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19. Eintrag
Gemeinsam hockten wir auf dem Dach des Waggons und liessen die Seele baumeln. Das Gefährt war nun in dem hübschen Pastelblau gestrichen und harmonierte hübsch mit der untergehenden Sommersonne die uns in den Rücken schien.
Taehyung hielt ein Bier in der Hand und nahm immer wieder einen Schluck davon, während wir einfach nur still da sassen und die Ruhe genossen.
Eine Weile lang war es vollkommen ruhig, bis mein Handy piepte und mir eine Nachricht ankündigte. Neugierig nahm ich das Gerät hervor und tippte auf die von meiner Mutter geschickte SMS.
Wir mussten kurzfristig zu einem Meeting, sind erst Morgenabend wieder zuhause.
Ich liess mein Smartphone wieder in meiner Tasche verschwinden, bis mir einfiel, dass ich keinen Schlüssel dabei hatte. "Oh verdammt!", zischte ich wütend und und schlug mir gegen die Stirn. Taehyung drehte fragend den Kopf zu mir und hob dabei eine Augenbraue. "Was ist los?"
"Meine Eltern sind nicht zuhause und ich habe keine Schlüssel", jammerte ich und liess mich gänzlich rücklings auf das Waggondach fallen. "Und wo übernachtest du jetzt?", erkundigte der Ältere sich langsam. Ich seufzte tief. "Ich hätte ja gesagt, ich kann hier pennen, aber die haben noch keine Möbel geliefert", maulte ich betrübt und fuhr mir mit der Hand über das Gesicht.
Eine Weile blieb es still zwischen uns, bis der Ältere sich räusperte. "Meine Eltern sind die ganzen zwei Wochen weg und das Haus ist einsam, ganz alleine", begann er und ich schlug die Augen auf, musterte ihn verdutzt. Taehyung sah stur geradeaus und nahm einen letzten Schluck seines Biers, bevor er leise murmelte: "Du kannst sicherlich bei mir schlafen, wenn du denn möchtest."
Ich setzte mich langsam auf und musterte ihn eingehend. "Du musst das nicht tun, wenn du nicht willst", gab ich ihm die Möglichkeit, das ganze abzubrechen. Doch Taehyung schüttelte den Kopf und sah mich anschliessend an, bevor er zaghaft lächelte. "Wir sind doch Freunde! Und Freunde helfen einander nun mal, oder?", erklärte er und ich erwiderte das Lächeln erleichtert. "Danke, Tae!"
Der Ältere hob lediglich die Hand und wuschelte mir grinsend durch die Haare. Anschliessend verweilten wir noch etwas auf dem Waggon, bis Taehyung schiesslich zuerst hinunterkletterte und seine Schultasche aus dem Gefährt holte. Ich tat es ihm gleich und gemeinsam traten wir den Rückweg an.
Taes Haus lag in entgegengesetzter Richtung von meinem und mehr im Stadtinneren. Er lief durch die verschiedensten Strassen, ohne ein Wort zu sprechen und schliesslich hielt er vor einem grossen, wirklich grossen, Haus. Mein Mund fiel auf. Ja, meine Eltern verdienten gut, ja ich lebte in einem grossen Haus, doch Taes Zuhause übertraf das um Längen.
Das war eine halbe Villa!
Etwas unsicher biss er sich auf die Lippe und starrte zu Boden, während er unsicher murmelte: "Meine Eltern leiten eine Firma, darum... na ja, darum sind wir so steinreich."
Anschliessend blickte er auf, direkt in meine Augen und suchte wohl nach irgendeinem Ausdruck in meinem Gesicht, den er nicht finden konnte. "Ich glaube, ich verstehe, warum du mit dir gekämpft hast, mich einzuladen", murmelte ich leise und er nickte langsam. "Dann lass uns reingehen", seufzte er anschliessend, nahm meine Hand und zog mich in den Vorgarten, die Treppenstufen hinauf, zur Haustür.
Er kramte einen Schlüssel aus dem Rucksack, schloss auf und machte eine einladende Handbewegung. Etwas unsicher lief ich an ihm vorbei, in die Eingangshalle. Es war alles in einem edlen, luxuriösen Stil gehalten und ich konnte verstehen, wenn Taehyung ungern Leute mitbrachte. Es sah aus, als würde er im Geld geradezu schwimmen.
"Und? Was sollen wir jetzt tun?", fragte ich neugierig. Er warf mir ein schiefes Lächeln zu.
"Filmeabend?"
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