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18. Eintrag

Taehyung und ich standen vor dem Waggon, in den Händen die drei Farbeimer, und begutachteten diesen. "Wie wollen wir das jetzt anstellen?", fragte ich und stellte ächzend meine Farbe ab.

Tae zuckte mit den Schultern. "Einfach mal streichen", beschloss er locker und lief näher zum Waggon. Ich packte meine Farbe wieder und folgte ihm hastig. Der Ältere öffnete mithilfe eines Schraubenziehers die Farbeimer und zog dann die Fabrollen näher, ehe er eine in die Hand nahm, in dem Blau tunkte und das überschüssige in einer kleinen Kiste abtrofen liess. Er stand auf und begann ohne weiteres die Wand zu streichen.

Hastig mache ich mich daran, es ihm gleichzutun, packte die zweite Farbrolle und bediente mich an Taes überschüssiger Farbe, bevor ich mich neben ihn stellte und mitmachte.
Die Arbeit war anstrengend, vor allem, wenn ich nebenher auch wie ein Wasserfall plapperte. Taehyung blieb eher ruhig, gab ab und zu ein "Mhm", von sich und strich weiter.

"Sag mal, bist du nicht genervt von mir?", fragte ich plötzlich und Taehyung hielt inne in seiner Bewegung und sah zu mir. Er blickte ernst drein, verzog keine Miene. "Das merkst du jetzt erst?"

Mein Mund klappte auf und ich verlor sofort die Fassung. Entgeistert starrte ich den Älteren an, der nun zu lachen begann. "Gott, du bist so knuffig", lachte er und strich amüsiert glucksend weiter, "Du hast das tatsächlich ernst genommen?", fragte er dann und grinste noch immer breit.

"Ja!", maulte ich beleidigt und tunkte meinen Farbroller in den Eimer. "Awwww", lachte Taehyung wieder. "Glaub mir, wenn mich jemand nervt, mache ich ihm mehr als deutlich klar, was ich von ihm halte. Also keine Angst", er schenkte mir sein breites Grinsen, "Ich mag dich!"

Damit bückte er sich zum Farbeimer und tunkte seinen Finger im Resten der verbliebenen Farbe, bevor er sich aufrichtete und meine Nase mit dem bekleckerten Finger antippte. Etwas verdutzt sah ich ihn an, bevor ich beschloss, dies nicht auf mir sitzen zu lassen und daher meine gesamte Handfläche in den Eimer legte und zu ihm ging. "Hey, Tae", lenkte ich seine Aufmerksamkeit auf mich.

Kaum drehte er seinen Kopf, drückte ich meine Hand gegen seine Wange. "Du bist da blau", informierte ich ihn lachend und hüpfte zurück. Sein überraschter Gesichtsausdruck verwandelte sich in ein böses Grinsen. "Komm her, du Wicht!", rief er und ich stolperte lachend davon.

Der Ältere lief mir nach und holte mich bald schon ein, woraufhin er mit dem Farbroller einen langen, breiten Streifen auf meinem T-Shirt hinterliess. Ich lachte noch immer, stolperte rückwärts davon und verlor mein Gleichgewicht mit Taehyung gemeinsam.
Wir landeten lachend auf dem Boden und ich legte meinen Kopf kichernd auf seiner Brust ab.

Der Ältere schlang noch immer leise lachend die Arme um mich und strich mir durch die Haare. "Du bist ein guter Freund, Kookie", lächelte er.

Mein Herz zog sich vor Freude zusammen und schlug dann noch schneller. "Danke", hauchte ich mit roten Wangen und atmete tief durch.

Wir waren befreundet, doch irgendwie war ich mir sicher, dass dieses zarte Kribbeln in meinem Bauch nicht als Freundschaft betitelt werden konnte...

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