-38-
27. Eintrag
Gemeinsam lagen Taehyung und ich auf der bequemen Couch. Wir lagen seit Stunden hier, während es draussen regnete. Nebenbei gab der Plattenspieler die Lieder einer amerikanischen Sängerin wieder, die Taehyung kannte.
Ich fragte mich ja, woher er all diese US-Stars kannte, die nicht in den Charts vorzufinden waren. Ich hatte nicht einmal vom Namen dieser jungen Frau gehört, die eine atemberaubende Stimme besass und diese auch zum Besten gab. "Wie heisst die nochmal?", fragte ich schläfrig und fuhr weiterhin kleine Kreise auf Taehyungs Brust.
Der Dunkelhaarige lag zwischen meinen Beinen und hatte seinen Oberkörper, sowie seinen Kopf gegen meine Brust gelehnt. Eine Hand hielt er mit meiner verschränkt, die Andere lag locker auf seinem Bauch.
"Halsey", antwortete er leise und ich schloss die Augen, lauschte dem neu begonnen Lied.
Dann jedoch reckte ich mich etwas und angelte das Handy vom Tischchen neben der Couch, bevor ich auf die Uhr sah und dabei auch bemerkte, dass ich vier verpasste Anrufe meiner Mutter hatte.
Ich wollte ihr gerade zurückrufen, als sie bereits ein weiteres Mal anrief. Hastig nahm ich den Anruf entgegen. "Mum?", fragte ich halblaut und Taehyung reckte den Kopf zu mir nach oben, bis er sah, dass ich mein Handy am Ohr hielt.
"Jungkook? Wo bist du?", fragte meine Mutter zweifellos besorgt. "Mit Tae im Waggon", antwortete ich und unterdrückte ein Gähnen. Kurz herrschte Stille. "Es gibt gleich Abendessen", informierte sie mich dann.
Ich schnalzte mit der Zunge. "Kann Taehyung mit uns essen?", fragte ich anschliessend und meine Mutter überlegte keine Sekunde lang. "Natürlich! Er ist immer willkommen!"
Ich lächelte erleichtert. "Tae?", richtete ich mein Wort an ihn, während ich mein Handy etwas vom Ohr wegnahm. "Hm?", kam es nur von ihm. Ich strich ihm durch seine weichen, dunklen Haare. "Hast du Lust mit uns zu essen?", fragte ich ihn. "Gerne", stimmte er zu und ich informierte meine Mutter darüber, dass sie ein weiteres Gedeck auflegte.
Irgendwie war Taehyung immer mehr bei mir zuhause, als bei seinen Eltern...
Doch mir machte das nicht im Geringsten etwas aus. Das hiess für mich nämlich nur, dass ich mehr Zeit mit ihm verbringen durfte. Und für etwas Zeit mit ihm, würde ich wohl töten, wenn es sein musste.
Nachdem ich aufgelegt hatte, setzte mein Freund sich ächzend und stand auf, bevor er mir die Hand hinstreckte und mich auf die Füsse zog. Er lief zum Plattenspieler und schaltete ihn aus, bevor er zu mir an die Tür des Waggons kam und wir ihn gemeinsam verliessen. Der Ältere kramte die Schlüssel aus der Hosentasche und verriegelte das Gefährt, bevor er meine Hand mit seiner verschränkte und wir eilig den Heimweg antraten.
Es regnete noch immer, weswegen wir doch etwas nass bei mir Zuhause ankamen. Ich stieg bereits die Treppen hinauf, zur Haustür, als mich Tae zurückhielt und noch einmal zu sich umdrehte. Dadurch, dass er eine Stufe unter mir stand, musste er den Kopf leicht in den Nacken legen. Doch das änderte nichts an seinem Grinsen, als er mit seinen Händen von meinen Schultern über meine Arme fuhr und schliesslich wieder meine Hände ergriff.
"Ich liebe dich", kam ich ihm zuvor und der Ältere grinste einen Tick breiter, bevor er sich etwas auf die Zehen stellte und mir einen kurzen, flüchtigen Kuss auf die nassen Lippen drückte. Anschliessend liess er mich los, um mir durch die Haare zu wuscheln und lief an mir vorbei, ins Haus hinein.
Ich stand dagegen noch einige Minuten im Regen draussen und grinste dümmlich vor mich hin. Es fühlte sich unglaublich an, von Taehyung geliebt zu werden. Mein Herz fand mittlerweile gar keine Ruhe mehr und ich hatte das Gefühl, ein Dauergrinsen im Gesicht zu tragen, welches selbst im Schlaf nicht von meinen Lippen zu kriegen war.
Wir waren bereits seit zweieinhalb Wochen ein Paar und der Dunkelhaarige war unglaublich süss.
"Kookie?", riss Tae mich dann aus meinen Träumereien. Der Ältere stand in der Tür oben und schenkte mir ein sanftes Lächeln, während er die Hand nach mir ausgestreckt hielt. Glücklich hüpfte ich die Stufen hinauf und ergriff seine weiche Hand, die mich ins schützende, warme Innere des Hauses zog und die mir dann auch half, aus meiner nassen Jacke zu kommen.
"Mum?", rief ich durch den Eingangsflur und hörte aus der Küche ein konzentriertes: "Was?"
"Wir ziehen uns nur kurz um!", informierte ich sie knapp und zog Taehyung dann hinter mir her, die Stufen hinauf in mein Zimmer. Dort angekommen riss ich die Schranktüren auf und kramte nach einigen, bequemen Klamotten für uns beide, als Tae von hinten die Arme um meinen Bauch schlang und sanfte Küsse an meinem Nacken hinterliess.
"Lass das", kicherte ich leise und zog zwei Jogginghosen hervor, ehe ich weiter nach grossen Shirts suchte.
"Ich glaube nicht, dass ich das lassen werde", brummte der Dunkelhaarige in mein Ohr und knabberte dann kurz an meinem Ohrläppchen, "Oder das", hauchte er anschliessend, bevor seine Hände nach unten fuhren und unter mein durchnässtes Shirt wanderten. Ich erschauderte bei der Berührung und hörte seine sanfte, tiefe Stimme erneut: "Oder das..."
Ich keuchte leise auf, als ich spürte, wie seine Zunge über meinen Hals wanderte, bevor er einige kleine Küsse darauf verteilte. "Oder gar das", hauchte er und seine linke Hand fuhr weiter nach oben, zu meiner Brust, wo sich mein rasendes Herz befand.
"Ich denke, dir steht dieses Shirt nicht so gut, wie wenn du keines trägst", bemerkte er in einem sachlichen Tonfall und ich lachte belustigt auf. "Meinst du?", ging ich darauf ein und spürte erneut seine rauen Lippen an meiner Haut. "Ich bin mir sogar ziemlich sicher...", raunte er.
"Wieso bestätigst du dich deiner Theorie nicht?", schlug ich leise vor und er lachte leise. "Wir sollten essen", bemerkte er und ich hob die Augenbraue, wissend, dass er dies nicht sah.
"Du denkst doch nicht wirklich, dass ich jetzt noch Hunger habe, oder?", spottete ich beinahe und entlockte ihm ein amüsiertes Lachen.
"Ich habe Hunger", erwiderte er ruhig und ich schnaubte, während er dann leise hinzufügte: "Aber ich denke, das Abendessen wird mich nicht satt machen, Jungkook..."
Taehyung liess von meinem Oberkörper ab, packte meine Hüfte und drehte mich, sodass ich ihm nun endlich ins Gesicht blicken konnte. Sein Blick wanderte von meinen Füssen zu meinem Kopf hoch, während er sich gedankenverloren über die Lippen leckte.
Ehrlich gesagt, wollte ich gar nicht wissen, was in seinem Kopf gerade vorging, doch ich konnte es nicht lassen, weiter auf seine Unterhaltung einzugehen: "Wieso nimmst du dir dann nicht das, was dich satt macht?"
Ein siegreiches Grinsen schlich sich auf seine vollen, rötlichen Lippen, während er mir eine Jogginghose und ein Shirt aus den Händen nahm.
"Weil du mein Nachtisch sein wirst - freu dich", hauchte er und tippte kurz meine Nase an, bevor er aus dem Zimmer, in Richtung Bad verschwand und mich einfach so stehen liess.
Dieser Typ...
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen4U.Com