Chào các bạn! Truyen4U chính thức đã quay trở lại rồi đây!^^. Mong các bạn tiếp tục ủng hộ truy cập tên miền Truyen4U.Com này nhé! Mãi yêu... ♥

Kapitel 7

Erde 2019:

Während Lilliana unverhohlen den grellen Bildschirm des Computers in Wills Apartment anstarrte, pustete Will sich grübelnd eine Locke aus dem Gesicht. „Wen möchtest du noch mal suchen? Einen Professor Burrows? Wer soll das sein?", fragte Will verwirrt.

Lilliana versuchte angestrengt, die zunehmenden Schmerzen in ihrem Oberschenkel zu ignorieren und ihr Gesicht nicht schmerzerfüllt zusammenzuziehen. Sie musste unbedingt möglichst bald nach der Wunde, die sie sich durch einem Nagabiss zugezogen hatte, schauen und das Verband auswechseln.

„Professor Burrows ist Wissenschaftler und fungiert auch als Arzt auf unserer Basis." Da sie Will bereits erklärt hatte, dass auf Tellus viele Teenager zu Soldaten ausgebildet wurden, um dann in eine der vielen Basen eines Bundesstaats einberufen zu werden, schien seine Verwirrung allmählich nachzulassen, wenn Lilliana ihm von Tellus erzählte.

„Und du glaubst, dass er eine Lösung für dieses ... Problem hat und uns weiterhelfen wird?" Es war ziemlich deutlich, dass Will daran zu zweifeln schien.
Das Kinn in die Luft gereckt funkelte sie ihn finster an. „Ich vertraue dem Professor voll und ganz und bin mehr als nur überzeugt von seinen Fähigkeiten. Ich kenne ihn schon sehr lange."

Und dem war auch so: Lilliana kannte den Professor schon seit langer Zeit, da er einst eng mit ihrer Mutter, die ebenfalls in der Wissenschaft tätig gewesen war, gearbeitet hatte und gemeinsam mit ihr nach einer Rettung für Tellus gesucht hatte. Und seitdem Lilliana vor drei Jahren in die dritte Basis eingesetzt wurde, hatte Burrows sie und William schon aus der einen oder anderen Notsituation gerettet. Da er ein Faible für Soldaten zu haben schien, war er ihnen immer wohlgesinnt und außerdem sehr beliebt auf dem Stützpunkt.

Abwehrend hob Will die Hände. „Ist ja schon gut.", murmelte er. „Also, dann leg mal los! Wie heißt dein ach so geliebter Professor mit Vornamen?", fuhr er fort und beugte sich über Lillianas Schulter, um mit ihr auf den Bildschirm zu blicken. Perplex ließ Lilliana von der Tastatur ab. „Ich weiß es nicht. Wir nennen ihn für gewöhnlich nur ‚Professor'" Grinsend zog Will eine Augenbraue in die Höhe.

„So vertraut scheint ihr ja dann doch nicht zu sein.", sagte er neckend. „Professoren gibt es leider ganz viele auf der Erde. Und Burrows ist ebenfalls ein sehr häufig vorkommender Nachname. Zudem wissen wir ja gar nicht, ob er auf dieser Welt ebenfalls Professor ist. Dein Professor Burrows könnte hier auf der Erde Farmer sein. Oder Maler. Oder -"

Unruhig trommelte Lilliana mit den Fingern auf dem kleinen Schreibtisch, auf dem Wills Computer ausgelegt war. „Ich gehe aber davon aus, dass es nicht ganz so viele Menschen auf der Erde gibt, die sowohl Burrows heißen als auch Professor sind. Und wir sollten zumindest fürs Erste davon ausgehen, dass er Professor ist, um die Suche einzuschränken.", entgegnete sie daraufhin und unterbrach ihn somit. Lachend verschränkte nun auch Will die Arme. „Nun, mir würde auf jeden Fall mindestens eine Person einfallen."

Schlagartig drehte sich Lilliana zu Will um und sah ihn verdutzt an, woraufhin dieser sie mit allmählich größer werdenden Augen einleuchtend ansah. „Meinst du etwa -"

Entschlossen nickte Lilliana. „Ich meine, dass der ‚mindestens eine' Professor Burrows, den du kennst, eventuell derjenige ist, den wir suchen!"

Verlegen und noch ein wenig schockiert kratzte sich Will am Nacken. „Nun, das macht natürlich Sinn. Wären wir nur früher zu dieser aufschlussreichen Erleuchtung gekommen.", sagte er lachend, um sein Erröten zu überspielen. Ausdruckslos sah Lilliana ihn an. „Wir sollten keine weitere Zeit vergeuden. Wo befindet sich Professor Burrows?"

„Der Professor Burrows, den ich kenne, bevorzugt es trotz seines akademischen Titels Mister Burrows genannt zu werden. Und Mister Burrows ist Physiklehrer an meiner alten High School, der ‚Brooklyn Academy High School'" Konzentriert nahm er seine Unterlippe zwischen die Zähne, während er Burrows in die Suchleiste eingab. Will war ihr nun so nah, dass er ihren Oberarm streifte und Lilliana seinen Duft nach Kaffee wahrnehmen konnte. Leicht überfordert rückte Lilliana mit dem Bürostuhl zur Seite, um die gewohnte Distanz zwischen ihnen wieder herzustellen.

„Hah! Da ist er doch, der gute alte Mister Burrows.", rief Will plötzlich jubelnd und öffnete ein eher unscharfes Bild von dem High School Lehrer. „Ist er das?", fragte er daraufhin neugierig. Seine Aufregung war nicht zu übersehen. Als Lilliana den Lehrer erblickte, stockte ihr der Atem augenblicklich. Das war ohne Zweifel Professor Burrows. Zwar standen diesem Burrows die blonden Haare in allen Richtungen ab, so als hätte er sich gerade einen Stromschlag abgefangen, doch es handelte sich um das selbe Gesicht, das selbe freundliche Lächeln. Verblüfft nickte sie als Antwort. Breit grinsend rieb Will sich die Hände. „Das ist so aufregend! Wenn wir uns gleich sofort auf den Weg machen, müssten wir ihn noch rechtzeitig vor Schulschluss kriegen."

Mit einem Räuspern unterbrach Lilliana ihn und sprang auf. „Vielen Dank für deine Kooperation, aber ich benötige deine Hilfe fortan nicht mehr. Ich werde Burrows alleine aufsuchen und um Rat fragen.", verkündete Lilliana, während sie ihre langen Haare zu einem festen Zopf band und entschlossen zur Haustür schritt. Den stechenden Schmerz in ihrem Bein unterdrückte sie mit viel Mühe. Doch plötzlich schmiss sich Will förmlich zwischen Lilliana und der Tür und versperrte ihr den Ausgang. Allein jahrelanges Training bewahrten sie davor, mit ihm zusammenzuprallen.

Empört atmete Will hörbar ein. „Und dir den ganzen Spaß überlassen? Auf gar keinen Fall. Weißt du, ich glaube du bist der Gandalf zu meinem Bilbo Beutlin. Oder umgekehrt, wie dem auch sei! Dieses Abenteuer lasse ich mir nicht entgehen!" In seinem Blick lag pure Willenskraft: Er war bereit alles zu tun, um mitzukommen.

Verständnislos starrte sie ihn an. „Was zur Hölle soll ich sein? Ein ... Gandalf?"

„Es ist zu tiefst enttäuschend, dass ihr auf Tellus Tolkiens Meisterwerke nicht kennt... Na ja, den Hobbit mal bei Seite gelassen: Es ist nicht nur deine Mission. Schließlich ist meine beste Freundin verschwunden und ich muss sie zurückholen, bevor sie von einer Schlange gefressen wird. Außerdem kennst du dich auf der Erde kaum aus und wenn du Mister Burrows mit ‚Professor' ansprichst, wird er sicher einen halben Herzinfarkt erleiden, was wir dringend vermeiden sollten, wenn wir auf seine Hilfe angewiesen sind."

Atemlos von seiner Ansprache setzte Will eine Pause ein. „Was ich damit sagen will: Du brauchst mich und ich brauche dich.", sagte er und sah ihr dabei entschlossen in die Augen. Zugegeben hatten seine Argumente Lilliana überzeugt. Das New York auf Tellus, in dem sie aufgewachsen war und täglich umherfuhr, kannte sie zwar in und auswendig. Allerdings orientierte sie sich stets an die Bezirksnummern. Sie erinnerte sich daran, dass William einst alle ehemaligen Stadtteile und -viertel aufsagen konnte, doch sie selbst hatte davon nur wenig Ahnung.

Lange und eindringlich starrte sie zurück in seine haselnussbraunen Augen. Es fühlte sich wie eine Herausforderung an. Wer schaffte es wohl, den Blickkontakt länger zu halten? Unerwarteterweise ließ Lilliana als erste den Blick abschweifen. „Nun gut, Barret. Du hast mich überzeugt."

Triumphierend grinste Will. „Bitte nenn mich nie wieder Barret."

Die Augen verdrehend deutete sie auf die Türklinge, die Will noch immer bedeckt hielt. Plötzlich zuckte sie zusammen. Ein heftiger Schmerz durchfuhr ihr Bein und ließ sie leidend die Augen zusammenkneifen. Sofort griff Will ihr unter die Arme und sah sie besorgt an. „Ist alles in Ordnung?" Da entdeckte er ihr Bein, das durch die weiße Hose blutete. Mit großen Augen sah er sie schockiert an.

Stöhnend biss Lilliana die Zähne zusammen. „Mir geht es gut. Ich benötige bloß ein neues Verband für die Wunde." Hektisch nickte Will und führte sie stützend in Lillys Zimmer und setzte sie auf das weiche Bett ab. Dann rannte er sofort wieder aus dem Zimmer, um Verbandsmaterial zu holen. Währenddessen entledigte sich Lilliana ihrer Hose, wobei sie ihre Lippe blutig biss, um einen Aufschrei zu unterdrücken. Ihr wurde kurz schwarz vor Augen, als der raue Stoff der Hose die Wunde strich.

Verdammt, die Wunde war wieder aufgegangen und pochte schmerzhaft, während das Blut ihr Bein hinunterfloss. Will erschien wieder am Türrahmen mit einem braunen Erste-Hilfe-Koffer. Als er ihre entblößten Beine sah, errötete er und schien hin und hergerissen zu sein zwischen Anstand zeigen und sich umdrehen oder zu ihr rennen und ihr Bein verarzten.

Lilliana schnaubte angestrengt. „Danke, ich ... schaffe das schon alleine.", stotterte sie schwer atmend. Daraufhin eilte Will zu ihr und holte aus dem Koffer Verbandszeug und ein Tuch heraus. Fragend und noch leicht verlegen blickte er sie an. „Darf ich?", fragte er ein wenig unbeholfen. Erneut fuhr ein heftiger Schmerz durch Lillianas Bein, der ihr den Atem regelrecht verschlug. Schnell nickte sie. Mit einer gewissen Vorsicht, aber dennoch sicher tupfte er das Blut weg und reinigte die Wunde, wobei sie sich fest in die Bettdecke krallte und versuchte, sich zusammenzureißen.

„Meine Mutter ist Krankenschwester. Bereits im Kindesalter hat sie mir das Verarzten von Wunden gelehrt. Diese sieht jedoch zugegeben sehr ernst aus.", murmelte Will besorgt vor sich hin und begutachtete die Wunde, bevor er sie mit dem Stoff fest verband. Eine Hand hatte er behutsam auf ihr Knie gelegt und die Wärme, die sie ausstrahlte, beruhigte Lilliana tatsächlich etwas. „Ich wurde von einem Naga gebissen. Durch das Heilmittel, das Professor Burrows mir verabreicht hat, konnte glücklicherweise das Gift entzogen werden. Die Wunde selbst muss jedoch auf natürlichem Weg heilen.", erklärte sie ein wenig benommen und strich sich den Schweiß von der Stirn. Zu ihrer Überraschung blieb Will äußerst professionell und ließ die Scherze aus.

Prüfend sah er sie an. „Vielleicht solltest du dich hier ausruhen und ich mache mich alleine auf den Weg.", schlug Will ihr vor, doch Lilliana zog bloß eine Augenbraue in die Höhe. „Schon vergessen? Du brauchst mich und ich brauche dich.", zitierte sie ihn schmunzelnd, was Will mit einem leisen Lachen erwiderte.

Nachdem Will ihr beim Ankleiden einer neuen - zu Lillianas Erleichterung - schwarzen Hose geholfen und Lilliana sich fest vorgenommen hatte, sich nach ihrem Besuch bei Mister Burrows auf der Suche nach einer Salbe zu machen, rief Will ein Taxi, damit Lilliana einen Platz zum Sitzen hatte, um ihr Bein nicht weiter zu belasten. Etwas perplex war sie in den Wagen eingestiegen. Autos gab es auf Tellus nur noch wenige und diese wurden Regierungsmitgliedern und anderen Menschen hoher Rangordnung überlassen. Für Soldaten wie Lilliana standen ausschließlich die Züge zur Verfügung.

Während der ganzen Fahrt klebte Lilliana förmlich am Fenster und ihr Herz schlug vor Aufregung wie verrückt. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass sie tatsächlich draußen sein konnte. Voller Faszination bewunderte sie die zahlreichen bunten Gebäude, an denen sie vorbeifuhren. Sie glaubte nicht, jemals so heile Straßen und Wohngebiete gesehen zu haben. Die Nagas, aber auch in den Wahnsinn getriebene Menschen und Rebellen hatten beinahe alles zerstört, was jemals existiert hatte. Alles Schöne war weg. Übrig geblieben waren Schutt und Asche. Dagegen war die Erde das reinste Paradies. Sie wagte sich kaum zu blinzeln aus Angst, irgendetwas zu verpassen.

Will, der dicht neben ihr saß, unterhielt sich anfangs leidenschaftlich mit dem Taxifahrer über irgendeine Musikband, die Lilliana nicht ganz entschlüsseln konnte. Während der Fahrt schien er ihr Staunen jedoch bemerkt zu haben, weshalb er ihr näher gerückt war, um ihr von der Stadt zu erzählen. Neugierig lauschte sie ihm, saugte jede Information über diese heile Stadt in sich auf. Einige Orte erkannte sie wage wieder und konnte sie ihren jeweiligen Bezirken zuordnen, doch die meisten blieben ihr fremd. So auch der Prospect Park, dessen grünen Flächen durch die untergehende Sonne in einem orangenen Licht glitzerten. Will erzählte ihr, dass sich inmitten des Parks ein See befand und dass er insbesondere im Sommer viel Zeit mit Lilly dort verbrachte. Hinter dem Prospect Park konnte Lilliana die zahlreichen Wolkenkratzer ausmachen, doch diese gab es auch auf Tellus mit dem Unterschied, dass die Wolkenkratzer auf Tellus zerstört und verlassen war und eher einer Geisterstadt ähnelten.

Das Taxi hielt vor einem alten kupferfarbenen Gebäude an, das spitze Dächer und hohe Türme besaß. „Die High School - ein Ort, den man nicht vermissen kann.", sagte Will mit einem abfälligen Blick, als sie ausstiegen. Prüfend beobachte Lilliana die Schülergruppen, die entweder lachend oder missmutig das Schulgelände verließen. Will lachte leise, als sie durch das schwere Tor gingen. „Du siehst so aus, als hättest du noch nie eine Schule von innen gesehen." Lilliana ließ dies unkommentiert. Die Wahrheit war, dass sie tatsächlich noch nie eine Schule gesehen hatte angesichts der Tatsache, dass Kinder auf Tellus zu Hause digital unterrichtet wurden.

Gemächlich schritten sie den Schulflur entlang bis Will abrupt vor einer Tür stehen blieb, an die er klopfte. Reflexartig legte Lilliana eine Hand an ihren Dolch, der sich in ihrer Jackentasche befand, als Will vorsichtig die Tür öffnete und mit Lilliana dicht hinter ihm das Klassenzimmer von Mister Burrows betrat. Dieser stand hinter dem Pult und war gerade dabei, seine Aktentasche zu packen, als er in seiner Bewegung inne hielt und verwundert hoch sah.

„Will Barret! Was für eine wundervolle Überraschung!" Mit ausgebreiteten Armen kam er ihnen im weißen Laborkittel und wirren Haaren entgegen und klopfte erfreut auf Wills Schulter. Dieser erwiderte breit grinsend und mit einem Funkeln in den Augen die Umarmung. „Wie läuft das College, mein Junge? Ich bin mir sicher, du schlägst dich blendend.", fragte er neugierig und nickte Lilliana erfreut zu, die das Lächeln ein wenig perplex erwiderte. Die starke Ähnlichkeit zu dem Professor brachte sie aus dem Konzept. Denn anders als Will, der sich charakterlich so stark von William unterschied, dass sie manchmal vergaß, dass sie mehr oder weniger Kopien der selben Person waren, schien der Lehrer dem Professor auf verblüffender Weise zu gleichen.

„Das College läuft ausgesprochen gut, dank Ihnen fehlt mir nichts an Grundlagen.", antwortete Will grinsend, woraufhin Mister Burrows lachend abwinkte. „Du brauchst nicht so bescheiden sein, mein Junge. Ich hatte noch nie einen so äußerst talentierten Schüler wie dich!", rief er aus. Ein wenig verlegen strich Will sich die Locken nach hinten. „Nun, was führt euch hier her?" Neugierig sah er sie abwechselnd.

Räuspernd sah Will kurz zu Lilliana, bevor er sich wieder Burrows widmete. „Mister Burrows, ich arbeite gerade an einer ... Facharbeit ... fürs College.", sagte er langsam und warf erneut einen Blick Lilliana zu, die ihn mit hoch gezogener Augenbrauen ansah. „Und es gibt ein Thema, dass ich einfach noch nicht begreife. Da wollte ich Sie um Rat fragen.", fuhr er fort.
Mister Burrows schien sich aufrichtig darüber zu freuen, dass sich Will an ihn wandte. Überschwänglich deutete er ihnen an, Platz zu nehmen, während er fragte: „Selbstverständlich! Worum geht es denn?"

„Um ... um Paralleluniversen, Sir."

Burrows Augen weiteten sich und er forderte ihn auf, fortzufahren. Ein wenig nervös zupfte Will an dem Kragen seines grünen Rollkragenpullovers, um sich Luft zu verschaffen. „Ich weiß, dass das ein umstrittenes Thema ist. Aber glauben Sie an die Existenz von Paralleluniversen?"

Angespannt hielt Lilliana die Luft an, während sie ihren Dolch abtastete, um sich zu beruhigen.

Grübelnd lehnte sich Mister Burrows zurück. „Wie du bereits sagtest sind Paralleluniversen bislang nur hypothetische Konstruktionen, da ihre Existenz noch nicht bewiesen werden konnte. Das ist nämlich das Problem: Nehmen wir an, es existieren noch weitere Universen. Dann ist es anscheinend nicht möglich, dass die Universen gegenseitig Licht durchlassen und somit sei auch eine Betrachtung oder gar ein Eintreten unmöglich. Aber nur weil wir eine Hypothese noch nicht beweisen können, heißt das ja noch lange nicht, dass sie falsch ist. Denn widerlegt konnte sie auch nicht werden."

Sowohl Lilliana als auch Will versteiften sich bei diesen Worten. „Aber es gibt Theorien...", fügte Mister Burrows nachdenklich hinzu.
„Theorien?", fragte Will atemlos. Grübelnd kratzte sich Burrows am Kinn und nickte. „Ja genau. Theorien, die, wenn sie eines Tages bewiesen werden können, uns möglicherweise auch einen Weg bieten, diese Paralleluniversen zu bereisen."

Aschfahl bückte sich Lilliana nach vorne. „Erzählen Sie uns von den Theorien, Sir.", forderte Lilliana ihn auf. Mister Burrows, der überrascht und zugleich erfreut darüber war, dass scheinbar auch Lilliana Interesse an seinem Fach hegte, nickte heftig. „Nun, da gibt es einmal die Theorie über Wurmlöcher - "

„Aber Sir, Wurmlöcher führen doch zu einem anderen Ort in dem selben Universum", warf Will verwirrt ein.

„Das stimmt. Das sagen die Theorien. Dazu gibt es jedoch zwei Ansätze!", wand Burrows ein. „Wenn man davon ausgeht, dass unser Universum sehr viel größer ist als das sichtbare Universum - was keineswegs ausgeschlossen ist - , dann kann man annehmen, dass jede beliebige zufällige Kombination von Atomen sich irgendwann wiederholt."

„So kann man davon ausgehen, dass in genügend weiter Entfernung eine Erde existiert, die der unseren entspricht.", beendete Will fassungslos seine Ausführung. Überfordert fuhr er sich durch die Haare.

„Genau! Oder wenn man will auch mit dem einen oder anderen Unterschied. Ein Wurmloch von hier in eine solche Gegend wäre von einem Wurmloch in ein ‚Paralleluniversum' außerhalb unseres Universums kaum zu unterscheiden. Mit dem Unterschied vielleicht, dass die Naturgesetze dort dann auch so sind wie hier.", fügte Burrows hinzu, wobei er wild mit den Händen gestikulierte.

Lillianas Kopf brummte und es erleichterte sie dass Will genauso überfordert wie sie zu sein schien. „Was besagt der andere Ansatz? Sie sprachen von zwei Ansätzen.", fragte Lilliana und warf Will einen kurzen Blick zu, der ganz blass geworden war.

„Nun ja, man kann es wohl kaum als ‚Zufall' betrachten, dass die Naturgesetze in unserem Universum so sind, dass sie menschliches Leben ermöglichen. Vielmehr ist es vermutlich so, dass eine große Menge an Kombinationen von Naturgesetzen und -konstanten denkbar wäre. Und eventuell wurden alle Naturkonstanten - bloß woanders - als Teil eines Multiversums realisiert."

„Und nehmen wir mal an, dass zwei Universen soweit ähnliche Naturgesetze haben, dass Wurmlöcher in beiden möglich sind -", fing Will mit großen Augen an, so als schien er etwas verstanden zu haben.

„Wenn sie so beschaffen sind, dass sie zudem miteinander verbunden werden können, dann ja. Dann müsste das Reisen zwischen diesen Universen möglich sein.", beendete Mister Burrows seinen Satz. „Aber dafür müsste man es erst einmal schaffen, Wurmlöcher künstlich herzustellen und - was noch viel wichtiger ist - das Wurmloch wieder lebend verlassen zu können. Und nun zurück zu deiner Frage, Will: Ja, ich glaube an parallele Universen. Denn auch ein Wissenschaftler darf es sich mal leisten, an etwas zu glauben.", fügte er zwinkernd hinzu. Geschockt blickte er auf seine Armbanduhr. „Du meine Güte, wie schnell die Zeit doch vergeht! Haben wir uns hier tatsächlich mehrere Stunden lang unterhalten?"

Ungläubig schaute Lilliana aus dem Fenster und stellte geschockt fest, dass die Nacht bereits angebrochen war. Völlig verwirrt blickte Will zu ihr. „Wie ist das möglich? Wir sitzen hier doch erst seit einigen Minuten", murmelte er ihr leise zu und versuchte sich allem Anschein nach einen Reim daraus zu machen.

„Ich sollte schnellstens nach Hause fahren. Meine Frau fragt sich sicherlich schon, wo ich bleibe. Es hat mich sehr gefreut, dich wiederzusehen, Will. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Facharbeit! Die Schulbibliothek ist noch geöffnet, schaut doch da mal vorbei, wenn du mehr Informationen benötigst.", schlug Mister Burrows lächelnd vor, während er sich unbeholfen aufrappelte und nach seiner Aktentasche griff. „Aber Mister Burrows, die Schulbibliothek schließt doch immer um fünf.", entgegnete Will sichtlich verwirrt, doch der Lehrer hatte sich schon hastig auf dem Weg gemacht und das Klassenzimmer verlassen.

Mit gesenkten Schultern, als lastete das Gewicht der ganzen Welt auf ihren Schultern, stand Lilliana auf. In ihrem Blick lag große Verzweiflung. Als Will dies sah, stellte er sich schnell vor ihr und legte seine Hände auf ihre Schultern. „Hey, ich weiß, dass es absolut unmöglich klingt, dass wir aus dem Nichts ein Wurmloch herstellen, aber ... wir werden einen Weg finden, okay? Ich werde nicht aufgeben!", versicherte er ihr zuversichtlich. Lilliana dachte sich, dass er und Lilly sich wirklich nahe stehen mussten, wenn Will bereit war, so viel für ihre Rettung zu tun.

Seufzend nickte Lilliana. Schließlich lag es auch nicht in ihrer Natur aufzugeben. Sie kämpfte stets bis zum Ende. Aber wollte sie dieses Mal überhaupt kämpfen? Wollte sie wirklich zurück in die Hölle, wenn sie doch gerade erst das Paradies gefunden hatte?

Sie verließen das Klassenzimmer. Der Gang lang dunkel vor ihnen. Niemand schien sich mehr in der Schule zu befinden.

Plötzlich ertönte ein lautes Klicken durch die Stille. Schlagartig hielten sie in ihren Bewegungen inne. Dieses Klicken würde Lilliana überall wieder erkennen.

Eine Pistole.

Doch bevor Lilliana nach ihrem Dolch greifen konnte, wurde sie mit einem heftigen Ruck nach hinten geworfen. Ihr Kopf prallte hart auf dem Boden auf. Ihr wurde schwarz vor Augen und sie atmete zischend ein, als sie den kühlen Lauf der Waffe an ihrer Schläfe spürte.

„Keine Bewegung!", zischte eine wütende weibliche Stimme in ihrem Ohr.

Bạn đang đọc truyện trên: Truyen4U.Com