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22. Eintrag
Die nächsten Wochen, sorgten dafür, dass wir unzertrennlich wurden.
Praktisch alles unternahmen wir gemeinsam, von einem Kinobesuch, zum Stadtbummel, bis hin zum Spaziergang.
Ich liebte es, in seiner Nähe sein zu können, Taehyung war eine gutherzige und meist auch glückliche Person. Meistens war ich derjenige, der die Stille füllte und er hörte mir schweigend zu.
Er war wirklich einzigartig, soviel war sicher. Ich kannte keinen Menschen, der sich so darüber freuen konnte, Fische zu füttern, wie er, als wir im Zoo waren.
Er war aber auch unglaublich tiefgründig, wie ich aber nur am Rande mitkriegte. Trotz seiner aufgestellten Art, hatte er eine sehr nachdenkliche Seite an sich und ich konnte sagen, was ich wollte, doch ich verliebte mich in jede einzelne Seite, die er hatte und mir zeigte.
Taehyung schien aber nicht zu merken, was er alles in mir auslöste, wie rot mich eine simple Berührung von ihm werden liess, und streifte er lediglich mit den Fingerspitzen meinen Handrücken. Mein Herz drehte komplett durch.
Oder wie heiss mir wurde, wenn er mich anlächelte, wie ich beinahe das Atmen vergass, wenn er mich mit seinem bekannten, stechenden Blick fixierte.
Ich wollte mehr, als nur sein bester Freund zu sein. Aber für den Moment, konnte ich damit leben. Ich traute mich ja auch nicht, ihm zu gestehen, was ich fühlte, da es auf mich wirkte, als werde er nur vom weiblichen Geschlecht angezogen.
So sah es zumindest aus, wenn eine durchaus hübsche Frau anzutreffen war, und Taehyung sie praktisch anstarrte und begann, mit Blicken auszuziehen.
Und ja, sowas machte mich eifersüchtig.
Zum ersten Mal, in 16 Jahren, hatte ich das Gefühl, im falschen Körper zu stecken.
Wir verbrachten oft Zeit zusammen, sogar meine Eltern kannte er bereits - die waren nämlich mehr als nur begeistert von ihm - und so kam es, dass er begann, immer häufiger bei mir zuhause zu sein. Der Besuch bei ihm, blieb einmalig, doch das machte mir nichts aus, denn ehrlich gesagt fühlte ich mich bei mir zuhause und beim Zugwaggon tausendmal wohler. Und so schien es ihm auch zu gehen.
Gerade eben waren Ferien und Taehyung war vor keiner ganzen Stunde bei mir angekommen, um bei mir zu übernachten. Ich hatte geduscht und musste nun den Älteren finden, der wie vom Erdboden verschluckt war.
Na ja, bis ich mein Zimmer betrat und das offene Dachfenster entdeckte.
Es war nicht kalt, doch mit den nassen Haaren war es auch nicht sonderlich angenehm.
Trotzdem stand ich auf das Bett und kletterte etwas umständlich aufs Dach.
"Tae?", fragte ich, als ich den Dunkelhaarigen sah.
Er hatte die Beine angezogen und sah still auf Seoul hinab.
Als ich seinen Namen nannte, antwortete er mir nicht.
"Taehyung", wiederholte ich leise und setzte mich neben ihn. Der Ältere lehnte den Kopf auf meine Schulter. "Jungkook?" Ich merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Wie er sprach, es klang so verzweifelt und seine Stimme so zerbrechlich.
"Bitte sprich. Rede einfach", flehte er praktisch und ich schlang automatisch meine Arme um ihn. "Nein", sagte ich ruhig und er erstarrte, "Ich habe lange genug geredet. Jetzt rede du - sag mir, was belastet dich?"
Er schluchzte auf. "Ich habe solche Angst!", wimmerte er verzweifelt und versteckte sein Gesicht an meiner Schulter.
Er sagte mir nicht, wovor er sich fürchtete, doch das war mir momentan egal.
Es zählte nur, dass er mir endlich auch gezeigt hatte, dass er unglaublich verletzlich war. Und, dass er mir so viel Vertrauen entgegenbrachte, dass er mir gestand, dass sogar er, von dem ich es nie erwartet hätte, Angst hatte.
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