22
Kapitel 22
Hades ließ sich nicht anmerken, dass er wach war.
Er lag regungslos da, die Augen geschlossen, während er jedes einzelne Wort zwischen Dahlia und Kaelian hörte. Das leise Murmeln ihrer Stimmen vermischte sich mit dem entfernten Kreischen der Kreaturen draußen. Selbst hier unten, tief unter dem Einkaufszentrum, klangen sie noch nah genug, um einem die Luft aus den Lungen zu ziehen.
Irgendetwas daran machte ihn unruhig.
Nicht Kaelian.
Nicht einmal die Tatsache, dass Dahlia bei ihm lag.
Sondern wie ruhig sie wirkte.
Wie selbstverständlich sie sich an ihn lehnte, als würde sie ihm vertrauen.
Nach zwei Tagen.
Hades verstand es nicht.
Dann beantwortete er sich die Frage selbst.
Kaelian hatte nie versucht, sie umzubringen oder auszunutzen.
Im Gegensatz zu ihm.
Innerlich verdrehte Hades die Augen über sich selbst. Früher hätte ihn dieser Gedanke nicht interessiert. Früher hätte er nicht einmal darüber nachgedacht, ob Dahlia ihm vertraute oder nicht.
Doch irgendetwas hatte sich verändert.
Vielleicht schon in dem Moment, als sie ihm das Leben gerettet hatte.
Oder als sie ihn trotzdem noch ansah, ohne Angst zu zeigen.
Hades wollte gerade versuchen, wenigstens ein paar Minuten zu schlafen, als Kaelians Stimme erneut ertönte.
„Was ist eigentlich zwischen dir und Hades?"
Dahlias leises Lachen verstummte sofort.
Selbst Hades spannte sich unbewusst an.
„Wieso fragst du das jetzt?" fragte Dahlia leise.
Kaelian zuckte leicht mit den Schultern. „Jedes Mal, wenn ich neben dir bin, hab ich das Gefühl, dass er mich umbringen will."
Ein kurzes Lachen verließ ihn, doch Dahlia antwortete nicht sofort.
„Hades hasst mich", sagte sie schließlich ruhig.
Er hielt den Atem an, ohne es zu merken.
„Das glaub ich nicht", murmelte Kaelian.
Dahlia ließ ein trockenes Lachen hören. „Er wollte jeden in seinem Team haben. Außer mich."
Kaelian blickte zu ihr hinunter. „Du hast ihm das Leben gerettet."
„Ja." Dahlia schloss kurz die Augen.
Kaelian musterte sie einige Sekunden schweigend, bevor er erneut sprach.
„Bereust du es eigentlich... Hades gerettet zu haben?"
Dahlia antwortete nicht sofort.
Ihr Blick blieb auf die dunkle Decke über ihnen gerichtet, während draußen erneut dieses verzerrte Kreischen durch die Nacht hallte. Für einen kurzen Moment wirkte sie erschöpft. Nicht körperlich.
Emotional.
„Sollte ich wahrscheinlich", murmelte sie leise.
Kaelian schwieg und beobachtete sie aufmerksam.
Dahlia atmete langsam aus und schüttelte minimal den Kopf.
„Aber nein", sagte sie ehrlich. „Tue ich nicht."
Dahlia schloss kurz die Augen.
Vor ihrem inneren Auge tauchten sofort Hades' blaue Augen auf. Kalt. Gefährlich. Und trotzdem lag manchmal etwas darin, das sie nicht erklären konnte.
Nur wenige Meter entfernt lag Hades regungslos da.
Wach.
Plötzlich ertönte draußen ein markerschütterndes Kreischen.
Alle im Raum zuckten zusammen.
Das Geräusch vibrierte durch die Wände des Kellers, tief und verzerrt, fast menschlich. Danach folgte ein dumpfes Krachen irgendwo weit oben im Einkaufszentrum.
Etwas Schweres bewegte sich dort draußen.
Langsam.
Suchend.
Dahlia erstarrte automatisch gegen Kaelians Brust.
Hades bemerkte sofort, wie ihre Finger sich unbewusst in Kaelians Shirt krallten.
Und er hasste, dass sie ausgerechnet dort Sicherheit suchte.
Die Nacht zog sich endlos.
Niemand schlief wirklich ruhig.
Immer wieder hörte man schleifende Geräusche über ihnen. Kratzen. Dumpfe Schritte. Einmal vibrierte sogar leicht der Boden, als würde etwas Riesiges direkt über ihnen entlanglaufen.
Niemand sagte etwas dazu.
Aber jeder dachte dasselbe.
Wenn diese Dinger irgendwann lernten, wie man Keller öffnet... waren sie tot.
Am Morgen war die Luft im Lagerraum stickig und schwer. Die meisten waren bereits wach. Nur Kaelian und Dahlia schliefen noch immer nebeneinander.
Dahlia lag halb auf ihm, ihr Kopf gegen seine Brust gedrückt, während Kaelians Arm locker um ihre Taille lag.
Ares beobachtete die Szene mit deutlich sichtbarer Unzufriedenheit.
„Bleiben die noch lange so?" murmelte er.
„Ich find's irgendwie süß", sagte Violet leise.
Ares drehte sofort den Kopf zu ihr. „Wir kennen den Typen nicht mal eine Woche."
„Und?" Violet hob eine Augenbraue.
Atila saß schweigend auf den Decken und hörte einfach zu. Sein Blick wanderte kurz zu Hades.
Schlechter Fehler.
Hades sah aus, als hätte er seit Stunden niemanden mehr umgebracht und würde langsam darüber nachdenken, das zu ändern.
Sein Blick lag vollkommen regungslos auf Kaelians Arm um Dahlias Taille.
Zu regungslos.
„Lasst sie schlafen", sagte Asher schließlich.
„Ja", meinte Aiden zustimmend. „Dahlia schläft sowieso kaum. Wenn sie sich bei ihm sicher fühlt, dann ist das halt so."
Hades sagte nichts.
Aber sein Kiefer spannte sich gefährlich an.
Sogar Atila bemerkte es mittlerweile.
Interessant.
Die anderen machten sich kurze Zeit später auf den Weg, um weitere Vorräte zu suchen. Das Kreischen draußen hatte aufgehört, doch genau das machte die Situation nicht besser.
Diese Ruhe fühlte sich falsch an.
Als würde die Stadt selbst auf etwas warten.
Dahlia bewegte sich irgendwann leicht und öffnete langsam die Augen.
Für einen kurzen Moment wirkte sie orientierungslos. Dann entspannte sich ihr Gesicht überraschend.
„Ich hab lange nicht mehr so friedlich geschlafen", murmelte sie verschlafen.
Neben ihr begann Kaelian sofort leise zu lachen.
„Freut mich zu hören, Bunny."
Dahlia verdrehte müde die Augen, doch ein kleines Grinsen erschien trotzdem auf ihren Lippen.
Und genau dieses Grinsen ließ etwas in Hades endgültig kippen.
Er stand plötzlich auf.
Die Bewegung war so abrupt, dass mehrere Köpfe sich automatisch zu ihm drehten.
Dahlia ebenfalls.
Ihre Blicke trafen sich sofort.
Für einen Moment sagte niemand etwas.
Doch die Spannung zwischen ihnen war so intensiv, dass selbst Violet nervös zwischen beiden hin und her sah.
Hades' Blick wanderte langsam zu Kaelians Hand an Dahlias Taille.
Dann wieder zurück zu Dahlia.
Kalt.
Gefährlich ruhig.
Dahlia spürte sofort dieses unangenehme Ziehen in ihrer Brust.
Nicht Angst.
Etwas anderes.
Etwas, das sie nicht analysieren wollte.
„Wir gehen hoch", sagte Hades schließlich ruhig.
Seine Stimme war tief und kontrolliert.
Zu kontrolliert.
„Jetzt?" fragte Atila irritiert. ,,Es ist noch zu früh. Außerdem sind die anderen noch nicht zurück. Wir haben doch gesagt, wir wechseln uns ab."
„Ich hab was gehört."
Sofort wurde es still.
Das allein reichte mittlerweile aus, damit jeder nervös wurde.
Denn wenn Hades etwas hörte, bedeutete das normalerweise Probleme.
Ein dumpfes Kratzen ertönte plötzlich über ihnen.
Alle erstarrten.
Dann noch einmal.
Langsamer diesmal.
Als würde etwas direkt über der Decke entlangkriechen.
Dahlia hielt automatisch den Atem an.
Das Geräusch stoppte abrupt.
Stille.
Zu still.
Und genau in diesem Moment begriffen alle, dass die Kreaturen vielleicht längst verstanden hatten, wie man Menschen jagt.
Kapitel 23
„Scheiße", fluchte Dahlia und sprang sofort auf.
Das Kreischen draußen vibrierte durch die Wände des Kellers. Laut. Verzerrt. Fast menschlich. Für einen Moment hatte sie das Gefühl, als würde das Geräusch direkt unter ihre Haut kriechen.
„Die anderen sind noch unterwegs."
Sofort griff sie nach ihren Katanas. Ihre Hände zitterten leicht vor Adrenalin, doch sie ignorierte es.
Die Kreaturen waren näher als sonst.
Viel näher.
Man hörte schleifende Geräusche über ihnen. Lange Krallen, die über den Boden kratzten. Langsam. Suchend.
Als Dahlia zur Tür laufen wollte, hielt Kaelian sie am Arm fest.
„Du kannst da nicht einfach alleine raus."
„Doch kann ich."
Sie riss ihren Arm aus seinem Griff und blickte ihn direkt an.
„Du bleibst hier."
„Dahlia—"
„Hades, Ares, Violet und Atila kommen mit."
Der Ton in ihrer Stimme ließ sofort jede Diskussion sterben.
Kai stand trotzdem auf. „Wir können kämpfen."
„Genau deswegen brauche ich euch hier", sagte Dahlia ernst. „Falls wir es nicht zurückschaffen, bleibt die Tür zu."
Stille.
Niemand widersprach.
Selbst Kaelian nicht.
Dahlia bemerkte den Blick in seinen Augen sofort. Sorge.
Doch sie ignorierte auch das.
„Wir holen Raven, Silas und Zade zurück", sagte sie entschlossen.
Dann nickte sie den anderen kurz zu.
„Das verspreche ich euch."
Wenige Sekunden später verließen sie den Keller.
Sofort schlug ihnen die kalte Luft des Einkaufszentrums entgegen. Die Notbeleuchtung flackerte schwach und tauchte die leeren Gänge in rotes Licht. Glasscherben lagen überall auf dem Boden. Blutspuren zogen sich durch die Hallen.
Doch das Schlimmste waren die Geräusche.
Dieses Atmen.
Dieses widerliche Klicken ihrer Kiefer.
Die Kreaturen waren irgendwo dort draußen.
Und sie warteten.
Die Gruppe lief vorsichtig weiter. Jeder Schritt hallte viel zu laut durch das verlassene Einkaufszentrum.
Dann blieb Hades plötzlich stehen.
Sein Blick ging langsam nach oben.
„Nicht bewegen", sagte er ruhig.
Sofort erstarrten alle.
Dahlia hob langsam den Kopf —
und ihr Magen zog sich zusammen.
An der Decke krochen Kreaturen.
Mehrere.
Ihre langen, dürren Körper bewegten sich unnatürlich schnell über die Wände. Knochen ragten aus ihrem schwarzen Fleisch hervor, als hätte ihre Haut sie nicht mehr halten können. Ihre Arme waren viel zu lang, die Finger endeten in dünnen Krallen, die Funken über die Metallträger zogen.
Doch ihre Gesichter waren das Schlimmste.
Keine Augen.
Nur aufgerissene Münder voller schiefer Zähne.
Und trotzdem wusste Dahlia, dass die Wesen sie ansahen.
Beobachteten.
„Die lernen", murmelte Violet leise.
Als hätte das eine Antwort auf alles gegeben.
Plötzlich ertönte ein Schrei.
Menschlich.
„Da vorne!"
Dahlia rannte sofort los.
Am Ende der Halle sah sie Raven, Silas und Zade. Umzingelt von Kreaturen.
Die Wesen bewegten sich nicht hektisch.
Sie kreisten sie langsam ein.
Wie Raubtiere.
Als würden sie spielen.
„Rennt zurück zum Keller!" schrie Dahlia.
Noch bevor die Jungs reagieren konnten, sprang sie direkt in die Kreaturen hinein.
Ihre Katana durchschnitt den Hals eines Wesens. Schwarzes Blut spritzte gegen ihr Gesicht, dickflüssig und dunkel wie Öl.
Das Kreischen der Kreatur ließ die gesamte Halle erbeben.
Und plötzlich antworteten weitere Geräusche aus der Dunkelheit.
Zu viele.
Ares schoss sofort auf die nächsten Kreaturen, während Violet mehrere Pfeile abschoss.
„Los! Bewegt euch!" schrie Atila Raven an.
Die drei Jungs rannten sofort los.
Doch die Kreaturen wurden aggressiver.
Schneller.
Eine sprang plötzlich von der Wand direkt auf Dahlia zu. Sie duckte sich im letzten Moment, spürte die scharfen Krallen trotzdem über ihren Rücken streifen.
Schmerz schoss durch ihren Körper.
Sie biss die Zähne zusammen und rammte der Kreatur ihr Katana direkt durch den Schädel.
Dann passierte alles gleichzeitig.
Neue Kreaturen tauchten aus den dunklen Gängen auf.
Überall.
Das Kreischen wurde ohrenbetäubend.
„Trennt euch nicht!" rief Ares.
Doch genau das passierte.
Dahlia wurde nach hinten gedrängt. Immer weiter. Immer tiefer in das Einkaufszentrum hinein.
Bis sie plötzlich niemanden mehr sah.
Nur Dunkelheit.
Und Kreaturen.
Ihr Atem ging schwer, während sie weiterkämpfte. Blut lief ihr mittlerweile über die Stirn und nahm ihr fast die Sicht auf einem Auge.
Eine Kreatur kroch plötzlich rückwärts über die Wand.
Ihr Kopf verdrehte sich dabei langsam um hundertachtzig Grad.
Das widerliche Knacken ihrer Knochen ließ Dahlia kurz erstarren.
Das Ding kreischte sie direkt an.
Dann sprang es.
Dahlia schlug sofort zu.
Der Körper der Kreatur fiel schwer zu Boden — doch sofort kamen zwei weitere.
Sie hörten nicht auf.
Nie.
Noch eine Stunde bis Sonnenaufgang.
Dahlia kämpfte mittlerweile draußen vor dem Einkaufszentrum weiter. Die kalte Nachtluft brannte in ihren Lungen, während mehrere Kreaturen zwischen den verlassenen Autos hervorkrochen.
Sie war alleine.
Und langsam wurde ihr klar, dass sie müde wurde.
Zu müde.
Plötzlich hörte sie hinter sich ein Kreischen.
Zu nah.
Dahlia drehte sich reflexartig um —
eine Kreatur sprang direkt auf sie zu.
Ihre Krallen waren nur Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt, als das Wesen plötzlich brutal zur Seite geschleudert wurde.
Es krachte gegen ein Auto.
Dahlia keuchte erschrocken auf.
„Ares—"
„Seh ich so aus?"
Die kalte Stimme ließ sie sofort erstarren.
Hades.
Er stand wenige Meter entfernt, sein Messer komplett voller schwarzem Blut. Seine Brust hob und senkte sich schwer, doch seine blauen Augen blieben vollkommen ruhig.
Zu ruhig.
Dahlia starrte ihn überrascht an.
„Warum..." Sie fing sich sofort wieder. „Warum hast du mich gerettet?"
Hades antwortete nicht direkt.
Er blickte nur kurz auf die tote Kreatur neben ihr.
„Du warst unaufmerksam."
„Das beantwortet meine Frage nicht."
Für einen Moment trafen sich ihre Blicke.
Und Dahlia hasste, wie ruhig sie sich plötzlich fühlte, obwohl um sie herum die Hölle ausgebrochen war.
Hades machte einen Schritt näher.
„Du stirbst nicht hier."
Seine Stimme war tief. Ruhig.
Als wäre das keine Meinung.
Sondern ein Befehl.
Bevor Dahlia darauf reagieren konnte, kamen bereits die nächsten Kreaturen angerannt.
Und diesmal kämpften sie zusammen.
Rücken an Rücken.
Dahlia bemerkte schnell, wie brutal Hades kämpfte. Nicht hektisch. Nicht panisch.
Effizient.
Als würde ihn das Töten nicht einmal anstrengen.
Er stellte sich immer wieder automatisch zwischen sie und die Kreaturen. Fing Angriffe ab, bevor sie Dahlia überhaupt erreichten.
Und jedes Mal verstand Dahlia ihn weniger.
Denn das war nicht der Mann, der sie töten wollte.
Oder vielleicht doch.
Vielleicht war genau das das Gefährliche an Hades.
Dass man nie wusste, welche Seite echt war.
Die Zeit verging.
Noch zwanzig Minuten bis Sonnenaufgang.
Beide waren mittlerweile voller Blut. Dahlia konnte auf einem Auge kaum noch sehen. Hades hatte längst keine Patronen mehr und kämpfte nur noch mit seinem Messer.
Doch die Kreaturen hörten nicht auf.
Immer wieder krochen sie aus den dunklen Straßen hervor. Manche bewegten sich auf allen vieren, andere viel zu menschlich.
Eine Kreatur blieb plötzlich mitten auf der Straße stehen.
Sie beobachtete Dahlia.
Nur Dahlia.
Dann begann sie langsam zu lächeln.
Ein schiefes, unmenschliches Lächeln.
Dahlia spürte sofort eine Gänsehaut ihren Rücken hinunterlaufen.
„Hades..."
„Ich hab's gesehen."
Selbst seine Stimme klang diesmal angespannter.
Dann sprang die Kreatur plötzlich los.
Weitere folgten sofort.
Dahlia und Hades kämpften weiter.
Alleine.
Bis plötzlich ein Schuss fiel.
Eine Kreatur neben Dahlia brach sofort tot zusammen.
Beide erstarrten kurz.
Noch ein Schuss.
Noch eine tote Kreatur.
Dahlia blickte verwirrt nach oben.
Auf einem Dach erschien plötzlich ein Licht.
„Was ist das?" fragte sie außer Atem.
Hades' Blick blieb oben.
Dann ertönte ein weiterer Schuss.
Direkt danach tauchten endlich Ares, Violet und Atila zwischen den Straßen auf.
„Wir haben euch überall gesucht!" schrie Ares erschöpft.
„Später!" rief Dahlia sofort, während sie die nächste Kreatur abwehrte.
Noch zehn Minuten bis Sonnenaufgang.
Die letzten Minuten fühlten sich endlos an.
Fast keiner hatte noch Kraft.
Oder Munition.
Sie kämpften nur noch mit Messern, Schwertern und bloßen Händen.
Und trotzdem schoss die unbekannte Person vom Dach weiter auf jede Kreatur, die den Menschen zu nahe kam.
Als Dahlia plötzlich stolperte und hart auf den Boden fiel, raste sofort eine Kreatur auf sie zu.
Ares rannte los.
Doch Hades war schneller.
Er stellte sich direkt vor Dahlia und schlug der Kreatur mit einer einzigen Bewegung den Kopf ab.
Schwarzes Blut spritzte über sein Gesicht.
Dahlia blickte zu ihm hoch.
Und für einen kurzen Moment wurde alles still zwischen ihnen.
Zu still.
Dann erschienen endlich die ersten Sonnenstrahlen.
Plötzlich hörten die Kreaturen auf.
Die wenigen verbliebenen Wesen verschwanden kreischend zwischen den Gebäuden.
Stille breitete sich aus.
Alle atmeten schwer.
Verletzt. Erschöpft. Vollkommen am Ende.
Langsam wanderten ihre Blicke nach oben zu dem Dach.
Das Licht verschwand.
Die Sniper wurde langsam zur Seite gelegt.
Dann trat eine bekannte Person aus dem Schatten hervor.
Dahlia erstarrte.
„...Ruslan?"
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