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21. Eintrag
"Taehyung, jetzt hilf mir doch mal!", jammerte ich und hörte, wie der Ältere nur schadenfroh lachte.
"Ach Kookie", gluckste er und kniete sich neben mich, bevor er mir half, die Sitzbank hinaus zu wuchten.
"Kleine, halbe Portion", neckte er mich und knuffte mich in die Seite. Entrüstet sah ich ihn an. "Ich bin keine halbe Portion!", protestierte ich lautstark und Tae lachte bloss.
"Doch, das bist du", widersprach er und ich schlug ihm gegen den Arm. "Nenn mich nochmal halbe Portion und ich quäle dich!", drohte ich lahm. Taehyungs Augen funkelten neckisch und er öffnete bereits den Mund. "Wag es nicht!", rief ich und streckte drohend den Finger in seine Richtung.
"Halbe Portion."
Ich verschränkte wütend die Arme vor der Brust und liess den Älteren an Ort und Stelle stehen, stampfte beleidigt davon. "Jungkook!", rief Taehyung mir hinterher. Ich ignorierte ihn und lief weiter, vom Waggon weg, den Hügel hinab. Bevor ich jedoch auch nur hundert Meter gehen konnte, wurde ich am Handgelenk gepackt und zurückgezogen. Etwas überrascht stolperte ich gegen Taehyungs Oberkörper, woraufhin er die Arme mit einem unterdrückten Kichern um mich schlang. "Tut mir ja leid", nuschelte er leise, doch ich wusste einfach, dass er noch immer breit grinste.
"Spar's dir", muffelte ich und wand mich aus der Umarmung. "Awww, ist da jemand wütend?", zog er mich auf und piekste mir in die Wange. Ich hob lediglich die Augenbraue und als er mich mit schief gelegtem Kopf und lächelnd ansah, konnte ich nicht anders und seufzte tief.
"Idiot."
"Halbe Portion."
"Hör endlich auf, mich halbe Portion zu nennen!" Er lachte los und nahm mich an der Hand, bevor der Ältere mich glücklich zurück zum Waggon zog und wir den Rest des alten Krams darin hinaus beförderten.
Knappe drei Stunden später waren wir fertig und Taehyung und ich sassen wieder einmal in den Klappstühlen am kleinen Tischchen draussen und genossen das schöne Wetter. Tae schrieb eifrig in sein Notizbuch und ich dagegen hatte mir meine Kopfhörer aufgesetzt und sang leise zu der Musik mit, die abgespielt wurde, während ich mit geschlossenen Augen die Sonne in mein Gesicht scheinen liess.
Als ich kurz meine Augen aufschlug, sah ich, wie Taehyung seinen Kopf auf dem Tisch abgelegt hatte und die Augen geschlossen hatte. Ich legte mir die Kopfhörer um den Hals und setzte mich auf, bevor ich sachte seine Schulter anstupste. "Schläfst du?", fragte ich neugierig.
"Nein", brummte er, "Ich entspanne, also sing weiter."
"Ich soll weitersingen? Entspannt man nicht üblich ohne Geräusche?", fragte ich verwirrt. Der Ältere tastete nach meiner Hand und drückte sie leicht, kaum fand er sie. "Ja, aber ich hasse die Stille. Die Dunkelheit. Also sing und erleuchte damit meine Welt. Nur dank dir kann ich endlich meine Gedanken ruhigstellen. Du hast keine Ahnung, was deine Stimme in meinem Inneren anrichtet. Bitte tu mir den Gefallen, Jungkook, und höre niemals auf, sie der Welt zu zeigen. Denn ich brauche und liebe sie."
Tut mir leid, Taehyung.
So wie du meine Welt verlassen hast, hat meine Stimme ebenfalls die Welt verlassen und ist verstummt.
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