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3. Eintrag 27.2

Jin war eine ruhigere Persönlichkeit, doch sehr nett. Er fragte mich, wie es mir ging und ob Jimin und Hoseok mir nicht zu sehr auf die Nerven gegangen waren.

Er war wirklich unglaublich liebenswert.

Vor der Tür des Sekretariats klingelte er kurz, um unsere Ankunft anzukündigen, bevor er eintrat mit mir im Schlepptau. Es war ein sehr freundliches Zimmer, grosse Fenster, durch die das Licht in den Raum flutete und einige Pflanzen standen auf den hauptsächlich weissen Möbeln verteilt.

"Einen Moment bitte", verlangte die schlanke, ältere Frau hinter dem Tresen und lächelte uns herzlich an, "Ihr könnt euch sonst setzen." Damit deutete sie auf eine Reihe schwarzer Plastikstühle an der gegenüberliegenden Wand. Jin nickte und verbeugte sich leicht, bevor er zu den Stühlen lief und sich auf einem niederliess.

Ich sah ihn kurz an und liess meinen Blick dann über ebendiese Stuhlreihe wandern, bis ich ganz hinten beim Fenster angekommen war.

Da sass jemand. Es war ein Junge, etwa in meinem Alter und er sah zum Fenster hinaus, während er sein Kinn auf der Hand und seinen Ellbogen auf dem Bein abgestützt hatte. Er schien muskulös zu sein, doch genau konnte ich das nicht sagen, dafür war der hellblaue Pullover, den er trug, nicht eng genug.

Was er wohl hier suchte?

"Jungkook?", riss Jin mich da aus meinen Träumereien und ich sah fragend zu ihm. Auffordernd klopfte er mit der Hand auf den Stuhl neben sich und ich lief langsam darauf zu, während mein Blick erneut zu dem Fremden wanderte. Es war wie eine magische Kraft, die ich nicht bezwingen konnte. Ich musste ihn einfach anstarren.

Er wirkte.... er wirkte anders. Nicht so, wie Jimin oder Jin auf mich wirkten, nein. Er wirkte so verschlossen, irgendwie. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass er völlig abgekapselt - so schien es zumindest - zuhinterst in der Ecke saß und niemanden im Raum mit seinen Blicken beehrte.

Im gleichen Moment, wie ich mich auf den harten Plastik niederliess räusperte er sich leicht und änderte seine Sitzposition. Meine Augen klebten noch immer förmlich an ihm und wollte unbedingt wissen, was er hier suchte.

Und das, obwohl ich nie zu den neugierigsten Leuten gehört hatte.

Ich wollte ein Gespräch aufbauen, doch traute mich schlichtweg einfach nicht. Er hatte etwas abstossendes an sich, dass automatisch dafür sorgte, dass man beinahe Ehrfurcht vor ihm hatte.

Nun drehte er plötzlich den Kopf. Ich war zu träge, reagierte nicht rechtzeitig und das war der Grund, warum unsere Blicke sich trafen.

Sekundenlang starrten wir uns gegenseitig an, ich konnte mich einfach nicht von diesem dunklen Braun seiner Augen lösen, es war so schön...

Doch sie erschienen mir so matt, wie Kupfer, dass man lange an der Luft hatte liegen lassen, sodass es nun sämtlichen Glanz veroren hatte. Sein Gesicht stufte ich von Weitem gesehen als komplett makellos ein, doch es wirkte so kalt, emotionslos. Das liess ein flaues Gefühl in mir entsehen.

Er richtete sich auf und legte den Kopf schief, bevor er in harschem Ton mit einer überaus tiefen Stimme fragte: "Ist etwas?!" Er klang so abweisend, dass ich verlegen und respektvoll den Kopf senkte und nun den Boden musterte, während ich den Kopf schüttelte...

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