-33-
23. Eintrag
"Kookie?"
Ich reagierte darauf nicht, sondern holte tief Luft und kuschelte mich stärker an Taehyung. Er wollte bestimmt aufstehen, allerdings war ich nicht bereit, jetzt schon diese angenehme Wärme im Bett und vor allem seine Arme zu verlassen.
"Ich weiss, dass du wach bist", raunte der Ältere in mein Ohr und ich erschauderte dank des warmen Atems. Doch ich antwortete noch immer nicht und drückte ihn stattdessen näher an mich. "Du bist anhänglich... süss", kommentierte er mit einem leisen Lachen daraufhin und meine Wangen wurden rot.
"Ich will nicht aufstehen", gab ich brummelnd bekannt. "Aber du musst!", erwiderte der Ältere belustigt. Als er sich aus meinem Klammergriff wand und aufsetzte seufzte ich geräuschvoll und blieb liegen.
Ich wusste nicht einmal, warum er mit mir in einem Bett schlief, da wir das Gästezimmer wie immer frei hatten, doch mir machte es nichts aus. Es hatte sich unglaublich schön angefühlt, in seinen, mich praktisch beschützenden Armen, einzuschlafen und auch wieder aufzuwachen.
Der Dunkelhaarige war inzwischen aufgestanden, streifte sich nun sein Shirt über und lief zu seiner Sporttasche, wo er sich ein anderes raussuchte. Wieder einmal lag mein Blick bliss auf seinem hübschen Oberkörper, mit den definierten Muskeln und dem bezaubernden Hautton.
Kaum hatte er, zu meinem Übel, wieder ein Shirt an, krabbelte ich ebenfalls aus dem Bett und brachte den Älteren in die Küche. Dort machte er sich sofort an der Kaffeemaschine zu schaffen, während ich zwei Scheiben Brot schnitt. Wir waren beide keine grossen Freunde des Frühstücks und kamen auch gut ohne etwas zu essen aus, allerdings zwangen wir uns, eine Scheibe zu essen.
Ebenfalls assen wir diese Brotscheibe auch viel lieber auf der Küchenanrichte und nicht am grossen Esstisch.
"Du bist ein guter Freund, Jungkook", lächelte Taehyung plötzlich und mein Herz setzte aus, um danach noch viel mehr zu schlagen. "D-danke!", krächzte ich etwas überfordert und spürte dann, wie der Ältere die Arme um mich schlang und an sich drückte, sodass mein Rücken nun gegen seine Brust gedrückt war.
Knapp konnte ich mir ein Fiepen unterdrücken und merkte, wie mein Herz noch mehr beschleunigte. Sein warmer Atem traf auf meinen Hals, als er den Kopf schief auf meiner Schulter ablegte. Ich schluckte leer und packte seine grossen, warmen Hände, bevor ich sie drückte.
Er hatte ja keine Ahnung, was diese simple Umarmung mit mir anstellte. Mein Herz klopfte so stark, dass ich befürchtete, es bleibe gleich stehen und ausserdem tat es beinahe schon weh. Meine Beine waren Pudding, wenn er nicht so standfest wäre, dann würde ich schon längst am Boden liegen.
"Atmen, Jungkook", hauchte Taehyungs Stimme zart und wie auf Kommando schnappte ich nach Luft, weil ich sie unbewusst ständig angehalten hatte. So eine einfache Umarmung, und alles in mir drehte komplett durch.
Nach einer Weile liess er schliesslich wieder von mir ab und verliess vor mir die Küche. Ich dagegen taumelte gegen die Anrichte und krallte meine Finger in diese, während meine linken Hand zu meiner Brust fuhr und ich spürte, wie mein Herz in rasender Geschwindigkeit gegen meinen Brustkorb hüpfte, als wolle es gleich hinausspringen.
Meine Beine waren noch immer weich und mein Atem ging keuchend.
Was stellte dieser Idiot mit mir an?!
Eins war mir klar: So konnte ich nicht für immer weitermachen. Absolut alles war Taehyung tat, brachte mich durcheinander und mein Herz zum Ausflippen.
×××
Taehyung packte gerade sein Zeug zusammen, welches er die letzten vier Tage über in meinem Zimmer verteilt hatte. Ich war so egoistisch und hatte unaufällig eines der grossen Shirts von ihm unter mein Kopfkissen geschoben, sodass ich etwas von ihm da hatte.
Gerade sass ich auf dem Bett und spielte nervös mit meinen Fingern. "Ich will nicht, dass du gehst", platzte es unsicher aus mir heraus. Taehyung richtete sich mit einem Shirt in der Hand auf und lächelte süss. "Wir können doch telefonieren", schlug er vor.
"Aber du bist nicht bei mir", ruschte es mir heraus, bevor ich nicken konnte und ich spürte, wie ich rot wurde.
Tae lachte amüsiert. "Du bist so süss", grinste er.
"Taehyung?", flüsterte ich mit klopfendem Herzen, "Tae, ich möchte dich bei mir haben!" Er setzte sich auf die Bettkante und fuhr mir durch die Haare, "Ich kann doch morgen wiederkommen", schlug er vor. Ich schüttelte den Kopf. "Du verstehst das nicht", seufzte ich, "Ich vermisse dich, wenn du nur fünf Minuten nicht da bist!"
Er kicherte leise und kniff mir in die Wange. "Tae?", nahm ich einen weiteren Anlauf und starrte auf meine Hände hinab, "Tae... Ich... Ich l-liebe dich."
Stille trat ein. Ich hatte das Gefühl, man konnte das Klopfen meines Herzens im ganzen Haus hören. Taehyung sagte nichts. Ich hatte solche Angst.
Unsiche sah ich auf, blickte in seine überrascht aufgerissenen Augen. "D-du...", begann er stockend, doch brach wieder ab. Stattdessen hob er seine Hand und platzierte sie sanft an meiner Wange. Hoffnung flammte in mir auf, als er sich etwas vorlehnte.
Doch plötzlich schien er gänzlich zu realisieren, was ich gesagt hatte. Er biss sich auf die Lippe und begann aus dem Nichts zu weinen.
"I-ich kann nicht", wimmerte er und stand auf. Die Stelle, die zuvor seine Hand berührt hatte, war nun kalt. Mein Herz zog sich zusammen, als er sich seine Jacke und die Sporttasche schnappte und zur Tür lief.
"Tae?", fiepte ich bedrückt, woraufhin er innehielt. "Es tut mir leid", flüsterte er ohne aufzuschauen, "A-aber... ich bin n-nicht sch-schwul!"
Damit verschwand er.
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen4U.Com