldete sich der Offizier wieder zu Wort, indem er sich an die Soldaten wandte. „Zudem möchte ich mitteilen, dass die Trainingshalle heute geschlossen ist aufgrund eines Lecks, das beseitigt werden muss, um sicherzustellen, dass niemand in Kontakt mit der verseuchten Luft kommt.", verkündete er, woraufhin einige Protestrufe ertönten.

„Sie können das Training doch nicht ausfallen lassen!", rief Nour empört, sodass sich einige Köpfe zu ihr drehten. Beunruhigt legte Jiang eine Hand auf ihre Schulter und sah William und Lilly fragend an. „Wie kann das sein? Wurde uns nicht versichert, dass die Wände komplett undurchdringlich seien?"

Wütend schlug Nour die Fäuste auf den Tisch. „Jetzt nehmen sie uns auch noch unser Training weg!" Besorgt deutete Jiang ihr an, sich zurückzuhalten und flüsterte ihr etwas zu, woraufhin Nour sich tatsächlich mit verschränkten Armen zurücklehnte und Offizier Denton finster anfunkelte.

William hatte die Zähne ebenfalls wütend zusammengebissen, sodass seine Kieferknochen deutlich hervortraten. „Die Nagas kommen nicht auf das Gelände der Basis. Dafür ist der Stachelzaun, der das Gebäude umgibt, zu hoch. Und von einer Katastrophe hier in New York hätten wir erfahren.", erklärte er und sah irritiert zu dem Offizier hoch, der die Protestrufe und die verwirrten Gesichter der Soldaten mit einem undurchdringlichen Blick beobachtete.

„Eine Katastrophe kann es nicht gewesen sein. Wir sind doch eben erst von der Patrouille zurückgekehrt und es war nicht windiger als sonst.", murmelte Nour mürrisch, was Jiang mit einem verwirrten Blick kommentierte. „Eben erst? Nour, wir sind doch schon seit mehreren Stunden wieder zurück auf der Basis."

William verhinderte den Ausbruch einer erneuten Diskussion zwischen Nour und Jiang, indem er sich räusperte. „Wenn es kein Naga und keine Katastrophe gewesen war, was kann es dann gewesen sein?", fragte er vorahnend. Ungläubig sahen Nour und Jiang ihn an, während Lilly stark beunruhigt auf eine Erklärung wartete. Konnte es denn noch schlimmer werden? Gigantische Schlangen, verseuchte Luft und jetzt auch noch -

„Die Rebellengruppen. Anders kann ich mir die Situation nicht erklären.", fuhr William düster fort. Alle drei schienen bei diesen Worten zu erstarren

Ein lautes Klingeln ließ die protestierenden Soldaten verstummen. „Vielen Dank für eure Kooperation." Mit diesen Worten verschwand der Offizier und die Soldaten wurden entlassen.

„Na dann, auf in den Gemeinschaftsraum. Es sei denn ihr beiden Turteltauben wollt schon wieder alleine sein.", sagte Jiang mit einem Schmunzeln und sah Lilly und William abwechselnd an, wofür er von Nour ein Lachen einkassierte. Während Lilly das Blut ins Gesicht schoss, sah William Jiang bloß mit hochgezogener Augenbraue an.

Der Aufbau des Gemeinschaftsraumes überraschte Lilly. Man konnte fast schon behaupten, dass er gemütlich eingerichtet wurde mit dem in der Mitte platzierten Sofa, dem Radio, das durchgehend lief und den gestapelten Gesellschaftsspielen in der Ecke.

Da Lilly und William warten mussten bis der Großteil der Basis schlief, um ihren Plan, die Überwachungskameras zu überprüfen, nachgehen zu können, hatten Lilly und William Jiangs Idee zugestimmt. Während Nour konzentriert die Klinge ihres Dolches schärfte, schien William auf dem Sessel ein Buch zu lesen. Den Titel des Buches konnte sie nicht ganz entschlüsseln, aber das Buch diente anscheinend eh nur als Tarnung, denn William schien viel mehr seine Teamkollegen sorgfältig zu beobachten. Lilly saß neben Jiang auf der Couch, der den Kopf in den Nacken gelegt die Augen geschlossen hatte. Sie selbst lauschte aufmerksam der tiefen Stimme, die aus dem Radio ertönte.

Die Niederlande ist nun endgültig unsere dritte Atlantis, dicht nach Japan, das vergangenes Jahr untergegangen ist. Florida und Kalifornien sind ebenfalls auf dem Weg in den Abgrund. Da fragt man sich doch: Wann sind wir dran? Wie lange können wir New York noch über Wasser halten? Wann wird unsere geliebte Freiheitsstatue endgültig in den Meeresgrund versinken? Lange müssen wir nicht mehr warten. Und das ist auch schon mein Stichwort für die Katastrophenwarnung: In den nächsten Tagen erwartet uns ein mittelgroßer Hurrikan, der sich vom Norden anbahnt. Die entsprechenden Einheiten der drei Basen in New York werden morgen für eine ausreichende Nahrungsversorgung der Bevölkerung sorgen, die Patrouillengänge fallen jedoch aus. Es ist Vorsicht geboten."

Jiang seufzte laut. „Das heißt dann wohl, dass wir hier auch noch einige Tage gefangen sind." Lilly versteifte sich bei den Worten des Radiosprechers augenblicklich. Und vielleicht war das ein naiver und selbstsüchtiger Gedanke, aber sie hoffte stark, dass sie heute Nacht erfahren würden, wie sie wieder zurück auf die Erde konnte, bevor der Hurrikan kommen würde. Schuldbewusst dachte sie an all die Menschen, die nicht aus dieser Welt fliehen konnten, an William, Jiang und Nour, die so etwas andauernd ertragen mussten.

„Jiang?", unterbrach William ihn aus seiner Trübseligkeit. „Wer hat heute die Nachtschicht im Überwachungsraum?", fragte er betont beiläufig und warf Lilly einen kurzen vielsagenden Blick zu. Überrascht blinzelte Jiang und auch Nour sah ebenfalls skeptisch von ihrem Dolch auf. „Dein alter Rivale Steve müsste heute dran sein.", antwortete Jiang schließlich grinsend.

„Wenn ihr euch wieder prügeln wollt, sagt mir bitte vorher Bescheid. Das will ich mir nicht entgehen lassen.", höhnte Nour und schlug daraufhin lachend mit Jiang ein, was William mit einem Augenrollen quittierte. „Keine Sorge, du wirst die erste sein, die davon erfahren wird.", spottete William und wandte sich wieder seinem Buch zu.

Verwirrt sah Lilly ihn an. Seltsamerweise hatte sie William nicht so eingeschätzt, dass er sich mit anderen prügelte, deshalb fragte sie sich, was wohl zwischen ihm und diesem Steve vorgefallen war. Und vor allem fragte sie sich, was das für ihren Plan bedeuten würde.

„Planänderung", sagte William, als er die Tür zu Lillianas Zimmer hinter sich verschloss, nachdem sie den Gemeinschaftsraum verlassen hatten. „Du wirst alleine in den Überwachungsraum gehen müssen. Natürlich mit meiner Unterstützung, denn ich werde hier sein." Er deutete auf ihr Ohr. „Ich werde dich anleiten. Steve wäre nämlich nicht allzu begeistert, wenn er mir begegnen würde.", fügte er mit knirschenden Zähnen hinzu.

Fragend sah Lilly ihn an. „Ich wusste gar nicht, dass du der Schlägertyp bist." William grinste. „Nun ja, du weißt so einiges nicht über mich, Anderson. Es gibt auf der Basis verschiedene Rangordnungen. So muss man eine gewisse Rangordnung erreichen, bevor man auf Patrouille geschickt wird oder überhaupt das Gelände verlassen darf. Aufsteigen kann man durch gewisse Tests. Und Steve ... Steve musste bei einem Test in einem Kampf gegen mich antreten. Da ich ihm sowohl körperlich als auch mit meinem Wissen überlegen bin, hat er natürlich verloren. Das ist zwar schon zwei Jahre her, aber sein Stolz konnte diese Niederlage nie verkraften."

In seiner Stimme schwang keine Spur von Arroganz. Er blieb völlig sachlich und schien lediglich Fakten aufzulisten. „Von dir - oder besser gesagt von Lilliana - ist er jedoch vollkommen überzeugt. Es ist der ganzen Basis bekannt, dass er schon seit geräumiger Zeit wie besessen von ihr schwärmt, so wie viele andere junge Männer hier auch. Deshalb können wir davon ausgehen, dass er dir wie geschmolzene Butter in die Hände fallen wird."

Verblüfft trat Lilly einen Schritt zurück. Es fiel ihr schwer zu glauben, dass es ein Universum gab, in dem Lilly tatsächlich begehrenswert war. Auf der Erde fiel sie kaum auf, war die meiste Zeit über wie ihr bester Freund auch in ihrer eigenen Welt versunken. Mit einem interessierten Blick durchbohrten Williams Augen sie und er schien genau zu wissen, was sie gerade dachte.

„Lilliana hat mehr Nagas getötet als je ein anderer Soldat auf dieser Basis. Sie wird von allen hier respektiert oder beneidet. Natürlich töten die meisten Soldaten, aber hinter Lillianas Verhalten steckt eine so tief verwurzelte Leidenschaft und Überzeugung wie bei keinem anderen. So, als hätte sie persönlich ein Naga angegriffen, was nicht unwahrscheinlich ist. Die meisten von uns haben geliebte Menschen durch Nagas verloren. Wen oder was Lilliana verloren hat, weiß ich jedoch nicht. Wir sprechen nicht über unsere Leben vor der Basis.", fuhr er erklärend aus, wobei zum Ende hin seine Stimme einen düsteren Klang annahm.

Erschüttert fuhr sich Lilly durch die Haare. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, was Lilliana auf dieser schrecklichen Welt widerfahren war, deshalb verdrängte sie diese Vorstellung. Stattdessen stellte sie erleichtert fest, dass sie, wenn sie alleine im Überwachungsraum war, eventuell auch nach Informationen über ihre Mutter suchen konnte, ohne, dass William davon Wind bekam. Vielleicht arbeitete ihre Mutter ja ebenfalls auf der Basis. Zumindest klammerte sie sich an diese Hoffnung.

„In Ordnung.", sagte Lilly laut ausatmend und nickte, um sich selbst auch von ihren Worten zu überzeugen. „Ich bin bereit. Wir können starten."

William nickte ebenfalls. „Ich werde die ganze Zeit über bei dir sein. Vielleicht erfahren wir ja heute, wie du zurück nach Hause kannst.", sagte er aufmunternd, was Lilly lächeln ließ. Das hoffte sie sehr.

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„Hörst du mich?", ertönte es leise in ihrem Ohr, als sie den verlassenen Gang entlanglief und immer wieder argwöhnisch über ihre Schulter blickte. William hatte ihr zwar versichert, dass um diese Zeit alle schliefen und sich niemand mehr außerhalb seines Zimmers aufhielt, aber Lilly hatte dennoch Angst vor einem plötzlichen Aufeinandertreffen mit irgendwelchen Soldaten. Williams Stimme in ihrem Ohr gab ihr jedoch ein Gefühl von Sicherheit. Sie atmete beruhigt aus. „Ja, ich höre dich."

„Gut. Am Ende des Ganges befindet sich der Fahrstuhl. Dort angekommen betätigst du den Knopf ‚Zentrale'"

Lilly nickte, auch wenn sie wusste, dass William sie nicht sehen konnte. Zügig betrat sie den Fahrstuhl und stellte erleichtert fest, dass dieser leer war. Mit zittrigen Händen drückte sie auf den blauen Knopf mit der Inschrift Zentrale.

„Ich bin jetzt im Fahrstuhl.", teilte Lilly ihm mit und versuchte ihm ihre Anspannung nicht anmerken zu lassen. „In der Zentrale befindet sich der Überwachungsraum direkt links neben dem Fahrstuhl.", sagte er passend, als sich die Türen öffneten und Lilly die Zentrale betrat, die wesentlich kleiner war als die anderen Etagen. Sie fragte sich, was sich wohl in den anderen Räumen befand, doch es blieb keine Zeit, um dies herauszufinden. Also steuerte sie geradewegs auf die Tür des Überwachungsraumes zu.

„Ich stehe vor der Tür.", flüsterte sie leise und blieb wie angewurzelt stehen. Sie spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte. „Gut, du schaffst das, Lilly. Auch wenn du solange Steve da ist mich nicht mehr hören wirst, bin ich noch da. Verstanden?", versicherte ihr William mit ruhiger Stimme. Lilly schien vor Nervosität das Atmen vergessen zu haben.

Sie nickte nur, gab sich einen Ruck und öffnete entschlossen die Tür. Vor ihr erstreckte sich ein breiter dunkler Raum mit unzähligen Bildschirmen, die an den Wänden angebracht waren. Auf einem Bürostuhl entdeckte sie einen roten Haarschopf. Der Junge mit den Sommersprossen erschreckte sich bei Lillys Anblick und rappelte sich schnell auf.

„Lilliana, was für eine wundervolle Überraschung. Hast du einen neuen Haarschnitt? Du siehst umwerfend aus. Damit meine ich natürlich nicht, dass du mit langen Haaren nicht ebenfalls umwerfend aussahst.", stotterte er zusammenhanglos und errötete. Ein wenig überrumpelt stellte Lilly fest, dass dies Steve sein müsste. Tatsächlich schien er mehr als nur eine kleine Schwärmerei für Lilliana zu hegen, was Lilly sich nun zu Nutze machen musste.

„Hallo Steve." Lilly setzte ein verführerisches Lächeln auf, was Steve noch mehr erröten ließ. „Mir wurde mitgeteilt, dass eine Nachricht vom Offizier auf dich wartet. Du sollst dich bei deinem Team melden, sie werden dir alles Nötige berichten. Solange überwache ich hier die Bildschirme.", sagte sie mit sanfter Stimme und trat ihm einen Schritt näher. Lilly musste zugeben, dass sie selbst überrascht davon war, wie leicht es ihr fiel, Steve etwas vorzuspielen. „Ich danke dir. Ich werde mich beeilen." Steve nickte heftig mit dem Kopf und rannte aus dem Raum.

„Das war aber einfach.", murmelte Lilly perplex und setzte sich auf den Bürostuhl. Fasziniert betrachtete sie die Bildschirme und Monitore, die jede Ecke der Basis anzeigten. Ein leises Lachen ertönte in ihrem Ohr und Lilly war erleichtert, William wieder hören zu können. „Das war nicht anders zu erwarten. Du hast ausgesprochen gute Arbeit geleistet, Lilly.", sagte er anerkennend. „Nach meinen Schätzungen haben wir jetzt etwa zwei Minuten und 38 Sekunden Zeit, bis Steve merkt, dass er der letzte ist, um den sich der Offizier schert, und zurückkehrt. Also sollten wir uns beeilen.", erklärte William.

„Auf dem Rechner vor dir befinden sich alle Videoaufnahmen in Form von Dateien, nach jeweiligem Datum sortiert." Zügig befolgte sie Williams Anleitungen und fand dann schließlich inmitten verschiedenster Ordner die Videoaufnahmen. Angespannt scrollte sie hinunter bis sie das gestrige Datum fand. „Gefunden! 09. Juli 2019", sagte Lilly atemlos, während sie auf die Datei klickte. In einer Suchleiste gab sie das Stockwerk an, auf dem sich Lillianas Zimmer befand. Neben der Überwachungsaufnahme blinkte die Uhrzeit. 12:22

„Perfekt!", rief William aufgeregt. „Nun kannst du die Aufnahme vorspulen und beschleunigen lassen." Hektisch kam Lilly seiner Aufforderung nach und starrte nun gespannt den Bildschirm vor sich an. Sie wusste nicht, was sie erwarten mochte, doch sie bemerkte, dass ihre Nervosität stieg, als die Aufnahme sich dem Abend näherte und die letzten Soldaten müde in ihren Zimmern gingen. Da bemerkte sie eine Soldatin mit langen schwarzen Haaren, die zu einem hohen Zopf gebunden waren, die - gestützt von William - ihr Zimmer betrat - Lillianas Zimmer. Das muss Lilliana sein, stellte Lilly verblüfft fest. „Ist Lilliana schon in ihrem Zimmer?", fragte William.

Immer noch erstaunt nickte Lilly langsam. „Ja. Es befindet sich kein Soldat mehr in dem Gang.", antwortete sie ihm leise. „Dann müssten wir bald herausfinden, wann und wie du in Lillianas Zimmer gelandet bist.", murmelte William gespannt.

Doch es war nichts zu sehen. Während die Stunden vergingen, blieb der Gang leer und verlassen zurück. 23 Uhr. Mitternacht. 1 Uhr.

Und dann passierte etwas. Oder genauer gesagt passierte nichts. Denn bevor die Uhrzeit die Aufnahmen für den Zeitraum von zwei bis drei Uhr anzeigen konnte, war plötzlich wortwörtlich ein Filmriss zu sehen. Der Bildschirm verdunkelte sich in einem tiefen Schwarz, bevor die Aufnahmen um drei Uhr weiter abgespielt wurden. Entsetzt riss sie die Augen auf. Wie konnte das nur möglich sein?

„William?", sagte sie beunruhigt. „Was hast du gesehen?", fragte er sofort. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in ihr aus, das sich in Angst und Panik umwandelte.

Es fehlte eine ganze Stunde Videomaterial. Lilly wollte sich nicht ausmalen, was dies bedeuten könnte. Doch bevor sie William davon erzählen konnte, hörte sie plötzlich, wie die Tür aufging. Augenblicklich sprang Lilly auf und erstarrte.

„Seltsam, es muss sich um ein Missverständnis gehandelt haben. Ich wurde gar nicht -" fing Steve an, doch stockte schlagartig, als er Lilly und die Videoaufnahmen sah. „Lilliana? Was machst du da?", fragte er verwirrt und näherte sich dem Rechner.

„Lilly, schließe schnell die geöffnete Datei und -", warnte William sie beunruhigt in ihrem Ohr, doch Lilly tat das einzige, was ihr in den Sinn kam, um die Situation zu retten. Bevor sie es realisieren konnte, drückte sie sich an Steve und küsste ihn.

*****

Was kann das wohl bedeuten, dass eine Stunde Videomaterial in den Aufzeichnungen fehlt? Und wie findet ihr Lillys brillante Idee, Steve zu küssen? xD

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